Menschen

Max Eichhorn und sein Musikfachgeschäft

Jahre sind Schall und Rauch

Füssen.    Es muss 1959 gewesen sein, vielleicht aber auch 1961, als Max Eichhorn mit dem Musikgeschäft in der Schwangauer Straße anfing. 1965 übernahm er dann letztendlich von dem Vorbesitzer das Geschäft und führt es heute immer noch. Für den 84-Jährigen sind Zahlen schon immer Schall und Rauch gewesen. „Zahlen sind belanglos, was zählt ist das Jetzt und Hier“. Wahrscheinlich ist es diese Einstellung, die den gebürtigen Schweizer selten verzweifeln ließ. „Jeder Tag ist anders“, sagt er lächelnd und freut sich, dass er immer noch Musik machen kann.

Wie 84 Jahre fühlt sich Max Eichhorn nicht. „Es kommt auf die Einstellung an. Es gibt Menschen, die jünger sind als ich und trotzdem uralt. Sie können nicht lachen, haben keine Freude – das ist schade. Ich habe alles was ich brauche“, sagt er zufrieden. Sein Jungbrunnen ist die Musik, die Arbeit und vor allem seine Freunde, die zum größten Teil jünger sind als er. „Sie nehmen mich überall hin mit, da kann man doch nicht alt werden“, meint er lächelnd. Viele Enttäuschungen hat Max Eichhorn erlebt, „doch die haben mich nur stärker werden lassen, ob ich das wollte oder nicht“.

Eichhorn Musikfachgeschäft gibt es heute noch, allerdings ohne Musikschule. Viel verändert hat sich in den Geschäftsräumen nicht. Retro trifft Moderne passt hier wie das Tüpfelchen auf dem i. Erstklassige Instrumente und Kleinigkeiten, die man als Musiker sonst noch braucht, gibt’s beim „Eichhorn“, wie es liebevoll von den Einheimischen genannt wird, nach wie vor zu kaufen. Außer mittwochs trifft man Max Eichhorn immer in seinem Geschäft. Wen mal gerade nicht viel los ist, dann repariert er entweder Instrumente und malt ein Ölgemälde, immer mit einem Blick auf den Lech. Arbeiten ist für den 84-Jährigen ein Lebenselixier. „Es hält mich jung. Ich komme mit vielen Menschen zusammen und ich habe eine Aufgabe, die mir Freude macht“, erklärt der beliebte Musiker. Mitarbeiter hat der junggebliebene 84-Jährige keine mehr, die Zeiten sind dafür vorbei, lächelt er. Viele Musiker haben ihn eine zeitlang auf seinem Weg begleitet. Catherina Valente, Hugo Strasser, Max Greger, … die Namen sind großartig und ihre Musik auch. Abgehoben ist Max Eichhorn dennoch nie. „Es hat mich beflügelt, ich war stolz, dass ich mit jemandem spielen durfte, der so berühmt war“. Heute ist er das auch. Kaum einer im Füssener Land und Ausserfern, der ihn nicht kennt. Immer noch füllt er Lokale, wenn er mit seiner Max Eichhorn Combo auftritt. Da sind wahrscheinlich dann andere stolz, wenn sie sagen: Ich habe mit Max Eichhorn spielen dürfen.

Text · Bild: Sabina Riegger

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