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Abnehmen mit Köpfchen – Erfolge ohne Jojo

Chengizhan DüzerFrühling! Der Speck muss weg. Wenn die Pfunde purzeln sollen, gilt eine Faustregel: Finger weg von Crash-Diäten, die in zwei Wochen eine perfekte Figur im Badedress versprechen. Wer darauf vertraut, hat nur wenig Aussicht auf langfristigen Erfolg – und meist bringt man schon kurz danach noch mehr Körpergewicht als vorher auf die Waage. Der so genannte Jojo-Effekt hat sich nicht eingestellt, weil Cengizhan Düzer sehr achtsam mit sich umgegangen ist. Er verlor 50 Kilo. Das war ganz allein die Leistung des Füsseners. Christine Lutz und Olga Koch sind hingegen gut betreut ebenfalls rekordverdächtige „Abnehmer“. Wenn Türk Gücü im Weidach Fußball spielt, steht er in der Gruppe der jungen Fans. Als Gleichaltriger wäre er durch seine Figur aufgefallen, denn der heute schlanke 37-jährige Cengizhan Düzer brachte als Zwanzigjähriger bei einer Körpergröße von 1.78 Zentimeter fette 128 Kilo auf die Waage. „Ich war ein dickes Kind und als Heranwachsender legte ich immer mehr zu“, erzählt er. „Süße Sachen haben mir geschmeckt. Andere bestellten eine Pizza, ich habe zwei davon verschlungen.

Seine Waffe gegen den Speck
Cengizhan Düzer litt, aber er ließ sich regelmäßig „zum Fressen“ verführen.  „Damals habe ich schon versucht, die immer stärker werdende Zunahme des Gewichts in den Griff  zu bekommen. Aber nichts hat funktioniert. Ich habe Kapseln aus der Apotheke geschluckt, hatte allerdings nie den Glauben daran, dass ich es auf diese künstliche Weise schaffen könnte.“
Er kam an den Punkt: entweder oder? Cengizhan Düzer ließ die Mehlspeisen links stehen, machte einen Bogen um Schokolade und gönnte sich nur einen Döner statt …
Ein klares Bewusstsein war seine stärkste Waffe gegen den Speck. „Ich war jung, hoch motiviert und schaute ständig auf die Kalorientabelle“, erzählt er lächelnd. Seinen Erfolg sah er schnell.
„Sehr hilfreich war in dieser Phase auch, dass meine Familie umgezogen ist. Ich hatte endlich mein eigenes Zimmer. So wurde es möglich Distanz aufzubauen, was die ungesunden Essgewohnheiten betrifft. Ich wurde immun gegen solche Giftstöße. Die Tüte
mit Chips machten meine Geschwister leer.“
Sein Umfelt reagierte allerdings nicht nur positiv auf einen dünner werdenden Cengizhan. „Viele denken tatsächlich bis zum heutigen Tag, dass ich einfach nur Pillen geschluckt habe oder mir damals sogar den Magen habe verkleinern lassen. Nein, das war allein mein Werk, wie ich nach der Ernährungsumstellung aussehe. Heute kann ich ohne Komplexe auf die Straße gehen. Als Bub hatte ich mich oft geschämt.“

17 Kilo verloren
Verstecken wollte sich auch Olga Koch. „Ich bin eigentlich ein sportlicher Typ. Als ich das Rauchen aufgehört hatte und durch die Schwangerschaft, nahm ich erst sechs Kilo und dann soviel zu, dass mir nichts mehr passte“, erzählt sie. Um sich wieder gut zu fühlen, macht sie bei der Gruppe im Abnehmzentrum mit. Inzwischen hat Olga Koch 17 Kilogramm verloren und kann sich wieder ihren Bikini anziehen. „Dass Mütter nicht teilnehmen könnten, lasse ich nicht gelten. Das ist eine Ausrede. Es wird eine Kinderbetreuung angeboten – und die ist gut.“
Da kann sich auch eine Oma etwas Gutes tun, Christine Lutz gönnt sich die Abende im Sportstudio „Ich hatte mein Leben lang größere Probleme mit meiner weiblichen Figur. Endlich habe ich Erfolg. Es sind schon sieben Kilo weniger auf den Hüften“, freut sie sich. Die 60-Jährige aus Rieden sehnt den Montag herbei: „Denn da treffen wir uns am Abend immer zum Kurs.“
Messen, Wiegen und Ernährungsvorträge gehören dazu, wenn sich hier Frauen und Männer gegenseitig auf ihren sanften und natürlich  unterschiedlich langen Wegen zum Wohlfühlgewicht motivieren.
Die Kursteilnehmer profitieren nicht nur von der Fachkompetenz der Leitung.  „Mir ist der Austausch untereinander wichtig“, sagt Christine Lutz. „Abnehmen macht gemeinsam mehr Spaß. Ich denke, ich halte das durch und komme meinem Ziel immer näher.“ Es sind ja nur 15 Kilo, die weg müssen. „Das schafft die Christine locker“, meinen die Kursteilnehmer. Die Leitung wird diesem Optimismus nicht widersprechen und die Erfolge durch das Bewegungsprogramm und die Beratung lassen sich auch belegen.
„Unterstützt von den gesetzlichen Kassen bieten wir seit drei Jahren diese Kurse mit großen Erfolg an“, betont Sabine Hösle vom Sportstudio Füssen. „Abnehmen und zwar mit dauerhaftem Erfolg ist ein Traum, den viele Teilnehmer mit unserer Hilfe bereits verwirklicht haben.“     

Text/Bilder: bh

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