Essen & Trinken

Das „Laxmi“ in der Luitpoldpassage

Indische Küche trifft Allgäuer Regionalität

Nach zehn erfolgreichen Jahren mit ihrem Restaurant „Annapurna“ in der Kemptener Straße wagen Devendra Bisht und seine Frau Laxmi Failbus einen neuen Schritt: Ende September schließt das „Annapurna“ seine Türen. Dafür eröffneten sie vor vier Wochen in der Luitpoldpassage in Füssens Altstadt ihr neues Restaurant „Laxmi“. Der Name trägt eine doppelte Bedeutung: Er ist nicht nur der Vorname von Devendra Bishts Ehefrau, sondern auch der einer bedeutenden hinduistischen Göttin. Laxmi (auch Lakshmi) gilt im Hinduismus als Göttin des Glücks, des Wohlstands und der Schönheit. Sie schenkt nicht nur materiellen Reichtum, sondern auch inneren Frieden, Gesundheit und Harmonie. Als Gemahlin des Erhaltergottes Vishnu wird sie als Spenderin materieller und geistiger Fülle verehrt – ein passender Name für ein Restaurant, das Wohlbefinden und Genuss vereinen möchte.

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Devendra Bisht ist seit 20 Jahren in Deutschland. 2013 traf er eine wichtige Entscheidung: den Umzug von München nach Füssen. „Ich mag persönlich keine Großstädte“, erklärt Devendra Bisht, der bereits als Spitzenkoch nach Deutschland kam und direkt in München landete. „München war anfangs schön, aber langsam sieht man, wie die alten, schönen Gebäude abgerissen werden und Stahl-Glas-Bauten an ihre Stelle treten.“

Hinzu kam die finanzielle Belastung: „Die Lebensqualität in München zu halten ist sehr schwierig. Man arbeitet den ganzen Monat nur, um die Miete zu bezahlen.“ Als seine Frau Laxmi 2013 nach Deutschland kam, wurde die Situation für beide nicht einfacher. Während er ständig arbeitete, wurde ihr das Leben in der Großstadt zu eintönig. Die Entscheidung fiel: Ein kleinerer Ort sollte es sein, wo sie gemeinsam ein neues Leben aufbauen könnten und mehr Zeit füreinander hätten.

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Ein Besuch bei einem Bekannten in Marktoberdorf öffnete ihnen die Augen für das Allgäu. Besonders Füssen hatte es dem überzeugten Nicht-Autofahrer angetan: „Ich bin kein Auto-Mensch und versuche immer, auf Autos zu verzichten. In Füssen braucht man im Alltag keines – Kindergarten, Schule, Ärzte, Banken, Einkaufsmöglichkeiten, alles ist im kleinen Kreis erreichbar. Ansonsten nutze ich gerne die öffentlichen Verkehrsmittel.“

Die Nachhaltigkeit spielt für ihn eine wichtige Rolle: „Man sollte ein bisschen an die Umwelt denken. Wenn man kurze Strecken hat, sollte man auf Autos verzichten.“ Auch Recycling ist für ihn ein wichtiges Thema. „Meiner Tochter erkläre ich oft, wie notwendig Mülltrennung ist. So können wir Müll wie Papier, Glas, Metall oder Plastik wiederverwerten und somit bewirken, dass weniger Abfälle auf Deponien oder in der Natur landen“, so Bisht.

Ein neues Kapitel in der Altstadt

In München führte Devendra Bisht bereits ein Restaurant, welches er nach einem Eigentümerwechsel aufgab. Die Entscheidung für einen Neuanfang in Füssen war auch ein Schritt zu mehr Lebensqualität. In Füssen eröffnete er gemeinsam mit seiner Frau das Restaurant „Annapurna“ in der Kemptener Straße. Zehn Jahre lang führten sie das Restaurant erfolgreich. Seit vier Wochen betreiben sie ihr neues Restaurant „Laxmi“ in der Luitpoldpassage in der Altstadt, wo sie sich sehr wohl fühlen. „In der Innenstadt ist immer etwas los. Das ist gut für uns alle“, freut sich Laxmi Failbus.

Gewürze für Sommer und Winterspeisen

Was macht das Restaurant „Laxmi“ besonders? „Wir bieten eine riesige vegetarische und vegane Auswahl an“, erklärt Devendra Bisht. „Ich bin überzeugt davon, dass Tiere eine Überlebenschance haben sollten.“ Er selbst isst zwar Fleisch, aber sehr selten. Schweinefleisch und Rindfleisch kommen aus kulturellen und persönlichen Gründen nicht auf den Tisch der Familie. Die Speisekarte wechselt saisonal, auch bei den Gewürzen. „In der indischen Küche und der ayurvedischen Lehre richten sich Gewürze stark nach den Jahreszeiten. Sommergewürze wirken kühlend, erfrischend und ausgleichend, während Wintergewürze den Körper wärmen“, erklärt der Koch. Bishts Lieblingsgewürz ist Kardamom. „Wir machen eine eigene Gewürzmischung mit Kardamom, Zimt und Fenchel“, verrät er.

Diese Mischung verwenden sie für Gerichte, die im Geschmack nicht kräftig sein sollen – ideal für Kinder oder Menschen, die indische Küche erst kennen lernen möchten. „Diese Gewürzkombination ist nicht scharf. Sie gibt den Speisen eine feine aromatische Note“, weiß der Gastronom, der einige Gewürze selbst mischt. Kardamom findet sich auch im Cha (indischen Tee) und in den hausgemachten Nachspeisen. Laxmi Failbus bevorzugt dagegen eine andere Schärfe: Chili, allerdings eine besondere Sorte – grünen Chili. „Die Kerne sind sehr scharf, aber das Fruchtfleisch hat ein ganz frisches Aroma ohne große Schärfe“, erklärt ihr Mann.

Devendra Bisht und Laxmi Failbus legen großen Wert auf Regionalität. „Wir sind als Ausländer in Füssen und im Allgäu sehr gut angenommen worden. Deshalb versuchen wir auch, die regionalen Händler zu unterstützen“, betont Devendra Bisht. Das Gemüse beziehen sie vom Biomarkt, der sie donnerstags beliefert. Kartoffeln und weitere Produkte kommen von einem Lieferanten aus Marktoberdorf. Der Familienvater steht selbst in der Küche: „Ich koche sehr gerne“, sagt er lachend, „doch zu Hause muss ich den Kochlöffel an meine Frau abgeben. Sie kocht für mich und unser Personal.“ An ihrem einzigen freien Tag, dem Montag, unternimmt die Familie gerne kleine Ausflüge, geht wandern oder gemeinsam essen. Deutsche Küche gibt es allerdings selten. Der Grund ist ganz einfach: „Die vegetarische Auswahl ist oft begrenzt“, bedauert er.

Laxmi Failbus, die Modedesign studiert hat, ist ebenfalls aktiv im Service tätig, oft in wunderschönen traditionellen Gewändern, die sie selbst genäht hat. Manchmal vermisst sie die Großstadt und den Austausch mit den Boutiquen, die sie mit ihren Entwürfen beliefert hat. Frauen aus verschiedenen Kulturkreisen lassen sich von ihr noch immer Kleider und Blusen maßanfertigen. „Die Stoffe kaufe ich in Indien. Sie sind lebendig und so farbenfroh. Ich liebe Farbe und Mode. Das ist ein Teil von mir“, schwärmt sie und zeigt Bilder von ihren Strickarbeiten – ihrer zweiten Leidenschaft. Info: Das Restaurant „Laxmi“ hat von Dienstag bis Sonntag durchgehend von 12 bis 21 Uhr geöffnet. Montag ist Ruhetag.

Text · Foto: Sabina Riegger

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