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Neue Bergstation auf dem Tegelberg

Eine fantastische Aussicht, viel mehr Platz, interessante Informationsmöglichkeiten und ein wesentlich angenehmeres Raumgefühl. Nach rund einem Jahr Planungsphase und nur sechs Wochen Umbauzeit präsentiert sich die Bergstation der Schwangauer Tegelbergbahn nun in einem neuen und modernen Gewand. Durch die Neukonzeption der gesamten Innenarchitektur, verbunden mit neuen Perspektiven und Blickwinkeln, die bisher verborgen blieben, beginnt das „Erlebnis Berg“ für den Gast nun bereits bei seiner Ankunft.

„Bisher haben die abfahrenden Fahrgäste die ankommenden Fahrgäste blockiert, während sie auf die Ankunft der Bahn warten mussten“, erklärt Frank Seyfried, Geschäftsführer der Tegelbergbahn. „Ziel war es also, die Besucherströme für Tal- und Bergfahrt zu trennen.“ Allerdings mussten die Wege für ankommende und abfahrende Gäste dafür auch insgesamt neu strukturiert werden.

Dem neuen Konzept nach werden die ankommenden Gäste die Bergstation nun weiterhin wie gewohnt betreten und entweder auf direktem Weg durch den bisherigen Ausgang auf der Bergseite verlassen oder in Richtung Panorama- Restaurant durchqueren.

Für die abfahrenden Gäste wurde dagegen ein neuer Eingang auf der linken Vorderseite des Gebäudes geschaffen. Besucher, die die Bergstation nun zur Talfahrt betreten, werden so in einen extra Bereich geführt. Dafür wurde der ehemalige Kiosk, der bis vor einigen Jahren noch dort untergebracht war, komplett abgebaut.

Anstatt dessen bietet sich dem Gast ein freier Blick nach draußen, der durch den Einbau von drei übergroßen Fenstern nun möglich geworden ist. Bequeme moderne Sitzmöbel sowie Schaukästen mit interessanten Ausstellungsstücken rund um das Erlebnis Berg verkürzen jetzt die Wartezeit. „Ziel war es auch“, so Architekt Alexander Beck, „die Wartehalle offen, hell, freundlich und lichtdurchflutet zu gestalten, ohne Barrieren oder Abschrankungen.“ Bei wenig Betrieb kann sich der Gast jetzt in der Halle frei bewegen. Sollte viel Betrieb sein, lassen sich die beiden Bereiche aber jederzeit durch Bänder, die zwischen den Sitzmöbeln ausgezogen werden können, voneinander abtrennen, um eine definierte Laufrichtung vorzugeben.

Meilensteine der Drachenflug-Geschichte

Ganz im Fokus der ausgestellten Gegenstände steht der Drachenflugsport, der besonders am Tegelberg auf einige Meilensteine seiner erfolgreichen Geschichte zurückblicken kann. So ist neben einigen Tafeln, auf denen der Drachenflug näher erklärt wird, auch ein original Pokal von Lokalmatador Bob Baier aus Pfronten zu sehen. Eine Rarität ist sicher auch der erste Flughelm von Drachenflugpionier Jos Guggenmos aus Kaufbeuren, den er sich damals aus einem alten Skihelm selber zusammengebastelt hatte. Ergänzt wird die permanente Ausstellung durch die Schautafeln, auf denen unter anderem die Entwicklung der Streckenflüge am Tegelberg aufgezeigt wird, oder auch die Geschichte über den weitesten Flug von Tim Grabowski, der einen Flug bis ins schweizerische St. Moritz und wieder zurück absolvieren konnte. Eine weitere Tafel zeigt die Entstehung des Drachenflugs, die mit einer Idee von Francis Melvin Rogallo, der als Ingenieur für die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA arbeitete, bereits in den fünfziger Jahren begann. Ebenso findet aber auch Seine königliche Majestät Ludwig II. seine Erwähnung in der Ausstellung. Immerhin hatte auch er damals schon den großen Traum vom Fliegen, den er sich mit seinem sogenannten Pfauenwagen, der an Stahlseilen über den Alpsee hinauf zum Schloss Hohenschwangau gezogen werden sollte, verwirklichen wollte.

Für aktuelle Informationen zu Abfahrtszeiten sowie Befüllungsmengen der Gondeln oder auch zusätzliche Freizeitmöglichkeiten in der Region sorgen in der neuen Bergstation jetzt außerdem drei große Flachbildschirme, die an zwei der Seitenwände über Augenhöhe angebracht sind. Insgesamt fügt sich die neu gestaltete Bergstation perfekt in das Konzept und den Weg ein, den das Unternehmen bereits vor einigen Jahren eingeschlagen hat. So soll der Berg mehr und mehr seine ursprüngliche Bedeutung als reines Naturerlebnis wieder zurück erlangen.

Mit der Erneuerung der Bergstation ist für die Tegelbergbahn nun der Startschuss für weitere Maßnahmen und Investitionen gefallen. „Das war der erste Schritt“, so Seyfried. „Der nächste Schritt werden die Toiletten oben und auch unten in der Talstation sein, die ebenso dringend saniert werden müssen. Auch haben wir im Tal den gleichen Charme, den wir bisher oben gehabt haben, das soll nun insgesamt alles angepasst werden. Das Konzept hierfür haben wir schon.“ So sollen auch die Besucherströme in der Talstation künftig besser gelenkt werden. Die Arbeiten dafür sollen ebenfalls noch in diesem Jahr beginnen. Ebenso beschlossen wurde bereits die Erneuerung der beiden Fahrgastkabinen. „Die Liste der Wünsche ist lang“, sagt Seyfried. „Einige Bereiche sind nicht wirklich ansprechend, das wollen wir ändern. Dazu gehören bessere Parkmöglichkeiten oder vor allem ein ganzjährig geöffnetes Sportgeschäft. Auch das gastronomische Angebot im Tal wollen wir möglichst bald wieder attraktivieren.“

Text · Foto: Lars Peter Schwarz / Fotos: Michael Helmer

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