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Geringere Strahlenbelastung im neuen Computertomographen

Modernisierung der Diagnosetechnik

Das Klinikum Kaufbeuren modernisiert seine Diagnosetechnik durch einen neuen Computertomographen. Mit ihm können in kürzester Zeit und mit geringerer Strahlenbelastung detaillierte Informationen über Veränderungen oder Verletzungen im Körper erfasst und bildlich dargestellt werden.

Nicht nur Schwerverletzte werden in den meisten Fällen zunächst in einem Computertomographen (CT) untersucht um beispielsweise Knochenbrüche, Blutungen, Bänderrisse oder Schwellungen genau zu orten. Auch bei Verdacht auf eine Krebserkrankung greifen Mediziner auf einen CT-Scan zu, um präzise Lage und Größe von Tumoren exakt festzustellen. „Für sämtliche Untersuchungen von Kopf bis Fuß: alle Körperbereiche lassen sich so bestens untersuchen“, erklärt der Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie am Klinikum Kaufbeuren Dr. Wolfang Beinborn, „Selbst die Blutgefäße, das Herz oder größere nervale Strukturen können hierbei recht genau betrachtet werden.“
Das CT ist als eine der wichtigsten bildgebenden Untersuchungsverfahren aus der modernen Diagnosestellung nicht mehr wegzudenken. Dabei lässt sich die Entwicklung der Geräte mit der Computertechnik vergleichen. „Allein in den vergangenen Jahren hat sich bei der Rechner- und Softwaretechnik viel getan, weshalb die Geräte in der Regel nach 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden“, erklärt Beinborn. Im August wurde ein neuer Computertomograph im Klinikum Kaufbeuren aufgestellt, welcher dank modernster Rechnertechnik nicht nur schnelle und detailgenaue sondern vor allem auch strahlungsärmere Untersuchungen durchführt.

Neben der reduzierten Strahlenbelastung bringt das neue Gerät sowohl für die Mediziner als auch für die Patienten noch weitere Vorzüge mit sich, beschreibt der Chefarzt den Neuzugang im Gerätefuhrpark. Wie bisher lassen sich durch ein spezielles Programm Frühinfarkte darstellen. „Bereits nach wenigen Minuten sehen wir mit einem Kontrastmittel, wo gerade ein Schlaganfall entsteht und können somit Areale, die erst seit kurzer Zeit minderdurchblutet sind, erkennen und so möglichst noch retten“, erklärt der Chefarzt, „das neue CT hat aber nun bei diesem Verfahren jetzt einen doppelt so großen Untersuchungsbereich, bei dem das dynamische Durchblutungsverhalten im Gewebe auch unter- und oberhalb des vermutlich erkrankten Hirnabschnittes gleichzeitig mit visualisiert wird. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit größer einen Infarkt rechtzeitig zu erkennen und dem Schlaganfallpatienten umgehend die richtige Therapie zuzuführen.“

Daneben minimiert das neue Gerät störende, sogenannte Metallartefakte bei Gelenkprothesen. Durch Metall im Körper entstehen bei einem CT-Scan teilweise Störsignale und Radiologen erhalten folglich eine stark eingeschränkte Bildqualität. „Für Patienten mit künstlichen Hüft- oder Kniegelenken ist dies von großer Bedeutung, da künftig die Körperregionen in der direkten Umgebung der Metallimplantate besser mitbeurteilt werden können“, so Beinborn. Mit der Investition in das Großgerät trägt das Klinikum Kaufbeuren dem steigenden Bedarf Rechnung: „Die Anforderungen und Fragestellungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen“, so der Chefradiologe, „Unsere CTs laufen 24 Stunden rund um die Uhr.“

Text · Foto: Kreiskliniken OAL / Gabriele Apfelbacher

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