LebenSport & Freizeit

Discolauf in Füssen

Schlittschuhe angezogen und losgelaufen

Dass Füssen eine „Eisstadt“ ist, zeigte sich unlängst bei der 90 Jahr-Feier des EV Füssen. Große Spieler hat die Lechstadt hervorgebracht, aber auch kleine Eis-Prinzessinnen, die sich graziös auf zwei Kufen bewegten und die später die Welt mit „Holliday on Ice“ erkundeten. Füssen wurde das Mekka des Eishockeys. Grund genug, damals das Bundesleistungszentrum zu bauen. Der ehemalige DEB Präsident und Bürgermeister Füssens Otto Wanner rief dann das Projekt des Bundesleistungszentrums in Füssen 1972 ins Leben. Heute dient das Bundesleistungzentrum dem DEB, sowie den Bundessportverbänden als Trainings- und Wettkampfstätte. 

Der Reiz auf dem Eis wie schwerelos zu gleiten ist geblieben. Für die Einen ist es immer noch Leistungssport pur, für die Anderen ein vergnügliches Hobby. Jeden Montag treffen sich hier die Schlittschuhläufer, um nach der Musik ihre Bahnen und Pirouetten zu drehen. Es ist Discolauf. Seit wann es den Diskolauf in Füssen gibt, weiß hier Niemand so genau. Es muss ihn aber schon ziemlich lange geben, wenn man bedenkt, dass der aktuelle DJ Peter Graage seit 1989 hier jeden Montag auflegt. Ob im Winter von 19.30 – 21 Uhr, oder im Sommer von 20 – 21.30 Uhr, Schlittschuhfahren bei Diskolichtern und Chartmusik kann man im Bundesleistungszentrums in Füssen das ganze Jahr.

Mit der Fertigstellung der Arena des BLZ im Sommer 1990 findet der Diskolauf, samt professioneller Licht- und Tonanlage, nun auch dort wöchentlich statt. Was die Leute gerne hören und was momentan besonders beliebt ist, weiß der Techniker aus dem Festspielhaus.  Peter Graage ist schon seit Jahrzehnten mit seiner mobilen DJ-Ausrüstung auf Hochzeiten und  anderen besonderen Feierlichkeiten unterwegs. Auch für besondere Musikwünsche ist der DJ immer offen, da er sich mit aktueller Musik immer auf dem Laufenden hält. Der Eintritt für den Diskolauf beträgt 4 Euro
und falls man keine eigene Schlittschuhe besitzt, bekommt man welche für 2,50 Euro an der Kasse. Zwischen 30 und 40 Besucher sind es beim Discolauf, das Alter ist von jung bis alt quer gemischt. Viele Anekdoten weiß der DJ zu erzählen. „Manche der Schlittschuhläufer waren schon als Kinder da und jetzt sind sie erwachsen und kommen manchmal mit ihrer Familie hier her. Der Diskolauf hat schon etwas nostalgisches an sich“. Kleine Dramen und viel Freude konnte Peter Graage bei „seinem“ Diskolauf schon erleben. Durch die Bewegung und die Musik werden die meisten Leute ausgelassen. Sie genießen es einfach bei uns zu sein. Eine Besucherin sagte mal zu mir: „Schlittschuhlaufen ist was märchenhaftes. Ich denke, viele sehen das auch so“, erzählt Peter Graage. Während seiner Zeit ist auf der Eisfläche noch nie etwas Gravierendes passiert, abgesehen von den Stürzen, die der eine oder andere Anfänger hinlegt. Auch Urlaubsgäste sind begeistert von dem Angebot des Bundesleistungszentrums.  Vor allem bei schlechtem Wetter und während der Wintermonate steigt die Zahl der Besucher. Vor einigen Jahren waren so viele Besucher da, dass wir eine Eishockey-Hobbymannschaft das Geld für die gemietete Eisfläche und einen Bonus zurückgaben, damit noch mehr Menschen hereingelassen werden konnten um die andere Eisfläche auch noch zu nutzen, erinnert sich Peter Graage.  Mit viel Leib und Seele ist der DJ Harpo, wie er von manchen auch gern genannt wird, stets bei seiner Sache. Einen Montag ohne Diskolauf kann sich Peter Graage nicht wirklich vorstellen.

Letztendlich muss man kein geborener Eiskunstläufer sein und auch keine eigenen Schlittschuhe besitzen um hier Spaß zu haben, dafür reichen Familie, Freunde und gute Musik.

Text: Felix Schmid · Bild: Fotolia

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