Fit & WellLeben

Himbeeren

Schmecken nicht nur fein, sondern sind auch noch gesund

Nachdem mir das Buch „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ mal wieder in die Hände gefallen ist (schon seit geraumer Zeit im Buchhandel erhältlich – aber nichtsdestotrotz immer noch hochaktuell), – passt dieses Thema doch prima zum Sommer! Haben Sie vielleicht Himbeeren im eigenen Garten oder kaufen Sie sie gerne ein? Sie liegen auf jeden Fall goldrichtig! Die Himbeere ist eine richtig schöne pinke Powerfrucht, die viel mehr kann, als nur gut schmecken, wer hätte das gedacht?

In diesem Buch, das laut meinen Recherchen 2005 das erste Mal wohl in Kanada erschienen ist und bereits 2008 eine erstaunliche 11. Auflage hatte, werden sehr interessante Nahrungsmittel beschrieben, die Ihr Immunsystem stärken können. Hier alles aufzulisten, würde jeglichen Rahmen sprengen, deshalb bleiben wir einfach mal bei der Himbeere, die viel mehr in sich hat, als Sie vermuten.

Na, wo fangen wir wohl wieder an, Sie kennen mich inzwischen schon ganz gut: bei der Heiligen Hildegard von Bingen! Hier gibt es das sehr schöne Galgant-Himbeer-Wasser gegen Grippe, sowohl unterstützend als auch vorbeugend. Es wird wie folgt zubereitet: 1-2 Galgant-Tabletten oder 1-3 Msp. Pulver werden aufgelöst in einem Glas Himbeerwasser (Himbeersaft evtl. mit etwas Zitrone), natürlich bitte nicht der künstlich hergestellte, da müssen Sie dann schon selbst dran… also, Gott sei Dank gibt es den „echten“ Himbeersirup auch heute noch in Apotheken unter dem klangvollen Namen „Sirupus rubi idaei“ zu kaufen.

Meine Mama kennt diesen noch gut, war früher ein echter Renner! Davon sollten Sie im Akutfall , speziell bei höherem Fieber, täglich mindestens ein Glas trinken. Es ist aber auch zur Unterstützung des Immunsystems hervorragend geeignet, also als Prophylaxe in kritischen Zeiten, z.B. Herbst-Winter, so 1 x täglich ein Gläschen wäre prima.

Aber es gibt noch eine weitere, durchaus interessante Anwendung , die nicht nur ältere Menschen betreffen kann: ebenfalls eine Viruserkrankung, und zwar die Gürtelrose, die u.a. immer dann entstehen kann, wenn man schon einmal Windpocken hatte. Gott sei Dank gibt es nun eine Impfung dagegen, aber zu meiner Zeit damals noch nicht, ich hatte sie tatsächlich mehrere Male und ich kann Ihnen sagen: es war kein Spaß!

Auch hier hat mir Hildegard geholfen: täglich 1 Glas des besagten Wassers und damit gleichzeitig Umschläge gemacht. Ich muss gestehen, ganz auf die Chemie konnte ich nicht verzichten, wenn es ganz schlimm war, aber beides zusammen hat dann wirklich schnell Linderung gebracht, vor allem gegen die Nervenschmerzen. Jetzt bin ich tatsächlich vor lauter Begeisterung mal wieder etwas abgeschweift, aber ich möchte Ihnen natürlich schon auch noch etwas zur Geschichte der Himbeere (Rubus ideus) erzählen.

Sie zählt wie wie zahlreiche andere Obstsorten (Kirsche, Erdbeere, Apfel, Birne) zur Familie der Rosengewächse. Die eurasische wilde Wildhimbeere ist auch heute noch in gebirgigen Lagen zu finden, schmeckt angeblich besonders aromatisch und wurde archäologischen Funden zufolge bereits in der Steinzeit sowohl als Obst- als auch als Heilpflanze sehr geschätzt. Die Himbeere, deren Name angeblich vom althochdeutschen „Hintperi“ (zu hinta, Hirschkuh, also Beere der Hirschkuh), abgeleitet sein soll, ist offenbar seit sehr langer Zeit eine begehrte Frucht! Selbst die Götter des Olymp schätzt ihren außergewöhnlichen Geschmack – wie wir auch heute noch…

In der griechischen Mythologie hieß es damals, die Nymphe Ida, die Amme des Zeus, habe an den Hängen auf Kreta, dort, wo man ihn vor den Mordgelüsten seines Vaters Kronos verborgen hatte, zwischen den Dornbüschen eine Himbeere gepflückt, um den Kleinen mit seinen schrecklichen Wutausbrüchen zu beruhigen. Unglücklicherweise, oder vielleicht auch gut so, zerkratzte sie sich dabei die Brust, und ihr Blut floss über die Himbeeren, die wohl damals noch weiß waren, und färbte sie für immer rot. Diese Sage überdauerte viele Zeiten und dessen eingedenk ist dann auch der Name entstanden: Rubus ideus – Dornstrauch der Ida. Ach, ich liebe diese alten Sagen!

Abgesehen von ihrem unbestreitbar wunderbaren Geschmack spielt die Himbeere erstaunlicherweise eine bedeutende Rolle in der traditionellen Medizin sehr vieler Kulturen. Bei den Russen gilt sie als Gegengift, gegen was auch immer (?), die Chinesen schätzen sie als Anti-Aging-Mittel, usw.. Was aber definitiv unbestreitbar ist, enthält sie, wie auch die Erdbeere, große Mengen eines hochwirksamen, wohl krebshemmenden Inhaltsstoffes, der sog. Ellagsäure, wie in dem oben genannten Buch beschrieben wird, und ist daher ein interessantes Nahrungs- und Genussmittel mit ungeahnten therapeutischen Eigenschaften.

Ellagsäure gehört zu den Polyphenolen, die man auch in der Guave und in Granatäpfeln, sogar in der Eiche findet. In manchen Tiermodellen sowie menschlichen Zellkulturen konnte eine krebsvorbeugende Wirkung nachgewiesen werden. Hier kommen wir noch zu einem interessanten Part: es gibt sogar freie Ellagsäure im Rotwein, und zwar stammt sie zum großen Teil aus den Holzphenolen des Eichenholzes. Hier dient diese spezielle Konzentration der ungebundenen Säure als Indikator für den Ausbau eines Weines im Barrique-Fass, sie findet sich auch in erhöhter Konzentration im Whiskey. Also, auf nach Frankreich, Schottland oder Irland… Santé oder Sláinte, je nachdem!

So, um jetzt wieder ernst zu werden, Himbeeren sind ein wirklich tolles Obst. Sie sind ja in Wirklichkeit gar keine „Beeren“! Im botanischen Sinn werden sie als Sammelsteinfrüchte bezeichnet, d.h. die Frucht besteht aus vielen kleinen, einsamigen Steinfrüchten, die sich an einem Fruchtzapfen ansammeln. Kennzeichnend ist bekanntlicherweise die rote flaumige Außenhaut.

Gut ist auch, dass man sie ohne schlechtes Gewissen verzehren kann, denn sie sind sehr kalorienarm. Zu ca. 85% bestehen sie aus Wasser und trotz ihrer intensiven Süße haben sie relativ wenig Zucker. Der hohe Gehalt an Ballaststoffen regt die Verdauung an. Außerdem enthalten sie viel an Vitaminen der B-Gruppe sowie Vitamin C. Die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Mangan sind ebenfalls vorhanden.

Ganz wichtig ist aber auf jeden Fall: Himbeeren sind nur wenige Tage haltbar. Schlechte oder schimmlige Früchte sollten sofort aussortiert werden! Reife Beeren erkennt man daran, dass sie sich leicht vom Fruchtzapfen lösen lassen. Zur Reinigung sollten sie lediglich kurz in stehendem Wasser, z.B. in einer Schüssel gereinigt und in dann im Anschluss kurz mit Küchenpapier trocken getupft werden.

Nun, Rezepte gibt es natürlich wie Sand am Meer, da können Sie Ihrer Phantasie freien Lauf lassen, aber so ein paar kleine Anregungen will ich Ihnen gerne geben:

Viele Desserts und Kuchen, wie z.B. Kaltschalen oder Beeren-Schnitten lassen sich besonders gut mit Himbeeren zubereiten (der süß-säuerliche Geschmack bleibt auch beim Backen sehr gut erhalten), aber auch Pikantes harmoniert ganz hervorragend mit diesem Aroma. So werden Salate, wie mit Rucola, Fleisch- oder Wildgerichte direkt „veredelt“. Super fein ist auch der Himbeer-Essig, den stelle ich mir gerne selber her, er hat was ganz Besonderes! Oder wie wäre es mit einer selbst gekochten Marmelade, die Sie den ganzen Winter begleitet?

Also, ran an die Himbeeren!
Ihre Apothekerin Simone Wagner

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