
JUFO: Eine lange Tradition der Jugendarbeit
Die Geschichte der offenen Jugendarbeit in Füssen reicht weit zurück. Nach Recherchen im Stadtarchiv lassen sich die Anfänge bis ans Ende des Zweiten Weltkrieges zurückverfolgen. Was mit einem einfachen Treff im heutigen Kinderhort in der Augustenstraße begann, entwickelte sich über eine Baracke am Dreitannenbichl weiter. Bereits 1948 diente der Stadel im Freyberggarten als Treffpunkt für Jugendliche. Später unterstützte der Lions-Club die Einrichtung durch die Übernahme der Personalkosten.
Ein Ort der Begegnung für alle
Heute richtet sich die offene Kinder- und Jugendarbeit im Jufo an alle jungen Menschen bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres. Mit durchschnittlich 22 Besuchern pro Tag und rund 4.000 Besuchern jährlich ist das Jugendzentrum eine wichtige Anlaufstelle. Bemerkenswert: 60 Prozent der Besucher haben einen Migrationshintergrund – das Jufo ist somit ein echter Ort der Integration und Begegnung. Neben den festen Mitarbeitern engagieren sich zwischen vier und acht ehrenamtliche Jugendliche im Thekendienst. Sie betreuen gegen eine geringe Aufwandsentschädigung einmal pro Woche die Theke und bereiten Essen und Getränke zu – ein praktisches Beispiel gelebter Partizipation.
Vielfältige Angebote mit klaren Ziele
Das Angebot orientiert sich an den Bedürfnissen der Jugendlichen: vom offenen Café-Bereich über sportliche Aktivitäten wie Canyoning bis zu Medienprojekten. Bildungsangebote reichen von der BienenAG über Kochkurse bis zur Bewerbungshilfe. Besonders wichtig ist die Prävention – jährlich erreicht das Jufo etwa 500 Schüler aller umliegenden Schulen mit Sucht- und Gewaltpräventionsangeboten in Kooperation mit Polizei und AOK. Das Jugendparlament wird ebenfalls vom Jufo unterstützt, bei U18-Wahlen erleben junge Menschen politische Bildung hautnah. Der internationale Austausch mit anderen Jugendzentren und sozialpädagogische Beratung bei persönlichen oder schulischen Problemen runden das Angebot ab.
Blick in die Zukunft: Neubau am SkateBikePark
Die Zukunft der Jugendarbeit in Füssen nimmt bereits Gestalt an: Geplant ist ein Neubau des Jugendzentrums in Kombination mit einem Inklusionscafé direkt am SkateBikePark. Diese Begegnungsstätte soll ein Ort für alle Menschen in Füssen werden – jung und junggeblieben, mit oder ohne Einschränkungen, einheimisch oder fremd. Mit einem Inklusionscafé, Kreativ-Räumen und einem Raum für Veranstaltungen entsteht hier eine echte Netzwerkmöglichkeit für alle.
Der Internationale Jugendtag erinnert daran, wie wichtig es ist, in junge Menschen zu investieren. Das Füssener Jufo zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreiche Jugendarbeit aussehen kann: niedrigschwellig, partizipativ und mit Blick auf die Zukunft.
Text: pm / FA · Foto: Jufo Füssen



