GesundheitKolumne

Biologisches Dekodieren

Gesundwerden mit der Intelligenz des Körpers

Der Körper kann nicht lügen. Er drückt aus, was das aktuelle Problem darstellt. Oft stellt er sogar die biologische Lösung für eine Situation, die wir anders nicht bewältigen. Indem er zum Beispiel die Handgelenke anschwellen und schmerzen lässt und somit Arbeit im Haushalt oder am Schreibtisch unmöglich wird. Und das in Zeiten, in denen wir innere Ruhe und Erholung am meisten brauchen und uns nicht geben.

Für viele Patienten ist es hilfreich die Zusammenhänge zwischen Geist und Körper zu verstehen. Diese Erkenntnis lässt die eigene Situation erkennen und ermöglicht es auf dieser Ebene die Problematik zu lösen.

So mancher weiß instinktiv, was ihm auf den Magen schlägt oder an die Nieren geht, welchen Brocken er nicht verdauen kann, was ihn lähmt oder von was er die Nase voll hat, und sucht dennoch die Lösung in einer Symptombehebung. Der Ärger mit dem Chef, die Kränkung durch den Partner, zuviel Stress und fehlende Abgrenzung bleiben aber bestehen und der Körper reagiert erneut.

Wenn wir uns dem inneren Problem stellen, eine veränderte Haltung dazu einnehmen und im Außen einen neuen Umgang damit finden, lösen sich die Beschwerden oft auf. Dies entspricht auch dem Denken östlicher Traditionen, die körperliche Zustände mit dem Energiefluss entlang der Meridiane und bestimmten seelischen Problemen in Zusammenhang sehen. So steht beispielsweise eine Blockade auf dem Herzmeridian nicht nur mit Herzbeschwerden in Verbindung, sondern eben auch mit Ängsten jeglicher Art. Die Angst wohnt gleichsam im Herzen, sitzt im Nacken oder geht an die Nieren.

Störungen des Immunsystems, die dazu führen, dass es körpereigenes Gewebe angreift, sogenannte Autoimmunerkrankungen wie die immer häufigere Hashimoto-Schilddrüsenentzündung, zeigen, dass der Mensch seinen Bedürfnissen nicht gerecht wird, nicht gut für sich sorgt und seine Aggressionen gegen sich selbst wendet.

Ähnlich herausfordernd sind Rückenschmerzen oder eine Borreliose nach Zeckenbiss. Sich aufzurichten hat ebenso viel mit Selbstwert, eigener Größe und dem Einstehen für eigene Bedürfnisse wie mit Aufrichtigkeit zu tun, Blutsauger am Körper, die Gift und Krankheit hinterlassen, sind Ausdruck einer mangelnden Abgrenzung mit der Folge, sich ausnutzen zu lassen. Schwieriger wird es, wenn ein gesundheitliches Problem gleichsam über Generationen hinweg innerhalb einer Familie entsteht. In so einem Fall hat beispielsweise die Großmutter auf der Flucht das Ursprungsproblem erlebt, aber erst die Enkelin hat die entsprechenden körperlichen Symptome. Solche Muster, die sich innerhalb von Familien entwickeln oder auch kollektiv beispielsweise bei Kriegserfahrungen entstehen, können durch die Arbeit mit dem Familiensystem oder Genogramm aufgedeckt und gelöst werden. Besonders eindrücklich war der Zusammenhang zwischen sehr traumatischen und schmerzhaften Geburten in den neunziger Jahren bei Frauen, deren Großmütter kurz vor der Bombardierung Lübecks einen Notkaiserschnitt mit mangelhafter Narkose erlitten, um sie und die Kinder noch schnell zu retten. Diese traumatische Erfahrung wurde als sogenanntes „Mem“ quasi im Familiengedächtnis gespeichert, von Mutter an Tochter weiter gegeben und durch den passenden Auslöser, eine Geburt, erneut in Gang gesetzt und von der Enkelin erlebt, ohne, dass ihr dies bewusst war.

Ein solch passender Auslöser kann auch eine Einreise nach Deutschland sein, wie die Sonnenallergie einer ca. siebzigjährigen Dame zeigt. Sie hatte in mehreren Ländern Europas, des nahen und mittleren Ostens gelebt und litt nur in Deutschland unter einer massiven Sonnenallergie. Da drängte sich die Frage auf, was in Deutschland nicht „ans Licht kommen darf“. In diesem Fall war es die Nazi-Vergangenheit des angesehenen Vaters der Patientin, auf den sie insgeheim noch immer sehr stolz war.

Solche Zusammenhänge zu verstehen und die entsprechenden Emotionen mit erfahrenen Therapeuten zu verarbeiten, löst für viele die Symptomatik, auch wenn die ablaufenden Prozesse oft schwierig und schmerzhaft sind. So lassen sich körperliche Reaktionen folgerichtig entschlüsseln und das Verständnis für den eigenen Körper wächst.

Für die meisten Patienten eröffnet das Verstehen der Sprache des Körpers ein ganz neues Selbstverständnis, oft fällt der Groschen sofort. Ein sicherer Hinweis auf der richtigen Spur zu sein, ist ein „inneres Nicken“ ebenso wie eine klare, sofortige Ablehnung. Dann lohnt es sich genauer hinzuschauen. Die Abläufe zu verstehen ermöglicht allmählich Veränderungen, weil man jetzt in der Lage ist, anders mit gewohnten Situationen um – und neue Wege zu gehen.

Dann ist der Körper nicht länger eine Maschine, in der ein Rädchen nicht funktioniert, sondern ein lieber Freund, der Hinweise gibt und gepflegt werden will.

Text: Judith Anne März (Ärztin für Gynäkologie, klassischer Homöopathie und Informationsmedizin), praxis@wisse-die-wege.de

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