
Die Forggensee-Schifffahrt blickt auf eine erfolgreiche Saison 2026 zurück
Nachgefragt bei Helmut Schauer, Stadtwerke Füssen, Forggensee-Schifffahrt
Steigende Energiekosten, angepasste Ticketpreise, neue Investitionen an Bord und ein Organisationswandel als Kommunalunternehmen – die Saison 2026 hatte für die Forggensee-Schifffahrt (FSS) einige Herausforderungen parat. Doch am Ende überwiegt die Freude: Ein beständiger Sommer, ein wachsender Trend zum Inlandsurlaub und ein vielfältiges Abendprogramm sorgten für volle Schiffe und begeisterte Gäste. „Füssen aktuell“ hat beim Leiter der FSS, Helmut Schauer, nachgefragt, wie die Saison wirklich lief – und was die Verantwortlichen für die Zukunft planen.
Zur diesjährigen Saison haben Sie die Ticketpreise angepasst – unter anderem wegen gestiegener Energie-, Personal- und Wartungskosten. Wie wurde diese Preisanpassung von den Fahrgästen angenommen?
Die Preisanpassung wurde von unseren Fahrgästen insgesamt gut angenommen. Wir haben Verständnis dafür erfahren, dass die gestiegenen Energie-, Personal- und Instandhaltungskosten auch an uns nicht spurlos vorübergehen. Viele Gäste konnten nachvollziehen, dass diese Anpassungen notwendig waren, um den Betrieb weiterhin zuverlässig und in gewohnter Qualität aufrechterhalten zu können. Darüber freuen wir uns sehr und bedanken uns bei unseren Fahrgästen für ihre Unterstützung.
Und was wurde stärker nachgefragt – die klassischen Rundfahrten oder die Eventtickets?
Die Rundfahrten bilden weiterhin das Rückgrat unseres Angebots, während die Eventfahrtn eine wichtige Ergänzung darstellen und zusätzliche Zielgruppen ansprechen. Insgesamt fällt unser Saisonfazit positiv aus. Die Nachfrage bestätigt, dass unsere Angebote auf dem Forggensee weiterhin gut ankommen und wir unsere Gäste mit dem eingeschlagenen Kurs erreichen. Die konkreten Gesamtverkaufszahlen werden derzeit noch ausgewertet. Entscheidend ist für uns, dass wir in beiden Bereichen eine positive Entwicklung erzielen und unsere Erwartungen für die Saison erfüllen konnten.
Sie haben in dieser Saison kräftig investiert – unter anderem in eine neue flexible Bestuhlung auf dem Sonnendeck und in eine modernisierte Bordküche. Haben sich diese Investitionen im laufenden Betrieb bewährt? Und wie kam das bei den Gästen an?
Die Investitionen haben sich im laufenden Betrieb bereits bewährt und wurden von unseren Fahrgästen sehr positiv aufgenommen. Mit der neuen, flexibel nutzbaren Bestuhlung auf dem Sonnendeck sowie dem karibisch inspirierten Ambiente mit Palmen konnten wir den Aufenthaltsbereich deutlich aufwerten und vielseitiger gestalten. Dadurch lässt sich das Sonnendeck noch besser an unterschiedliche Veranstaltungen und Gästebedürfnisse anpassen. Auch die modernisierte Bordküche trägt zu effizienteren Abläufen und einer verbesserten gastronomischen Betreuung an Bord bei. Insgesamt präsentieren sich unsere Schiffe heute moderner, komfortabler und einladender. Die positiven Rückmeldungen unserer Fahrgäste bestätigen uns darin, den eingeschlagenen Modernisierungskurs konsequent fortzusetzen. Unser Ziel ist es, das Erlebnis an Bord kontinuierlich weiterzuentwickeln und unseren Gästen ein attraktives Freizeit- und Veranstaltungserlebnis in einem zeitgemäßen Ambiente zu bieten.
Zu Beginn der Saison haben Sie die Vorteile der neuen Rechtsform als Kommunalunternehmen beschrieben – effizientere Zusammenarbeit, stärkere organisatorische Strukturen und schnellere Reaktionsmöglichkeiten auf künftige Anforderungen. Wie hat sich diese neue Rechtsform in der Praxis während der Saison 2026 tatsächlich ausgewirkt? Konnten die erhofften Vorteile bereits spürbar genutzt werden?
Die Umstellung auf die neue Rechtsform als Kommunalunternehmen „Stadtwerke Füssen AöR“ ist ein wichtiger Schritt für die zukünftige Entwicklung unseres Unternehmens. Erste Erfahrungen konnten wir in in dieser Saison bereits sammeln. Allerdings ist uns auch bewusst, dass sich die Vorteile einer solchen Veränderung nicht von heute auf morgen vollständig entfalten. Neue Strukturen, optimierte Abläufe und eine effizientere Zusammenarbeit müssen sich zunächst im Alltag etablieren und im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Wir betrachten die neue Rechtsform deshalb als langfristige Chance, unsere organisatorischen Voraussetzungen zu stärken, flexibler auf neue Anforderungen zu reagieren und unsere Abläufe kontinuierlich zu verbessern. Wir sind überzeugt, dass sich die erhofften Vorteile mit zunehmender Erfahrung und der Weiterentwicklung unserer Strukturen immer deutlicher zeigen werden. Entscheidend ist für uns, diesen Prozess aktiv zu gestalten und daraus einen nachhaltigen Mehrwert bestmöglich für unsere Gäste und unser Unternehmen zu schaffen.
In diesem Jahr war verstärkt die Tendenz zu Inlandsreisen zu beobachten. Hat sich dieser Trend positiv auf Ihre Buchungszahlen in der Saison 2026 ausgewirkt?
Diesen Trend konnten wir in der Saison 2026 deutlich beobachten. Viele Gäste haben sich bewusst für Urlaub und Freizeitaktivitäten im eigenen Land entschieden und dabei auch regionale Ausflugsziele stärker in den Fokus genommen. Davon konnten wir spürbar profitieren. Gefragt sind insbesondere Freizeitangebote, die Erholung, Naturerlebnis und gemeinsame Zeit miteinander verbinden. Unsere Rundfahrten und Veranstaltungen bieten hierfür eine attraktive Perspektive, die eigene Region vom Wasser aus kennen zu lernen und gemeinsam schöne Stunden an Bord zu verbringen. Zusammen mit dem beständigen Sommer hat dieser Trend zu einer erfreulichen Entwicklung unserer Buchungszahlen beigetragen. Wir sehen darin eine Bestätigung, dass attraktive Freizeitangebote vor der eigenen Haustür für viele Menschen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Danke Ihnen für das Interesse.
Text: Sabina Riegger · Foto: Stadtwerke Füssen



