KulturLeben

Das Lesen feiern

Am 23. April 2022 ist es wieder so weit: Weltweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen, Blogger und Lesebegeisterte am UNESCO-Welttag des Buches ein großes Lesefest. 1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum „Welttag des Buches“, dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. Die UN-Organisation für Kultur und Bildung hat sich dabei von dem katalanischen Brauch inspirieren lassen, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Über diesen Brauch hinaus hat der 23. April auch aus einem weiteren Grund besondere Bedeutung: Es ist der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes, dem Autor von „Don Quijote“. Ein Buch gilt übrigens laut UNESCO erst dann als ein Buch, wenn es mindestens 49 Seiten umfasst.

Seit 1996 wird der Welttag des Buches auch in Deutschland gefeiert. Rund um diesen Tag verschenken etwa 4.000 Buchhandlungen das Welttagsbuch „Ich schenk dir eine Geschichte“ an ungefähr 1 Million Schülerinnen und Schüler.

Bücher begegnen uns täglich, für viele Menschen sind sie aus ihrem Leben nicht wegzudenken. Ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der Menschheit sind enorm, mit der Erfindung des Buchdrucks konnte die Aufklärung überhaupt erst ihren Gang nehmen. Es gibt aber auch zahlreiche Fakten rund ums Buch, die nicht jeder kennt. Zum Beispiel war Gutenberg nicht der Erste, der ein Druckverfahren aus beweglichen Lettern erfunden hat. Rund 200 Jahre zuvor bedienten sich bereits die Koreaner dieses Verfahrens, die sich wiederum das Grundprinzip bei den Chinesen abgeschaut hatten.

Das kleinste Buch der Welt ist 2,4 mm x 2,9 mm groß und damit noch nicht einmal so groß wie ein Streichholzkopf. Das größte Buch der Welt ist 107 cm breit, 156 cm hoch und hat 730 Seiten. Bestaunen kann man dieses Buch, das aus gemeißelten Marmorseiten besteht, im südostasiatischen Staat Myanmar. Das schwerste Buch der Welt wiegt sagenhafte 210 Kilogramm und erschien 1961. Das Werk mit dem Titel „Das Buch der Apokalypse“ entstand unter Beteiligung Salvador Dalís und besteht komplett aus Pergamentseiten. Das teuerste Buch der Welt ist Leonardo da Vincis „Codex Leicester“, auch als „Codex Hammer“ bekannt. Die 72 Seiten umfassende Sammlung zählt zu den bekanntesten seiner wissenschaftlichen Werke. Bill Gates bezahlte 1994 bei einer Auktion 30,8 Millionen US-Dollar für das gebundene Manuskript. Das erste auf Schreibmaschine geschriebene und veröffentlichte Buch war „Life on the Mississippi“ von Mark Twain. Gekauft hatte sich der Autor seine Remington-Arms-Schreibmaschine 1874. Aufgrund einer autobiografischen Notiz wird diese Tatsache oft fälschlicherweise seinem Werk „Tom Sawyers Abenteuer“ zugeschrieben. Die älteste bekannte Autorin ist Encheduanna. Sie wurde ca. 2300 v.Chr. im damaligen Mesopotamien geboren. Bei der ältesten noch existierenden Bibliothek handelt es sich um die Vatikanische Bibliothek in Rom. Ihre Anfänge lassen sich bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen. In der heutigen Form wurde sie 1451 von Papst Nikolaus V. gegründet.

Die erste Bahnhofsbuchhandlung wurde 1848 durch W. H. Smith an der Londoner Euston Station eröffnet. Smith bot gegen Gebühr ein Verleihsystem an, bei dem die Reisenden das ausgeliehene Buch am Zielbahnhof zurückgeben konnten. Das am längsten ausgeliehene Buch lag übrigens 82 Jahre auf einem Dachboden. „Sunshine Sketches of a Little Town“ von Stephen Leacock wurde 1998 in Kanada beim Aufräumen gefunden, nachdem es ein Vormieter 1916 ausgeliehen hatte. Die Mahngebühren in Höhe von 7.200 Kanadischen Dollar wurden aus Kulanz erlassen.

Und bevor Sie jetzt anfangen zu lesen, indem Sie sich in einem neuen Buch verlieren oder gar ein altes geliebtes Werk aufschlagen, noch ein abschließender Fakt. Die Redewendung „Ein Buch aufschlagen“ kommt daher, dass Bücher früher Holzeinschläge hatten, die mit Riemenschließern aus Messing zusammengehalten wurden. Um diesen zu öffnen und das Buch lesen zu können, musste auf den Deckel geschlagen werden.

Text: Sven Ademi

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