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Osteoporose lindern mit der Kraft der Natur

Unser Skelett ist kein starres Gerüst, im Gegenteil ist es ein festes und vitales Gewebe, das unablässig umgebaut wird. Die Knochen verdanken ihre Festigkeit vor allem dem Mineral Calcium, das lebenslang immer wieder neu in das Knochengewebe eingefügt wird. Etwa bis zum 35. Lebensjahr überwiegen noch die Aufbauarbeiten, dann aber beginnt ein allmählicher Knochenschwund. Risikofaktoren, die diesen Vorgang beschleunigen, sind u. a. ein Mangel an Calcium und von Vitamin D (dieses braucht der Körper, um das Calcium verwerten zu können), zu wenig Bewegung, Rauchen, bestimmte Medikamente wie z. B. Kortison, eine Überfunktion der Schilddrüse, Magen-, Darm- oder Nierenerkrankungen, beginnende Wechseljahre (hier sind wir Frauen natürlich im Nachteil!), und, wie so oft auch eine familiäre Belastung, also unsere Gene, um nur einiges zu nennen. Ausnahmsweise haben hier sehr schlanke Personen eher einen Nachteil, da sie weniger Knochenmasse haben, daher auch weniger „Abbaureserven“.

Neben einer evtl. nötigen medikamentösen Therapie kann man selbst mit moderater Bewegung, gesunder Ernährung und verschiedenen naturheilkundlichen Mitteln den Prozess verlangsamen.

Ackerschachtelhalm/Zinnkraut (Eqiusetum arvense)

Schachtelhalme sind im wahrsten Sinne des Wortes „uralt“: schon vor knapp 400 Millionen Jahren entwickelten sich diese Pflanzen, also noch vor den Dinosauriern, allerdings waren sie damals z. T. über baumhoch. Einer der heutigen übriggebliebenen Vertreter ist der nur noch etwa 50 cm hohe Ackerschachtelhalm. Sein botanischer Name setzt sich zusammen aus dem lateinischen equus = Pferd, seta = Borste und arvum = Acker. Letzteres bezeichnet seinen Lieblingsstandort, der Begriff „Pferdeschweif“ charakterisiert sein typisches Erscheinungsbild. Zinnkraut heißt er wegen seiner früheren Verwendung zum Scheuern von Kupfer- und Zinngefäßen.

Der römische Gelehrte Plinius berichtete über die starke blutstillende Kraft der Pflanze, Ärzte des Mittelalters erwähnten sie lobend bei Wunden, Blutungen, Husten, Gicht, Ruhr, Steinleiden und Tuberkulose. Lange Zeit geriet sie dann allerdings ins Abseits, bis sie vom „Wasserdoktor“ Sebastian Kneipp wiederentdeckt wurde. Der wichtigste Inhaltsstoff, besonders im Bereich der Osteoporose ist mit 10% die Kieselsäure, die mit ebenfalls ca. 10% in wasserlöslicher Form vorliegt, außerdem viele Mineralien wie Calcium, Kalium, Magnesium, Aluminium, Eisen und Mangan, sowie Flavonoide und Kaffeesäurederivate. Durch diese hervorragende Zusammensetzung können Knochen, Haut und Schleimhaut gekräftigt werden und verschafften dem Ackerschachtelhalm den Beinamen „Knochenheiler“. Silizium in Form von Kieselsäure ist einfach ein ganz wichtiger Bestandteil des Knochens, ja, man fand genau dort im Knochen besonders viel Silizium, wo neues Gewebe am Entstehen war. Daher weiß man, dass u.a. die speziellen pflanzlichen Extrakte bei der Bildung von Osteoblasten – das sind die Zellen, die für die Knochenbildung verantwortlich sind – helfen können.

Beinwell (Symphytum officinale)

Erstaunliche Fähigkeiten wurden dieser ursprünglichen Heilpflanze einst zugeschrieben. Denn sogar gebrochene Knochen sollte sie wieder zusammenwachsen lassen. So etwas beansprucht die moderne Phytotherapie zwar nicht mehr ganz, aber trotzdem kann sie sehr viel Gutes im Bereich von Knochen, Bändern, Sehnen und Gelenken. Hier ist einfach schon der Name quasi Programm: Bein ist ein alter Name für Knochen und wellen oder wallen bedeutete heilen – übersetzt – ich heile den Knochen. Besonders sein Wirkstoff Allantoin sorgt unterstützend für die Knochenneubildung, um eben bei unserem Gebiet Osteoporose zu bleiben. Zusätzlich vertrauten die Menschen bei Rheumatismus, Gicht, Muskel- und Gelenkbeschwerden auf diese Pflanze. Die enthaltenen Wirkstoffe sind das bereits oben genannte Allantoin, sowie Cholin und einige Flavonoide, die schmerzstillende, abschwellende und entzündungshemmende Eigenschaften haben. Gerade in Wildsammlungen sind aber leider auch noch die sog. Pyrrolizidinalkaloide enthalten, die in hohen Mengen die Leber schädigen und Krebs auslösen können. Deshalb sollte man Beinwell nicht innerlich zu sich nehmen, so wie man es früher in Form eines Salates oder Gemüses gemacht hatte, es sei denn in homöopathischer Dosierung z. B. Symphythum D 6 (auch hier wieder aus dem altgriechischen Wort für zusammenwachsen abgeleitet) und wenn er äußerlich angewandt wird, wäre es sinnvoll, Fertigpräparate aus der Apotheke zu bevorzugen, damit man den unerwünschten Inhaltsstoff möglichst umgeht, da er durch lange Kreuzung herausgezüchtet worden ist und so die empfohlenen Grenzwerte nicht mehr überschritten werden. Dennoch sollte man trotzdem in der Schwangerschaft auf eine strenge Indikationsstellung achten. Verwendet wird übrigens meist die Wurzel des Beinwells, seltener die Blätter, entweder als Breiumschlag oder als Salbe.

Was man tatsächlich weiß: Er ist antientzündlich und wundheilungsaktivierend, die Zellneubildung und Gewebsregenerierung werden aktiviert, Blutergüsse klingen schneller ab, Schwellungen nach Zerrungen oder Prellungen bilden sich besser zurück – im Gegensatz zum Placebo. Eine Studie im Vergleich zum sehr bekannten Wirkstoff Diclofenac, speziell bei Sprunggelenkszerrungen zeigte eine absolute Ebenbürtigkeit. Aber auch bei Arthrose, Muskelkater und akuten Rückenschmerzen kann eine Beinwellsalbe sehr hilfreich sein.

Auch andere Heilkräuter wie die Brennnessel, Sanikelkraut, Arnika oder Frauenmantel gelten als unterstützend bei Osteoporose.

Halten Sie Ihre Knochen gesund!

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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