LokalesPolitik

Weniger Steuereinnahmen für die Stadt Füssen

Helmut SchusterStadtkämmerer Helmut Schuster: 2010 wird es schwieriger
Die Finanzkrise macht auch vor Kommunen keinen Halt. „Es ist so, dass wir dieses Jahr noch einen Überschuss von 140.000 Euro aus dem Verwaltungshaushalt erzielen konnten“, erklärt Stadtkämmerer Helmut Schuster. Normalerweise müsste dieser Überschuss genauso hoch wie die Tilgungsleistungen von derzeit 1,5 Millionen Euro sein. Ist das nicht der Fall, muss die Stadt einen Kredit aufnehmen. Momentan betragen die Schulden der Stadt Füssen circa 64 Millionen Euro. Das entspräche einer pro Kopf Verschuldung von etwa 4.400 Euro.

Ein Teil dieser Verbindlichkeiten sind rentierliche Schulden, die durch Beiträge und Gebühren finanziert werden. Damit sind zum Beispiel die Wasser- und Abwassergebühren gemeint. Die unrentierlichen Schulden betragen im Kammeralhaushalt 29 Millionen Euro. „Bei den Eigenbetrieben werden 1,5 Millionen Euro jährlich getilgt“, so Helmut Schuster. Würde die Stadt keine weiteren Kredite aufnehmen, wären die rentierlichen Schulden in 19 Jahren abbezahlt. Eine Utopie, die nur ein Wunschgedanke bleibt, denn wer innovativ bleiben möchte, muss investieren. Auch eine Stadt wie Füssen.
Wie es in Zukunft wieter gehen wird, kann der Stadtkämmerer nicht exakt beantworten. Klar ist jedoch, dass die Steuereinnahmen im Jahr 2008 noch um circa 500.000 Euro höher waren als 2009. Unsere Umlagezahlungen an den Kreis sind höher als 2008 und zwar um circa 600.000 Euro. Dass Füssen gehört zu den steuerschwachen Kommunen gehört belegt schon allein die Tatsache, dass Füssen Schlüsselzuweisungen in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro bekommt, während Gemeinden wie beispielsweise Pfronten, Rieden, Lengenwang, Marktoberdorf oder auch Lechbruck keine erhalten, da ihr Aufkommen an Gewerbesteuer entsprechend hoch ist.

Helmut Schuster, der seit 2002 Kämmerer der Stadt Füssen ist, sieht derzeit keine großen Möglichkeiten der Kostenreduzierung. „Im Kommunalhaushalt ist es schwierig Reduzierungen vorzunehmen. Hinsichtlich der Betriebskosten werden nach Möglichkeit Kosten eingespart, allerdings sind diese Aufwendungen abhängig von den allgemeinen Preissteigerungen für Energiekosten“.

 

Helmut Schuster:
„Aktuell belastet uns die Finanzkrise ebenso wie die freie Wirtschaft. Da sie sich auch bei uns in Form von Rückgängen der Gewerbe- und Einkommenssteuer niederschlagen wird. Wir werden dieses Jahr mit Ach und Krach über die Bühne bringen. 2010 wird es aber noch schwieriger werden“.

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top button
Do NOT follow this link or you will be banned from the site!
Close