
U20 des EV Füssen feiert Aufstieg
Hotel Sonne ehrt die Underdogs aus Füssen – und wird künftiger Sponsor des Traditionsvereins
Es gibt Abende, an denen man schnell merkt, dass es um mehr geht als um gutes Essen und einen offiziellen Anlass. So ein Abend war der Donnerstag, 16. April, im RIWA des Hotel Sonne in Füssen. Die U20-Mannschaft des EV Füssen, frischgebackener Aufsteiger in die DNL1, war eingeladen, um eine außergewöhnliche Saison gemeinsam ausklingen zu lassen. Es wurde gelacht, gespielt, erzählt – und immer wieder war zu spüren, wie eng diese Mannschaft zusammengewachsen ist. Es war ein Abend voller Lachen, Stolz und leisem Wehmut.
Eingeladen hatte Hanspeter Kleinhans, Food & Beverage-Manager, im Namen des Hotel Sonne. Das Haus wollte die Leistung der jungen Spieler würdigen und zugleich ein Zeichen setzen: In der kommenden Saison wird das Hotel den EVF auch als Sponsor unterstützen. Eine Verbindung, die nicht neu ist, sondern tief in die Geschichte Füssens reicht. Denn vor knapp über 100 Jahren fand im Hotel Sonne die Gründungssitzung des EV Füssen statt. Dass nun ausgerechnet hier die nächste Generation des Vereins ihren Erfolg feiern durfte, wirkte fast wie ein Kreis, der sich schließt.
Fast die komplette Mannschaft war erschienen. Neben den Spielern nahmen Trainer Franz-Josef Baader und die Equipment-Manager, also Betreuer, und enge Wegbegleiter des Teams teil. Trainer Georg Holzmann, musste allerdings aus gesundheitlichen Gründen passen. Marina Köpf, seit 18 Jahren Mitarbeiterin im Hotel Sonne, hatte die Feier mitorganisiert. Ihr Sohn Luis gehört zur Mannschaft. Viele der Spieler kennt sie, seit sie als Kinder mit fünf oder sechs Jahren zum ersten Mal auf dem Eis standen.
„Man konnte zusehen, wie sie groß geworden sind“, sagte sie. Einige machen inzwischen Abitur, sechs Spieler sind kommende Saison altersbedingt nicht mehr für die U20 spielberechtigt. „Darum ist das heute auch ein bisschen wie eine Abschiedsfeier.“
Sportlich hat sich die Mannschaft ihren Erfolg hart erarbeitet. Der Aufstieg in die höchste deutsche Nachwuchsliga gelang nach großem Kampf. Im entscheidenden Spiel gegen Regensburg lag der EVF bereits mit 1:3 zurück, drehte die Partie jedoch noch zu einem 5:3-Sieg. „Das war eine absolute Teamleistung“, betonte Trainer Franz-Josef Baader.
Für Marina Köpf ist die Leistung der Mannschaft besonders hoch einzuschätzen: „Dass ein so kleiner Ort wie Füssen so etwas leisten kann, ist fast schon ein kleines Wunder. Wir sind da schon die absoluten Underdogs“, sagte sie lachend.
Auch die Menschen im Hintergrund trugen entscheidend zu diesem Erfolg bei. Betreuer Emil Wetzel, stolze 85 Jahre alt, Stefan Tüffler und Teamleiter Steffen Tykan waren über Jahre zuverlässige Stützen des Teams, egal ob bei Heim- oder Auswärtsspielen, in der Kabine, bei der Organisation, beim Waschen der Trikots oder lange vor Spielbeginn in der Halle.
„Das ist ein ganz besonderes Team und die Erinnerung an die gemeinsamen Jahre, das kann uns keiner mehr nehmen“, so Tykan. Denn auch die Betreuer sowie beide Trainer werden in der kommenden Saison nicht mehr an der Seite der Mannschaft stehen. Eine Entscheidung des Vereins und nicht ganz der Weg, den sich die Mannschaft gewünscht hätte, wie einer der Spieler erwähnte.
Text · Foto: Selma Hegenbarth



