Gesundheit

Wie somatische Regulation unser Nervensystem neu programmiert

Eine ganzheitliche Ausbildung verbindet Körper, Emotionen, biochemische Prozesse sowie das Nervensystem – und zeigt, warum echte Gesundheit bei den Ursachen ansetzt, nicht bei den Symptomen.

[Werbung] BRK: Wohnungen gesucht

Die Verdauung spielt verrückt, der Schlaf ist unruhig, chronischer Stress begleitet den Alltag – und die klassische Medizin behandelt Symptome, ohne ernsthaft nach den Ursachen zu fragen. Genau hier setzt eine neue Form der Gesundheitsarbeit an: die somatische Regulation. Was dahintersteckt und warum unser Nervensystem der Schlüssel zu nachhaltiger Gesundheit ist, erklärt die ganzheitlich integrative Gesundheitsberaterin Franziska Thurm in ihrer neu konzipierten Ausbildung.

„Soma“ bedeutet auf Griechisch „Körper“ – und genau dort, im Körper, liegt der Ansatzpunkt dieser Arbeit. Somatische Arbeit hilft Menschen, etwas nicht nur zu verstehen, sondern es auch körperlich zu verarbeiten und zu integrieren. Dabei spielt das autonome Nervensystem eine große Rolle, erklärt die Expertin. Dieses System steuert unbewusst grundlegende Körperfunktionen wie Verdauung, Hormonsystem, Stressregulation, Atmung, Körpertemperatur uvm.

Werbung Stellenanzeige Koch/Köchin ML Catering

Das Problem: In unserer modernen Gesellschaft reagiert das Nervensystem oft so, als befänden wir uns in ständiger Lebensgefahr – ähnlich wie unsere Vorfahren beim Anblick eines Säbelzahntigers. „Was früher der Säbelzahntiger war, ist heute zu viel Arbeit, dauerhafte Erreichbarkeit, schlechte Ernährung, Reizüberflutung, emotionale Themen oder Ängste, die z. B. durch das Weltgeschehen geschürt werden“, so Franziska Thurm. Dieser unbewusste chronische Stress beeinflusst das Nervensystem, das wiederum Einfluss auf oben genannte Körpersysteme und die Funktion von Organen nimmt.

Eine Ausbildung aus jahrzehntelanger Erfahrung

Die sechsmonatige Ausbildung zum „Somatic Regulation Practitioner“ ist keine Abwandlung bestehender Programme, sondern eine komplette Neuentwicklung. „Ich habe das Beste aus dem, was ich in den letzten zehn Jahren an unterschiedlichen Ausbildungen gemacht habe und auch an Erfahrungen in der Arbeit mit hunderten Menschen gesammelt habe, zusammengepackt“, so die Gesundheitsberaterin.

Herausgekommen ist eine nachhaltige und ganzheitliche Ausbildung. Das Besondere: Die Ausbildung kombiniert verschiedene Perspektiven. Neben Franziska Thurm vermitteln vier weitere Experten ihr Wissen – darunter Markus Grimm, Heilpraktiker und Spezialist für die ursächliche Behandlung von Organ- und Regulationssystemen. „Jeder dieser Experten ist seine eigene Persönlichkeit und hat unterschiedliche Herangehensweisen“, erklärt sie. „Das macht die Ausbildung noch ganzheitlicher.“

Die sechsmonatige Ausbildung gliedert sich in:

  • Drei Präsenzmodule (jeweils übers Wochenende)
  • Zwei Online-Module mit regelmäßigen Online-Vorlesungen
  • Eine Online-Ausbildungsplattform mit allen Inhalten
  • Ein Buddy-System, bei dem Teilnehmer zu zweit üben und sich austauschen

„Die Teilnehmer wenden in der Zeit das Gelernte an sich selbst an. Dadurch bekommen sie einen ganz persönlichen Eindruck und können es besser an Dritte vermitteln“, betont die Ausbilderin. „Wenn die Teilnehmer nicht selber im Körper spüren, was sich verändert, können sie es nicht weitergeben“, ist die Expertin überzeugt. „Es ist nicht sehr authentisch, wenn ich das nur im Buch lese und dann jemandem davon erzähle. Die Veränderung selbst zu erleben und zu spüren, ist sehr wichtig.“ Deshalb durchlaufen alle Teilnehmer die Prozesse zunächst bei sich selbst, bevor sie lernen, andere Menschen zu begleiten.

Die Ausbildung richtet sich nicht nur an Coaches, Ärzte oder Heilpraktiker, sondern auch an Privatpersonen. „Ehrlicherweise würde ich sagen, ist das ein Wissen, das jeder haben sollte, weil es die Grundlage von Gesundheit ist.“ Wer verstehen möchte, warum der eigene Körper reagiert, wie er reagiert, wer chronische Beschwerden hat oder einfach mehr Selbstwirksamkeit in Gesundheitsfragen erlangen möchte, findet hier praktische Werkzeuge.

Ein zentraler Aspekt der Arbeit: Das Nervensystem lässt sich umprogrammieren. „Nur weil wir aufgrund von irgendeiner Prägung ständig in einen Überlebensmodus fallen, heißt das nicht, dass das immer so sein muss“, erklärt die Expertin. „Neuronale Verknüpfungen im Gehirn können verändert werden.“

Anders als klassische therapeutische Ansätze, die vor allem über Gesprächstherapie und Reflexion – also über den Verstand – arbeiten, setzt diese Methode mehr am Körper an. „Das Nervensystem verläuft zu 80 Prozent im Körper. Der Körper und das, was dort gespeichert wird, wird in anderen Ansätzen leider fast nie einbezogen.“

„Durch körperorientierte Übungen werden verschiedene Bereiche des Nervensystems angesprochen und im Gehirn neue neuronale Verknüpfungen gebaut“, erklärt Franziska Thurm. „Das baut Resilienz und Stress-, aber auch Ruhekapazität auf.“ Das Ziel ist es, mehr Flexibilität im Umgang mit äußeren Reizen zu entwickeln. „Es bedeutet nicht, dass wir immer völlig entspannt sein müssen. Es bedeutet, dass wir die Kapazität haben, auf Herausforderungen im Leben zu reagieren, ohne daran zu zerbrechen.“

Ein persönlicher Weg

Die Entwicklung dieser Ausbildung ist auch eine persönliche Geschichte. Seit 2020 arbeitet die Expertin systematisch mit diesem Ansatz und vorher bereits im körpertherapeutischen Bereich. „Ich musste mich sehr viel mit diesen Themen auseinandersetzen, sonst wäre es mir selbst nicht besser gegangen“, erzählt sie über ihre eigene gesundheitliche Reise. Klassische Ansätze brachten nicht die erhofften Erfolge. Erst durch die Arbeit mit namhaften Medizinern, die ursächlich und ganzheitlich arbeiten, fand sie Wege zur Heilung – und entwickelte daraus ihr eigenes Konzept, das Nervensystem, Mindset, Emotionen, Trauma, Hormone und den Körper als zusammenhängendes System versteht.

Ein Teil der Arbeit fokussiert sich auch auf grundlegende Lebensstilfaktoren: Schlaf, Ernährung, Mikronährstoffe, Bewegung. „Das sind Dinge, die eigentlich gar nicht viel kosten. Aber in einer Gesellschaft, in der man immer funktionieren muss, wollen alle eine schnelle Lösung und eine Pille, die Probleme einfach löst.“

Auf die Frage, was ihre Arbeit so besonders macht, antwortet sie: „Ich begleite Menschen und zeige ihnen auf, wie sie sich selbst helfen können.“ Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe, nicht um Abhängigkeit von einem Coach. „Das Schönste ist zu sehen, was für ein Selbstbewusstsein bei den Menschen entsteht. Sie merken: Ich bin selbstwirksam. Ich kann die Dinge in die Hand nehmen. Ich bin nicht Opfer der Umstände.“

Die erste Runde der Ausbildung startet im September mit maximal 20 Plätzen. Weitere Informationen finden Interessierte unter: www.franziskathurm.de/ausbildung

Die erste Runde der Ausbildung startet im September mit maximal 20 Plätzen. Weitere Informationen finden Interessierte unter: www.franziskathurm.de/ausbildung

Text: rie · Foto: carolamichaelaphoto

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Falls du auf diesen Beitrag mit einem Artikel auf deiner eigenen Webseite geantwortet hast, kannst du hier die URL deines Beitrags eingeben. Dabei sollte es sich um die Permalink-URL handeln. Deine Antwort wird dann (möglicherweise nach der Moderation) auf dieser Seite angezeigt. Falls du deine Antwort aktualisieren oder entfernen möchtest, aktualisiere oder lösche deinen Beitrag auf deiner eigenen Webseite und gib die URL des Beitrags erneut ein. (Erfahre mehr über Webmentions.)

Das könnte Dich auch interessieren
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"