
Mit 18 Jahren im Stadtrat
Lukas Grosch ist Füssens jüngster Kommunalpolitiker
Wenn andere Gleichaltrige noch überlegen, welchen Beruf sie ergreifen wollen, hat Lukas Grosch bereits seinen ersten Posten in der Kommunalpolitik angetreten – genauer gesagt seinen zweiten. Denn seit vier Jahren ist er Vorsitzender des Jugendparlaments in Füssen.
Der 18-Jährige ist seit Anfang Mai das jüngste Stadtratsmitglied in Füssen. Für ihn ist das die logische Konsequenz eines Engagements, das er bereits seit Jahren lebt. Im Jugendparlament entdeckte er seine Leidenschaft für die Kommunalpolitik. Unterstützung bekam er unter anderem durch Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter, „Diese Unterstützung hat mich letztendlich darin bestätigt, mich für den Stadtrat aufstellen zu lassen“, so Lukas Grosch.
Die Reaktionen aus seinem Umfeld fallen unterschiedlich aus. Die Jungen nennen ihn schmunzelnd „der Politiker“. Nach dem anfänglichen Spott folgte die Anerkennung. „Sie haben auch deutlich ausgesprochen, dass sie den größten Respekt vor mir und dem, was ich mache, haben“, erzählt der 18-Jährige.
Viele seiner Freunde hatten die Sorge, er könne für Freundschaften keine Zeit mehr haben. Doch der junge Stadtrat beweist das Gegenteil und bringt seinen Freunden die Politik sogar näher. Auf die Frage, wofür er sich im Stadtrat einsetzen möchte, muss er nicht lange nachdenken: „Mir ist es wichtig, dass wir den Blick auf die Jugend richten, denn im Endeffekt ist die Jugend die Zukunft Füssens“, betont er. Es müssen Ausbildungsstätten und soziale Angebote als Anreize geschaffen werden, damit junge Menschen in der Stadt bleiben.
Stillsitzen ist für Lukas Grosch ein Fremdwort. Neben dem Gymnasium und dem Stadtrat ist er Jugendleiter bei der Wasserwacht und arbeitet in der Veranstaltungstechnik.
Die Motivation zum gesellschaftlichen Einsatz hat Grosch von zu Hause mitbekommen. Sein Vater ist Kreisbrandinspektor und hat in Füssen die Jugendfeuerwehr aufgebaut. Dass er sich auch nach seinem Abitur ehrenamtlich engagieren will, steht für ihn außer Frage.
Vielmehr macht er sich Gedanken, ob er einen handwerklichen Beruf lernen soll, eventuell sein Hobby zum Beruf machen: Veranstaltungstechniker. Andererseits könnte er sich auch vorstellen, zur Bundeswehr zu gehen. „Viele reden über Sicherheit und wollen in einem sicheren Land leben. Ich bin der Meinung, dann muss ich auch was dafür tun“, begründet er seine Überlegungen.
Was die Zeit mit sich bringen wird, weiß keiner. Vielleicht wird Lukas Grosch irgendwann einmal Bürgermeister von Füssen. „Wenn Max nicht mehr Bürgermeister sein will, dann vielleicht“, lacht er. „Jetzt bin ich erst einmal die nächsten sechs Jahre Stadtrat und möchte unsere Stadt mitgestalten.“
Text: Sabina Riegger · Foto: privat



