
Migräne
Natürlich Vorbeugen und Behandeln
Wer unter Migräne leidet oder gelitten hat, weiß, wovon ich spreche. Während meines Studiums war es besonders schlimm, aber sie hat sich auf wundersame Weise nach meinen Wechseljahren komplett verabschiedet. Dafür kamen andere „Zipperlein“… Schmerzen allgemein sind immer schlimm, aber gerade diejenigen, die im Kopfbereich sitzen, setzen einen ja förmlich außer Gefecht. Wie soll man da noch klar denken, geschweige denn arbeiten können!
Was ist denn eigentlich Migräne? In Deutschland leiden ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung daran, das bedeutet so in etwa acht Millionen. Die Kopfschmerzen, die jeder Migräne-Patient hat, sind sehr belastend und stören v.a. ihren Alltag in besonderem Maße, insbesondere dann, wenn sie praktisch regelmäßig und besonders heftig auftreten.
Und es sind leider nicht nur normale Kopfschmerzen. Migräne ist tatsächlich eine chronische Krankheit. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass pro Tag in Deutschland ungefähr 350.000 Migräneanfälle auftreten. Die Schmerzen und bereits die Angst vor dem nächsten Anfall machen das Leben zu einer Qual.
Hauptsächlich tritt sie zwischen dem Alter von 25 und 45 auf. Aber leider kann diese Krankheit schon im Kindesalter beginnen. Neueste Studien bringen sie sogar schon mit den kindlichen Koliken im Säuglingsalter in Verbindung. Viele Kinder ab dem Grundschulalter klagen ja häufig über Kopfschmerzen, ob das wohl in der heutigen Zeit stressbedingt ist oder ob genetische Faktoren hier eine Rolle spielen, ist noch nicht ganz geklärt. Angeblich leidet ungefähr jeder fünfte Jugendliche in der Pubertät an Migräne.
Der Begriff „Migräne“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „halber Schädel“. Ja, das ist diese äußerst unangenehme Krankheit, von der viel mehr Frauen als Männer betroffen sind und die diese spezifischen Beschwerden verursacht. Dieser berühmte halbseitige Kopfschmerz, je nach Ausprägung verbunden mit Übelkeit und Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, ist ganz typisch.
Während der akuten Phase kann es sogar zu Wahrnehmungs- oder motorischen Störungen kommen. Oft geht hier eine sogenannte „Aura“ voraus, die die Attacke ankündigt. Das passiert bei jedem fünften Patienten. Hier sind der Verlust des räumlichen Sehens oder Kribbeln in den Armen oder Beinen nicht selten der Fall.
Die berühmtesten Migräne-Patienten waren u.a. Queen Elisabeth II., aber auch in früheren Zeiten Julius Caesar, Napoleon, Vincent van Gogh, Claude Monet, Charles Darwin, Sigmund Freud, Chopin und selbst der antike Arzt Hippokrates, um nur einige zu nennen. Angeblich sollen manche sich während der Aura-Phase durch die visuellen Erscheinungen ganz besonders inspirieren lassen haben.
Aber nichtsdestotrotz ist Migräne auch heute noch ein Buch mit sieben Siegeln und das nach langjähriger Forschung. Die Ursachen sind bis heute noch ein Rätsel. Genetische Faktoren sollen wohl eine große Rolle spielen. Weitere bekannte Auslöser sind hormonelle Schwankungen, Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, Stress, bestimmte Lebensmittel wie z.B. Eis, Kakao oder Schokolade. Hier sind mit Sicherheit noch viele Studien nötig…
Selbst die Diagnose ist nicht ganz so einfach: sind es normale Kopfschmerzen oder eine echte Migräne? Normalerweise wird der Patient sehr genau befragt, um andere Krankheiten auszuschließen und dann eine entsprechende Therapie einzuleiten. Ist dann definitiv eine Migräne diagnostiziert, gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten der Behandlung. Im ganz schlimmen Akutfall kann sicherlich nur eine schulmedizinische Variante helfen, aber viel schöner wäre es doch, dem Ganzen vorzubeugen oder einen Anfall noch rechtzeitig abzubremsen.
Ein sehr schönes Mittel, um Migräne-Attacken vorzubeugen oder sie zumindest abzumildern, ist das Mutterkraut (Tanacetum/Chrysanthemium parthemium), oft auch falsche Kamille genannt. Es ist eine Heilpflanze aus der Familie der Korbblütler. Ursprünglich stammt sie aus Osteuropa und dem nahen Osten. Heute wird sie weltweit kultiviert, unter anderem auch in meinem Garten… Sie wächst gerne an sonnigen Standorten und mit ihren kleinen Gänseblumen-artigen Blüten und ihrem intensiven Aroma ist das Mutterkraut nicht nur optisch ansprechend, sondern eben auch ein vielseitiges Naturheilmittel mit einer langen Tradition. Hier stehen spezielle Wirkstoffe, wie die enthaltenen Parthenolide, bioaktive Pflanzenstoffe, im Vordergrund, die entzündungshemmend und krampflösend wirken. Hier schließt sich jetzt wieder der Kreis zur Migräne.
Selbst die Heilige Hildegard von Bingen spricht in diesem Zusammenhang von einer „Mutterkrautsuppe“: „Mutterkraut ist für die leidenden Eingeweide wie eine sanfte Salbe. Wer an kranken Eingeweiden leidet, koche Mutterkrautblätter mit Wasser und Butter oder Öl und füge noch etwas Dinkelmehl dazu und bereite eine feine Suppe, und es heilt die Eingeweide.“
Das Rezept lautet folgendermaßen:
5 Mutterkrautblätter zerhackt oder 1 TL Mutterkrautsaft, ¼ L Wasser, 1 EL Butter, 1 EL Dinkelmehl oder Dinkelgrieß, 1 Msp. Salz, 1 Msp. Bertram
Alles miteinander aufkochen, zwei bis drei mal wöchentlich einnehmen, bis die Symptome verschwinden.
Was hat das mit Migräne zu tun, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen. Sie beschreibt es als eine Art „Universal-Frauenmittel“, das eben außer der Migräne ebenfalls bei Ausfluss, Menstruationsbeschwerden, prämenstruellen Schmerzen, Krämpfen und Darmkoliken helfen kann. In unseren Zeiten können wir es uns doch etwas einfacher machen, nicht dass Sie noch unseren Garten plündern! Mutterkraut gibt es inzwischen in perfekt dosierten Kapseln, die man täglich schon mal über zwei Monate einnehmen sollte. Stellt sich dann allerdings keine Besserung ein, nochmals einen Arzt konsultieren.
Es gibt natürlich auch noch andere Möglichkeiten, der Migräne zu begegnen. Es gibt relativ viele homöopathische Präparate, die den Beschwerden entgegenwirken oder sie lindern können. Sehr bekannt waren vor Jahren pflanzliche Präparate aus der Pestwurz (Petasitis). Aber nachdem sie die sog. Pyrrolizidenalkaliode enthalten hatten, die die Leber schädigen, wurden sie vielfach aus dem Handel genommen. Aber inzwischen züchtet man schon Varianten, die diesen Wirkstoff nicht mehr enthalten. Ernährungstechnisch gibt es tatsächlich auch einige Möglichkeiten, einer Migräne vorzubeugen, mich hat jetzt dieses Rezept sehr angesprochen..
Der „Anti-Migräne-Drink“ für Sie:
100 ml Sojamilch, 200 ml stilles Mineralwasser, 1 gehäufter EL Bierhefeflocken, 1 TL Leinsamen, 1 EL Sanddornbeerenmark, 1 EL Hagebuttenkonzentrat, ½ Papaya, 1/3 Banane
Die Papaya mit dem Mineralwasser feinst pürieren und im Kühlschrank aufbewahren. Den Rest ebenfalls pürieren und in den Kühlschrank geben. Vor dem Servieren jeweils die Hälfte vermischen. Das reicht für zwei Portionen, morgens und abends.
Ganz klar, ich kann nicht versprechen, dass Sie nie wieder Migräne haben werden, aber vielleicht konnte ich Ihnen doch eine kleine Hilfestellung geben!
Ihre Apothekerin
Simone Wagner



