
Baubeginn nach mehr als 50 Jahren Diskurs
Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Stadt Füssen den offiziellen Startschuss für den Neubau ihres Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) gegeben. Bürgermeister Maximilian Eichstetter betonte bei der Feierstunde die lange Vorgeschichte des Projekts: Ein Zeitzeuge habe ihm berichtet, seit 52 Jahren auf diesen Tag gewartet zu haben.
Eine der wichtigsten Verkehrsdrehscheiben der Region
Der Grund für das Vorhaben liegt in den Zahlen: Im Jahr 2024 nutzten 1.977.622 Fahrgäste den Füssener Busbahnhof – das entspricht täglich rund 5.400 Menschen, die dort einsteigen, aussteigen oder umsteigen. Der ZOB verbindet die Stadt mit dem Umland, den Nachbargemeinden, dem Landkreis und der Bahn. Sein bisheriger Zustand, so Eichstetter, werde dieser Bedeutung seit Langem nicht mehr gerecht.
Was entsteht auf rund 6.000 Quadratmetern
Auf der Gesamtfläche von rund 6.000 Quadratmetern entsteht ein vollständig neuer, moderner und barrierefreier Busbahnhof. Geplant sind fünf barrierefreie Bushaltestellen mit jeweils 21 Metern Länge, die im sogenannten Sägezahnmuster entlang der Bahnhofstraße angeordnet werden. Dadurch können die Busse unabhängig voneinander ein- und ausfahren.
Leichte Überdachungen werden sich entlang der Bahnhofstraße aufreihen und den Bahnhofsvorplatz stärker mit dem Von-Freyberg-Park verbinden. In den Park selbst wird nicht eingegriffen; nach Fertigstellung sollen lediglich bestehende Wegeverbindungen verbessert werden.
Ergänzt wird die Anlage durch 20 Park-and-Ride-Stellplätze, 60 überdachte Bike-and-Ride-Stellplätze in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage sowie vier Stellplätze für das Anruf-Sammel-Taxi. Auch die öffentliche WC-Anlage wird saniert und mit einer neuen Photovoltaikanlage ausgestattet.
Für die Fahrgäste sind digitale Fahrgastinformationsanlagen sowie BayernWLAN im gesamten Wartebereich vorgesehen. Die barrierefreie Gestaltung war laut Bürgermeister kein Zusatz, sondern Grundlage der gesamten Planung – sie wurde eng mit dem Landratsamt Ostallgäu, den Behindertenbeauftragten und den beteiligten Verkehrsunternehmen abgestimmt.
Kosten und Finanzierung
Die ursprüngliche Wettbewerbsplanung aus den Jahren 2020 und 2021 hatte einschließlich der Radabstellanlagen rund 9,7 Millionen Euro brutto veranschlagt – für die Stadt nicht finanzierbar. Das Projekt wurde daraufhin grundlegend überarbeitet und auf das Wesentliche konzentriert, ohne bei Barrierefreiheit und Funktionalität Abstriche zu machen. Die nun umgesetzte Variante ist rund fünf Millionen Euro günstiger.
Nach Abzug der Fördermittel verbleibt für die Stadt Füssen ein Eigenanteil von rund 2,5 Millionen Euro, der auf die Haushaltsjahre 2026, 2027 und 2028 verteilt wird. Den Auftrag für den ersten Bauabschnitt hat die Firma Geiger erhalten – mit einem Auftragsvolumen von 2.478.272,47 Euro brutto. Die Planung und Projektbegleitung liegt beim Ingenieurbüro Klinger aus Kempten.
Zeitplan: Fertigstellung bis Ende 2028
Der erste Bauabschnitt soll bis Mai oder Juni 2027 abgeschlossen sein, der zweite bis Ende 2028. Während der Bauzeit ist rund um den Bahnhof mit Einschränkungen und Veränderungen zu rechnen.
Text: pm/FA · Foto: Stadt Füssen



