
„Ich war immer ein Freigeist“
Eleonore Höchtl feiert ihren 91. Geburtstag
Neugier, Unternehmungslust und der Wunsch nach Selbstständigkeit – das sind die Eigenschaften, die Eleonore Höchtl ihr Leben lang begleitet haben. Seit ihrem dritten Lebensjahr ist Füssen ihre Heimat – doch die große weite Welt hat sie früh gelockt. „Ich hatte schon seit meiner Kindheit Fernweh“, erzählt die Jubilarin. Nach einer kaufmännischen Lehre brach sie mit 19 Jahren nach Chicago auf, arbeitete dort bei der Lufthansa und später verschlug es sie an die NATO-Schule in Oberammergau sowie auf die damals noch kaum bekannten Kanarischen Inseln.
Dass die Lufthansa gleich mehrfach Teil ihres Berufslebens wurde, sei nie geplant gewesen, sondern habe sich immer wieder zufällig ergeben, erzählt Höchtl schmunzelnd. Nach ihrer Rückkehr nach Füssen 1993 begann ein neues Kapitel: 17,5 Jahre arbeitete sie an der Kinokasse des Alpenfilmtheaters und sie ging erst mit 75 Jahren in den Ruhestand. „Das waren tolle Jahre“, sagt sie. Als lebenslange Ehrengästin besucht sie bis heute jeden Monat eine Vorstellung. Unvergessen bleibt ihr eine Harley-Davidson-Tour mit dem ehemaligen Kinobetreiber Lars Doppler durch das Death Valley – mit einem Augenzwinkern dankt sie noch heute seiner Frau, die den Ausflug ermöglicht hatte.
Geheiratet hat Eleonore Höchtl nie – und das ganz bewusst. „Mich wollte man immer heiraten, ich wollte aber nicht“, sagt sie mit Humor. „Ich war immer ein Freigeist.“ Die Stadt Füssen gratuliert herzlich zum 91. Geburtstag und wünscht ihr Gesundheit, Lebensfreude und noch viele Kinobesuche.
Text: FA/pm · Foto: Stadt Füssen



