
Laundrix, die neue Wäscherei in Füssen
Im ehemaligen Norma-Gebäude in der Kemptener Straße in Füssen hat vor etwa sechs Wochen die Wäscherei Laundrix eröffnet. Hinter der modernen Wäscherei, die mit innovativer Technik und regionalem Engagement neue Maßstäbe setzen will, stehen Anh-Duc Le und die beiden Brüder Dervis und Dergah Yilmaz – drei junge Füssener, die ihre unterschiedlichen Kompetenzen vereinen. „Die Idee entstand aus einem ganz praktischen Problem. Ich betreibe eine Ferienwohnung in Pfronten und habe unterschätzt, wie viel Wäsche anfällt“, erzählt Anh-Duc Le. „Ich habe hier niemanden gefunden, der mich annehmen würde oder wo es preislich Sinn gemacht hätte.“ Nach Gesprächen mit Hoteliers und Dergah Yilmaz kam die zündende Idee: Warum nicht selbst eine Wäscherei eröffnen, um die kleinen Betriebe zu bedienen?
„Der Bedarf ist einfach da“, so Le. Von der Idee bis zur Realisierung verging erstaunlich wenig Zeit. „Es war tatsächlich eine Sache von einem Monat“, berichtet Dervis Yilmaz, der dritte Geschäftspartner im Bunde. „Wir haben in zwei bis drei Wochen das ganze Konzept konkretisiert und sind dann direkt auf Immobiliensuche gegangen.“ Nach einigen Besichtigungen fiel ihnen das freistehende ehemalige Norma-Gebäude ein – die perfekte Lösung auf 590 Quadratmetern Nutzfläche.
Hilfe aus der Region
Bei der Umsetzung ihres ambitionierten Projekts erhielten die Gründer wertvolle Unterstützung. „Wir müssen da bescheiden und dankbar an die Sache rangehen, weil wir sehr viel Unterstützung bekommen haben“, betont Dervis Yilmaz. „Eine ansässige Wäscherei vor Ort und aus Reutte haben uns mit vielen Tipps geholfen.“ Was die neue Wäscherei besonders macht, ist die innovative Technologie. Jedes einzelne Wäschestück ist mit einem RFID-Chip ausgestattet.
„Wir können so die komplette Historie der Wäsche nachvollziehen. Wie oft wurde die Wäsche gewaschen, gab es Reklamationen, passt die Qualität noch?“, erklärt Yilmaz, der sich mit der Technologie auseinandergesetzt hat. Das System ermöglicht lückenlose Qualitätskontrolle: Nach maximal 350 Waschgängen wird Wäsche automatisch aussortiert, da sie laut Erfahrungswerten dann spröde wird. Doch was passiert mit der aussortierten Wäsche? „Sie geht wieder an den Hersteller zurück. Dieser trennt die Fasern und stellt daraus wieder neue Produkte her“, erklären die drei. Weil ihnen Nachhaltigkeit sehr wichtig ist, soll demnächst eine Wasser-Rückgewinnungsanlage gebaut werden.
Rundum-Service für die Gastronomie
Ihr Angebot richtet sich nicht nur an Ferienwohnungen,sondern auch an Hotels und Gastronomiebetriebe. Kunden können über die App oder das eigene Online-Portal ihre Wäsche vorher anmelden und das gewünschte Auslieferungsdatum vermerken. Per Barcode-Scan wird verifiziert, dass die richtige Person die Bestellung abholt. Die Unternehmer bieten nicht nur den Waschservice an: „Wir vermieten komplette Ausstattungen – von Bettwäsche über Handtücher und Bademäntel bis zu Schlappen und Schmutzfangmatten“, so Dergah Yilmaz. „Alles aus einer Hand, auch mit individuellen Logos“, fügt er hinzu. Willkommen sind auch Kunden aus dem Gastro- und Übernachtungsbereich, die ihre eigene Wäsche zum Waschen bringen wollen. Berechnet wird auf Kilogrammbasis.
Den Slogan „Von hier für hier“ haben die drei Füssener, die auch miteinander befreundet sind, bewusst gewählt. „Wir sind hier aufgewachsen und groß geworden“, sagt Le. „Wir haben gesehen, dass die Unternehmer hier bestrebt sind, alles regional zu halten. Das wollen wir auch und möchten deshalb mit unserer Arbeit der Region etwas zurückgeben.“ Diese Philosophie zeigt sich auch in der Kundenorientierung: Trotz Jahresverträgen können Kunden im ersten Jahr monatlich kündigen. „Wir sind uns unserer Qualität bewusst und müssen uns nicht verstecken“, erklärt Yilmaz selbstbewusst.
Arbeitsplätze für die Region
Ab September starten fünf Mitarbeiter, bei Vollauslastung sollen es rund 15 werden. Alle drei Gründer – Anh-Duc Le (33), Dervis Yilmaz (35) und Dergah Yilmaz (33) – arbeiten derzeit selbst mit. „Wir müssen das Feingefühl bekommen, wie die Maschinen arbeiten, worauf man achten muss“, erklärt Yilmaz. „Erst dann können wir unsere Mitarbeiter richtig für diese besondere Arbeit sensibilisieren.“
Text · Foto: Sabina Riegger



