
Der internationale Tag der Jugend
Ein weltweiter Aktionstag mit Bedeutung
Am 12. August, heuer ein Mittwoch, feiert die Welt den Internationalen Tag der Jugend. Er betont die Bedeutung der Jugend als Lebensphase und soll dazu beitragen, jungen Menschen eine aktive und uneingeschränkte Beteiligung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu ermöglichen, damit sie ihr Potenzial voll entfalten können.
Die Vereinten Nationen erklärten den 12. August im Jahr 1999 offiziell zum Internationalen Tag der Jugend, nachdem dies bei der Weltkonferenz der Jugendminister im August 1998 in Lissabon empfohlen worden war. Das Engagement der Vereinten Nationen zugunsten Jugendlicher begann indes schon früher: 1985 wurde das erste Internationale Jahr der Jugend ausgerufen, um auf die Herausforderungen und Chancen junger Menschen globale Aufmerksamkeit zu lenken.
Junge Menschen sind schließlich in vielen Teilen der Erde die treibende Kraft für Innovation und soziale Veränderung. Dementsprechend prägen sie die Zukunft, stoßen technologische Entwicklungen an und setzen sich für eine gerechtere Welt ein, weshalb ihre Perspektiven und Ideen für die Gestaltung nachhaltiger Gesellschaften unverzichtbar sind. Der Internationale Tag der Jugend erinnert daran, wie wichtig es ist, die Stimme der Jugendlichen – als welche laut westeuropäischer Definition meist Menschen zwischen 13 und 21 Jahren bezeichnet werden – zu hören und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen.
„Füssen aktuell“ hat sich unter Jugendlichen in der Lechstadt umgehört und wollte wissen, was ihnen hier fehlt beziehungsweise sie sich wünschen sowie wovor sie vielleicht Angst haben oder was sie eventuell bedrückt.

Lenny (14) aus Füssen wünscht sich ein größeres kulturelles Angebot: „Verschiedene Workshops zu Theater und Musik wären toll. Außerdem fehlt mir die Möglichkeit, in Füssen richtig in einem Verein Basketball spielen zu können.“ Lenny beschäftigen auch gesellschaftspolitische Entwicklungen: „Ich sorge mich über die zunehmenden Versuche der AfD, Jugendliche politisch zu beeinflussen. Ich würde mir wünschen, dass sich weltweit möglichst viele Staaten energischer gegen Rassismus und Diskriminierung engagieren.“ Seine größte Sorge gilt jedoch dem Frieden.
Asya (16) aus Füssen wünscht sich mehr kreative Angebote in ihrer Heimatstadt: „Ich finde, dass kreative Sachen fehlen. In Großstädten gibt es Keramik bemalen und solche Dinge – das finde ich echt cool, aber immer nach München fahren ist anstrengend.“ Sie hat konkrete Ideen: „Legale Graffiti-Wände zum Beispiel – das verbindet die Jugendlichen. Und generell fehlen Chill-Spots.“ Globale Sorgen treiben sie ebenfalls um wie zum Beispiel die Kriege. Deshalb ist ihr großer Wunsch für alle Jugendlichen: „Freiheit – dass man rausgehen kann, ohne Angst haben zu müssen.“ Politische Entwicklungen beunruhigen sie: „Gewisse Parteien machen Angst. Es ist schlimm zu sehen, wie Leute manipuliert werden – nach all der Geschichte, die existiert.“ Bezüglich des Engagements im Jugendparlament Füssen ist sie skeptisch: „Engagieren ist gut, aber ich bezeifle den Nutzen. Die geben uns gar nicht richtig die Möglichkeit, unsere Stimme zu zeigen. Ich glaube nicht, dass man wirklich durchsetzen könnte, was man sich vorstellt.“


Robinson (21) aus Füssen zeigt sich grundsätzlich zufrieden: „Im Großen und Ganzen ist hier alles ganz okay, und so bin ich momentan auch zufrieden, wie es in meinem Leben läuft.“ Auch er würde sich aber über mehr Vereinsangebote freuen: „Wenn es in Füssen die Möglichkeit gäbe, in einem Verein zu boxen oder Basketball zu spielen, wäre das schon toll.“ Was die lokale Politik betrifft, sieht er durchaus positive Entwicklungen: „Was ich so mitbekomme, wird für die Jugend ja auch einiges getan, zum Beispiel im Jugendzentrum.“ Weltpolitische Entwicklungen verfolgt er aufmerksam: „Es gibt einige Konflikte, die teilweise auch auf Deutschland Auswirkungen haben. Kriegsangst habe ich jedoch keine. Aber angesichts eines potenziellen Ernstfalls würde ich meinen Beitrag dazu leisten, Deutschland gegen einen Feind zu verteidigen.“



