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Übers Joch – eine Sonderausstellung

Das Hahntennjoch: Kulturweg – Naturweg – Rennstrecke

Die Sonderausstellung in der Wunderkammer Elbigenalp und im Museum im Ballhaus Imst stellt den Raum zwischen den beiden Orten, die Verbindung über das Hahntennjoch, in den Mittelpunkt der Schau. Eine Verbindung über „das Joch“ bestand schon seit Jahrhunderten, wovon nicht nur einige wenige kulturhistorische Funde zeugen (z.B. das „Parzinnmännchen“, ein Adorant aus dem 5. Jh v. Chr.), auch der Bergbau hat durch die Jahrhunderte seine Spuren hinterlassen.

Das Hahntennjoch war für die BewohnerInnen des Lechtals, von Gramais und Pfafflar die kürzeste Verbindung in die Landeshauptstadt und nach Imst, ein gefährlicher Weg, der damals auch im Winter genutzt wurde und so manches Opfer forderte. Kein Wunder, dass dieser mystische Ort verwunschen zu sein schien und so manche Sage ihren Ursprung in dieser Gegend hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde unter schwierigsten Bedingungen mit dem Bau einer Straße begonnen, erste Arbeiten erfolgten ausschließlich händisch. Erst 1969 wurde die Schotterstraße von Landeshauptmann Eduard Wallnöfer feierlich eröffnet, letzte Sicherungs- und Belagsarbeiten 1977 abgeschlossen.

Heute nutzen nicht nur Bewohnerinnen und Bewohner der Orte „am Joch“ und im Lechtal die schnellste Verbindung ins Inntal, sondern zum Leidwesen der Anrainer auch zahlreiche Ausflügler und Motorradfahrer. Sportlich ambitionierte Radfahrerinnen und Radfahrer bewältigen 34 kurvige Kilometer von Imst nach Elmen auf einer teils schmalen Straße mit gut 1000 Höhenmetern allein durch ihre Muskelkraft, während in PS-starken Autos Sitzende gerne die Leistungsgrenze ihrer Boliden austesten. Direkt neben der Straße weiden Kühe, deren Milch vor Ort, auf der Imster Sennalpe Maldon, zu Butter und Käse verarbeitet wird. Im Wandergebiet befinden sich mit der Hanauer Hütte und der Anhalter Hütte zwei Alpenvereinsstützpunkte, die auch die Besteigung anspruchsvoller Berggipfel ermöglichen. Und nicht zuletzt beherbergt der Naturraum Hahntennjoch seltene Pflanzen und Tiere.

Die Wunderkammer in Elbigenalp stellt den Naturweg, unter anderem den “Weg der Sinne” und auch den Getreideanbau in Bschlabs vor. Das Thema Kulturweg zeigt die Übersicht von Künstlern und Werken, die aus dem Raum Imst stammen und im Lechtal gewirkt haben bzw. Zu sehen ist auch die Chronologie des Staßenbaus mit Fotodokumentation. Wann und wie oft welche Radrennen am Hanhntennjoch statgefunden haben, zeigt die Dokumentation “Radrennen”.

Laufzeit der Sonderausstellung:

10./11.6. – 30.10.2021
Eröffnung Museum im Ballhaus Imst: 10.6.2021
Eröffnung in der Wunderkammer Elbigenalp mit Tag der offenen Tür:
Freitag, 11.6.2021 von 14:00 -19:00 Uhr
Öffnungszeiten der Wunderkammer im Sommer 2021:
ab 09.Juni bis Mitte Oktober,
Mittwoch bis Samstag von 14-18 Uhr

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Tel.: +43 (0)5634 200 24
www.wunderkammer.tirol

Text: rie/ pm · Fotos: Tourismus Lechtal

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