Neuschwansteins neuer Schlossherr – Johann Hensel hat viel vor

Verwaltung, Personal & Sanierungen stehen für den Allgäuer im Vordergrund

Viel Zeit für die Einarbeitung hat Johann Hensel nicht wirklich gehabt. Mitte November letzten Jahres war der gebürtige Allgäuer als neuer Schlossherr auf Neuschwanstein angekommen. Mittlerweile hat er aber die wichtigsten Weichen für seine Amtszeit gestellt. Denn immerhin stehen dem Schloss die umfangreichsten Renovierungsarbeiten seit seinem Bestehen bevor.

Bis zum November war er als Leiter der Seenverwaltung am Ammersee tätig, bevor ihn die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung jetzt nach Hohenschwangau versetzt hat.

Im Gespräch mit Füssen aktuell spricht Johann Hensel über seine ersten Wochen und seinen eigenen Bezug zu Schloss Neuschwanstein. Genauso gibt der neue Schlossverwalter auch einen ersten Einblick in die anstehenden größten Renovierungsarbeiten aller Zeiten. Rund 20 Millionen Euro sollen dabei investiert werden.

Wie tief haben Sie sich denn schon eingearbeitet?
„Ich bin immer noch in der Lernphase, habe aber bisher sehr viel Aufgeschlossenheit verspürt, was mir natürlich das Einarbeiten auch leichter macht. Was ich bereits gelernt habe ist, dass alle Bereiche, angefangen vom Bauhof bis hin zum Schlossführerdienst und der Verwaltung, sehr gut funktionieren. Innerhalb des Personals wird es auch keine wesentlichen Veränderungen geben. Denn für den Betrieb des Schlosses ist eine gewisse Anzahl von Mitarbeitern nötig, derzeit sind es insgesamt zwischen 25 und 30“.

Ihnen stehen nun die größten Renovierungsarbeiten bevor, die es seit über 130 Jahren, seit dem Bau von Neuschwanstein, jemals gegeben hat. Was können Sie dazu schon jetzt sagen?
„Generell kann ich sagen, dass wir auch in den nächsten Jahren mit den ja bereits begonnen Bauarbeiten weiterhin leben müssen. Schon im Eingangsbereich am Torbau kann man sehen, dass diese Arbeiten vom Bauamt Kempten hervorragend betreut und ausgeführt werden. Zur Zeit geht  es baulich besonderes im Torbau des Schlosses voran. Hier muss leider der gesamte Dachstuhl saniert werden. Im gesamten Schloss geht danach an die Innenrestaurierung – nach den vielen Besuchern muss einfach die gesamte Ausstattung wieder in einen besseren Zustand versetzt werden. Das wird nun eben Jahre dauern und sukzessive weitergehen. Für das Personal, vor allem im Schlossführungsbereich, wird das auch einige Herausforderungen mit sich bringen. Und sicher wird es im Rahmen der Arbeiten auch Einschränkungen für die Besucher geben. Eine spannende Aufgabe, die nicht ganz einfach wird aber wenn wir alle positiv an die Sache rangehen, werden wir das auch meistern“.

Wird es auch Erweiterungen geben, die Brandschutz oder Barrierefreiheit betreffen?
„Man muss hier einfach erkennen, dass der König das Schloss nur für sich gebaut hat. Brandschutz und Barrierefreiheit waren damals kein Thema und das Gelände macht nun einmal vieles unmöglich. Dennoch wurde in den vergangenen Jahren immer wieder viel Geld in die Hand genommen, um die Möglichkeiten zu verbessern. So wurde bereits vor längerer Zeit unter anderem das Gefälle des Weges von der Jugend hinab zum Schloss erheblich entschärft. Wir versuchen, unsere mobilitätseingeschränkten Besucherinnen und Besucher bereits im Vorfeld bei den Planungen ihres Schlossbesuchs zu unterstützen. Was den Brandschutz betrifft, steht für uns die Unversehrtheit der menschlichen Person im Vordergrund. Im Notfall müssen wir hier alle Besucher möglichst schnell aus dem Schloss rausbekommen“.

Da ist die nächste Frage naheliegend. Wird es die beliebten Schlosskonzerte denn jemals wieder geben ?
„Dazu kann ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nichts sagen. Ich weiß, dass zu diesem Thema schon Gespräche geführt worden sind. Allerdings können konzertante Veranstaltungen jetzt in der Phase der Renovierungsarbeiten sowieso nicht durchgeführt werden. Erst wenn abzusehen ist, wann die Arbeiten völlig abgeschlossen sind, wird man dazu, so denke ich, wieder in Gespräche eintreten“.

Text · Bild: Lars Peter Schwarz

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