Kolumne

Männersache

Ach, übrigens …

Stellen Sie sich eine erkältete Frau vor.
An was denken Sie dabei?
Außer natürlich an Viren und ihre Folgen. Vielleicht ja an so etwas wie Tee, Halsbonbons, einen Schal, verzierte Taschentuchboxen, Optimismus, geöffnete Fenster, oder einfach nur an einen Arztbesuch?

Gut, und jetzt versuchen Sie doch mal, sich einen erkälteten Mann vorzustellen.
Was passiert mit Ihren Assoziationen?
Sie denken jetzt nicht mehr an Tees sondern hegen auf einmal düstere Vorstellungen? Machen Sie sich deswegen keine Sorgen, das ist völlig normal!  Sobald ich an (m)einen erkälteten Mann denke, geht es mir genauso. Ich denke dann an plötzlich auftretende körperliche und geistige Schwäche, Medikamentenabneigung, lautes Schnäuzen, geschlossene Fenster, mangelnde Hygiene, muffige Stimmung und erkältungsbedingte Nahtod-ähnliche Symptome.

Werden Männer krank, dann öffnen sich die Tore zu einer neuen, für Frauen unerklärlichen Welt der Erkältungssymptomatik. Ich versuche mich dann an eine Art Leitfaden zu halten. Aber ich weiß, ich bin nicht versiert genug und ich bräuchte eigentlich eine Schulung, in der ich den richtigen Umgang mit einer Männer-Erkältung lerne. Damit ich nicht mehr Dinge sage wie- „Schatz, ich weiß dir geht es schlecht, aber dein Schnupfen wird dich nicht umbringen!“ Solche Sätze sind ein absolutes no go! Das will er nicht hören. Aber was dann?
Vielleicht sollte es eine exklusive Schifffahrt nur für „betroffene“ Frauen geben. Schön durchs Mittelmeer schippern, die Sonne genießen und an Bord einen Crashkurs für den richtigen Umgang mit erkälteten Männern belegen…

Sehr geehrte Damen, herzlich Willkommen an Bord der MS Männer-Erkältung. Im Folgenden erhalten Sie Einblicke in die Parallelwelt Ihrer Männer. Film ab:

Ihr versteht nicht, wieso uns eine offene Wunde nichts anhaben kann, eine Erkältung uns aber in die Knie zwingt? Macht nichts. Wir nämlich auch nicht. Habt einfach Verständnis für unser Verhalten. Wir können nichts dafür. Das liegt in unserer Natur. Medikamente helfen nicht. Ein Arzt auch nicht. Aber was hilft, ist, wenn Ihr uns bemuttert, hegt und pflegt.  Wir sind zu schwach um aufzustehen. Wir wollen auch kein Fieber messen, das Thermometer stimmt eh nicht. Ihr müsst jetzt stark sein und wir schwach. Jammern, wild seufzen und leiden gehören leider (für Euch) dazu. Danke für Euer Verständnis,

In Liebe, Eure Männer.

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