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Schulmedizin oder Alternativmedizin? – (K)eine Frage für die Gesundheit

Sie waren sich jahrzehnte lang nicht grün: Die Schulmediziner und die Alternativmedizin. Jetzt sind sie allerdings auf dem besten Wege sich anzunähern – noch etwas zaghaft, doch dafür mit mehr Verständnis als je zuvor. Für die Patienten ist das ein großer Gewinn. Sie können nun ohne schlechtes Gewissen von beiden Seiten profitieren, ohne dass ein Bereich den anderen „verteufelt“. Sie müssen nicht mehr wählen zwischen entweder – oder.

Natürliches Heilen ist wieder modern. Jahrzehntelang galt das Interesse eher den großen Erfolgen der technischen und chemischen Behandlung von Krankheiten. Doch mittlerweile ist klar: Auch damit lassen sich weit verbreitete Krankheiten nicht immer in den Griff bekommen. In vielen leichteren Fällen ist eine solche aufwendige und nicht selten mit Nebenwirkungen behaftete Therapie gar nicht notwendig. Patienten und Ärzte haben sich daher auf die vielen alten und bewährten natürlichen Mittel und Methoden zurückbesonnen, um Krankheiten vorzubeugen oder den Heilungsprozess zu unterstützen. Doch nicht alles, was unter dem Deckmantel der „Natürlichkeit“ daherkommt, wird diesem Anspruch gerecht. Andererseits verschwimmen die Grenzen zwischen „Naturheilverfahren“ und „Schulmedizin“ immer mehr, oft werden beide – mit großem Erfolg – nebeneinander eingesetzt.
Die Schulmedizin hat viel dazugelernt, vielleicht weil sie auch musste. An vielen medizinischen Fakultäten entstehen Arbeitsgruppen, um die alternativmedizinischen Behandlungsformen zu erforschen und sie zu lernen.

In einem Gespräch mit der „Zeit“, sagte Stefan Willich, Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Charité in Berlin, dass die Zeit der polemischen Grenzziehungen vorbei sei und die Schulmediziner offener und neugieriger, die Alternativmediziner kompromissbereiter werden. Auch sein Kollege Gustav Dobos, Leiter der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen, sieht es ähnlich: „Es ist so, als hätte man sich mit der Zeit daran gewöhnt, gegen den Strom zu schwimmen, und plötzlich ändert sich die Flussrichtung“, beschreibt er die Wandlung. Selbst der Präsident der Bundesärztekammer sieht die Medizin nicht nur als eine reine Naturwissenschaft an. Viele Ärzte sehen das auch so. So lässt sich fast jeder zehnte Arzt auch in Alternativmedizin ausbilden. Judith Schwarzenbach ist eine von den Ärzten, die Integrative Medizin praktiziert. Die Gynäkologin mit zusätzlichen Ausbildungen in Naturheilverfahren, Hildegardmedizin, Homöopathie, Manualtherapie und Informationsmedizin praktiziert im Krankenhaus Füssen und nach telefonischer Vereinbarung in ihrer Praxis. Judith Schwarzenbach ist eine gebürtige Roßhauptnerin. Eine „Hiesige“, wie es die Allgäuer nennen würden, eine, die ihre Sprache versteht ohne sich verstellen zu müssen.  Die Kombination zwischen Schulmedizin und alternativer Medizin haben es der 48-Jährigen angetan. Wie viele Ausbildungen und Schulungen sie bislang gemacht hat, weiß sie gar nicht genau – „aber das ist auch gar nicht wichtig. Wichtig ist, das Wissen um die Komplexität der vielen Therapieformen zu verstehen, um sie dann auch gezielt anwenden zu können“, beschreibt sie ihre Arbeitsweise.

Informationsmedizin ist für Judith Schwarzenbach deshalb ein ganz wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Doch nicht jeder versteht wirklich, was damit gemeint ist. Einige neigen dazu, es als Hokuspokus zu degradieren, bis man wirklich versteht wie Informationsmedizin funktioniert und welche Möglichkeiten sich damit eröffnen. Auch Judith Schwarzenbach war anfangs sehr skeptisch, bis sie sich mit der Quantenphysik beschäftigt hat. „Ich bin ein Mensch, der logische, um nicht zu sagen wissenschaftliche Erklärungen braucht, um Vorgehensweisen besser zu verstehen“, so die Ärztin, die seit vielen Jahren in der Gynäkologie und der Geburtshilfe arbeitet. Doch was ist nun Informationsmedizin? „Sie beeinhaltet das Verständnis, wie der Körper elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder, inklusive Licht und Klang oder andere Energieformen wie Wärme, Druck, chemische und elastische Energie und Gravitation erzeugt und darauf reagiert“, erklärt Judith Schwarzenbach.


Füssen aktuell sprach mit der Ärztin über die Medizin und ihre Möglichkeiten mit der Einbindung der verschiedenen Behandlungsformen aus der Alternativmedizin.

FA_10_15_Schwarzenbach02FA: Was kann die Schulmedizin von der Alternativmedizin lernen?
Judith Schwarzenbach: In erster Linie sich wirklich Zeit nehmen für den Patienten und ihm während der gesamten Therapiezeit zuzuhören. Das ist nicht nur für den Patienten ganz wichtig, sondern auch für den Therapieerfolg.

FA: Was hat Sie dazu bewogen, die „andere“ Seite der Medizin kennenzulernen?
Judith Schwarzenbach: Ich brauchte Platz, um mich zu verwirklichen, denn es gibt noch vieles andere mehr als die klassische Medizin. Es war mir auch wichtig, das Prinzip Ursache und Wirkung zu verstehen. Das heißt, mich hat nicht nur die Krankheit interessiert und wie ich sie behandeln kann, sondern vielmehr, warum ist der Mensch erkrankt? Welche Faktoren haben die Krankheit beeinflusst? Wie ist die Lebenssituation des Patienten?

FA: Sie sprechen von der ganzheitlichen Betrachtungsweise?
Judith Schwarzenbach: Ja, absolut. Ich sehe den Menschen als Einheit von Psyche, Seele und Körper mit seiner fassbaren Substanz. Hier wird der Mensch als Energiesystem verstanden, das aus verschiedenen Energiefeldern besteht, die in Dynamik zueinander stehen. Diese Energiefelder kommen aus unserer Umgebung. Wenn wir gesund sind, sind diese Energiefelder harmonisch. Wenn wir krank sind, dann sind diese Energiefelder gestört. Deshalb ist es wichtig, den Menschen nicht auf seinen krankhaften Befund zu reduzieren, sondern wie ich schon sagte, die Gesamtsituation zu betrachten. Diese Informationen, die wir erhalten, helfen uns die richtige Therapieform zu finden. Es gibt viele Wege zur Unterstützung und auch Heilungsmethoden, die wir mitnutzen können.

FA: Das hört sich vielversprechend an. Mit integrativer Medizin schnell wieder gesund werden.
Judith Schwarzenbach: So kann man es nicht sagen. Es geht nicht in zwei Wochen, dass man den Weg zurückgeht, den man vielleicht schon jahrelang gegangen ist, bevor sich die Krankheit entwickelt hat. Wenn man mit mir zusammenarbeiten will, dann muss man Verantwortung übernehmen für sein Leben – und aktiv mitarbeiten.

FA: Welche Patienten gehen mit Ihnen den Weg?
Judith Schwarzenbach: Alle, die sich alternativ behandeln lassen wollen, insbesondere aber chronisch kranke Patienten und Krebskranke, die zusätzlich eine Begleittherapie haben wollen. Hierfür kann die Informationsmedizin eine große Hilfe sein.

FA: Wenn ich an Informationsmedizin denke, dann denke ich im weitesten Sinne an Informationen, die weitergeleitet werden. Wie funktioniert das bei der Medizin?
Judith Schwarzenbach: Auch mit Informationen. Jede Materie, auch und insbesondere lebendige Materie, ist im Grunde nichts anderes als eine ganz bestimmte Form der Schwingung des Lichtes und der darin enthaltenen Information. Diese Informationsübermittlung funktioniert auch ohne direkten Draht. Das bedeutet, dass zwei Systeme, die sich einander verbunden fühlen, jederzeit nachweisbar Informationen miteinander austauschen und sich dann abgleichend synchronisieren können. Dabei ist es nicht relevant, wie weit sie voneinander entfernt sind oder welche Barrieren zwischen ihnen stehen. Wichtig ist nur, dass die beiden die gleiche „Sprache“ sprechen. Dann funktioniert die Übermittlung der Informationen.

FA: Können Sie uns dafür ein Beispiel nennen?
Judith Schwarzenbach: Ja, sehr gerne. Wir kennen ja alle die Globulis, diese kleinen weißen homöopathischen Kügelchen, die verschiedene Wirkstoffkonzentrationen haben. Warum können diese homöopathischen Heilmittel wirken, obwohl die „tatsächliche“ Wirkstoffkonzentration, gerade in den höheren Potenzen, absurd gering erscheint? Es ist nämlich nicht der Wirkstoff in seiner materiellen Form, der im behandelten Körper tätig wird, sondern es ist die substanzlose Information, die der Wirkstoff an das eingenommene Trägermedium übermittelt hat. Und diese Information braucht letztlich keine Materie mehr, um dort anzukommen, wo sie korrigierend eingreifen soll. Dieses Prinzip funktioniert auch mit den Bachblüten. Fakt ist: Jede energetische Information, die dem Körper verständlich übermittelt wird, wirkt sich auch direkt auf diesen aus.

FA: Wie können Sie diese Energie messen beziehungsweise, wie erhalten Sie die Informationen, die für Sie relevant sind, um eine Therapiestrategie entwickeln zu können?
Judith Schwarzenbach: Mittels des Timewavers erfolgt eine Analyse des Informationsfeldes.

FA: Das hört sich wie Science Fiction an.
Judith Schwarzenbach: Das ist es aber nicht. Es gibt viele Technologien, die verschiedene Energieformen für Diagnose und Behandlung nutzen. Röntgenstrahlen und Kernspintomographie, Elektrokardiogramme oder auch Elektroenzephalogramme zählen dazu.

FA: Vielen Dank für das Gespräch.
Judith Schwarzenbach: Ich danke Ihnen für das Interesse.

Text: Sabina Riegger, AOK, juvalis · Bilder(2): rie

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1 Kommentar

  1. Über diesen Artikel in der Füssen Aktuell freue ich mich sehr. Ich bin selbst seit 25 Jahren in der Alternativ-Komplementärmedizin tätig. Ärzte zu finden, die hier offen sind, ist leider immer noch selten – sie nähern sich langsam an. Ich würde mich auch darüber freuen, wenn hier die Ärzte verstärkt mit Heilpraktikern zusammenarbeiten würden und hier nicht immer noch eine Trennung erfolgt. Auch Heilpraktiker haben zum Teil auch vorher schon in medizinischen Bereichen gearbeitet, haben sich dann für den Beruf des Heilpraktikers entschieden – dies bedeutet eine fundierte medizinische Ausbildungen mit Prüfung durch Amtsärzte und viele weitere Fortbildungen gemacht.
    Eine gegenseitige Annäherung und ein gegenseitiger Austausch finde ich befruchtend für Jedermann – Therapeut – Patient – Klient.

    Mit freundlichen Gruß
    HP Barbara Boot MSc

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