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„Ludwig II. – Sehnsucht nach dem Paradies“ vielleicht wieder im Festspielhaus?

Füssen.   Er soll wieder auferstehen, unser König Ludwig II., allerdings nur auf der Bühne im Festspielhaus Füssen. Zehn Jahre ist es her, als das Musical „Ludwig II. – Sehnsucht nach dem Paradies“ seine Welturaufführung hatte. 1,5 Millionen Besucher lockte das Musical um den bayerischen Märchenkönig ins Festspielhaus und somit auch nach Füssen. „Raffgier und Rendite“, so nennt es Stephan Barbarino und eine ungenügend durchdachte Gesamtfinanzierung brachten das Musical und auch alles drum herum zu Fall. 

Keine Experimente, sondern das Altbewährte wieder aufleben lassen will Stephan Barbarino, der das Stück über den bayerischen Märchenkönig „Ludwig II. – Sehnsucht nach dem Paradies“ schrieb. Ohne Finanzierung ist das allerdings nicht möglich. Zwei Millionen Euro braucht man, um das Stück wieder bühnentauglich zu machen. „Da sind  Marketing, Gagen, Vorlaufkosten und alles andere mit eingeplant. Diese Summe dürfte realistisch sein“, meint der Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert, der einer der Gründungsväter des Festspielhauses war. Als Mitglied des Wirtschaftsausschusses des Bayerischen Landtags und Wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion geht er derzeit der Frage nach, welche bayerischen  und europäischen Förderungen möglich wären. „Wir müssen versuchen, die Wirtschaftlichkeit des Festspielhauses zu sichern und zu unterstützen“, erklärt Wengert. Da seien unter anderem auch der Tourismusverband, der Zweckverband Südliches Allgäu und auch der Landkreis gefordert, so der Politiker.
Ein Kostüm-Fundus aus dem ersten Musical ist noch da, heißt es aus dem Festspielhaus. Zwei Bühnenbilder müssten rekonstruiert werden. „Es sind die Grotte und der Spiegelsaal“, so Stefan Weigert vom Festspielhaus Füssen. Statt dem Aufbau des Spiegelsaales könnte sich Dr. Paul Wengert auch eine Multivision oder 3D-Animation vorstellen. Gefragt, ob das Stück wohl das gleiche sein wird, antwortet Stephan Barbarino: „Sicherlich wird es einige Änderungen geben. Es wird dem, was man schon kennt, sehr ähnlich sein“. Ein Schnellschuss soll es auf keinen Fall werden: „Der Parameter von außen muss stimmen. Wie schnell man es schafft, dass weiß man noch nicht. So ein Unternehmen hat eben eine Vorlaufszeit.“, so Barbarino. Gespielt werden soll das Stück übrigens in der Sommerzeit, etwa von Mai bis September oder Oktober.

Gutes Marketing
Dass die Vermarktung des Stückes auch außerhalb der Region stattfinden muss, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Von der Region allein können das Festspielhaus und das Musical nicht leben, so das Credo. So wie damals, als es noch die Musical-Hotels gab und interessante Angebote geschnürrt wurden, sollen das Musical und Füssen für die Besucher ein Anreiz werden. Die Busunternehmen könnten eine weitere strategische Rolle in der Vermarktung spielen.  Laut Stefan Weigert, kaufmännischer Leiter des Festspielhauses und Dr. Paul Wengert, gibt es auch noch andere interessante Alternativen, um das Festspielhaus für die Zukunft zu festigen. „Es ist eine Zusammenarbeit mit dem Gärtnerplatztheater im Gespräch sowie mit dem Bayerischen Rundfunk“, so Wengert. Dass es von Vorteil wäre, an ein Staatstheater anzudocken, finden Wengert und Weigert  gleichermaßen. „Wir versuchen alles und schauen nach Alternativen, die der Struktur des Hauses angepasst sind“, erklärt Weigert.
„Das, was die Familie Döbler und bis zu ihrem viel zu frühen Tod Anna-Maria Gräfin von Pocci bislang geleistet haben und noch leisten, verdient großen Respekt und Dank“, lobt Wengert.

Nächstes Jahr ist der 125-jährige Todestag des bayerischen Märchenkönigs. Vielleicht wird es für das Festspielhaus das Jahr der Wiederbelebung des Musicals. Bleibt zu hoffen, dass es so klappt und das Festspielhaus erneut für viele Besucher ein Anziehungspunkt wird. Denn ein wirtschaftlicher Aufschwung wäre sowohl für das Haus als auch für Füssen wünschenswert.

Text/Bild: rie

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