Kurz berichtet

Resümee zur KulturRaumSchau in der Füssener Hiebelerstraße

Etwa 30 Kulturschaffende waren am 27. Februar der Einladung von Markus Rundt zu einem ersten Ideenaustausch in die Räume des möglichen neuen Kulturzentrums Füssen West in der Hiebelerstraße gefolgt. Die frühere Industriehalle aus den 80er Jahren war nach modularen Umbauten zuletzt von mehreren Firmen als Verwaltungsgebäude genutzt worden. Nun stehen die fast 1.200 Quadratmeter auf zwei Etagen in zwei Gebäudeteilen überwiegend leer. Ein Eigentümervertreter führte die Künstlergruppe durch die Räume – schnell gab es für die vielfältigen und sofort nutzbaren Räumlichkeiten ein positives Feedback.

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Mit dabei waren unter anderen Solo-Künstler aus Malerei und Grafik, Akteure von Bands, Theatergruppen, Chören und Tanzende. Bei der anschließenden Feedback-Runde wurde groß gedacht, Streetart-Künstler Robert Wilhelm (48) sieht gar Potential auf dem Niveau der „Spinnerei“ in Leipzig: „In zehn Jahren könnten hier Künstler wie Neo Rauch in Füssen mit dabei sein, ich sehe hier pulsierendes Leben. Eine richtig coole Sache!“

Laurence Neumann, Kassenwartin der Kulturinitiative Füssen (KI), interessierte, wie es konkret in die Umsetzung gehen könne. Gastgeber Markus Rundt erläuterte seine Idee einer dreigeteilten Finanzierung, zu deren Zweck eine Kulturstiftung gegründet werden soll. Ein Drittel der Gesamtkosten für die Anmietung und den Betrieb des Kulturzentrums soll über die Kulturstiftung durch institutionelle Spender, Sponsoren und Charity-Aktionen finanziert werden. Die durch den Betrieb zu erzielenden Mieteinnahmen decken das zweite Drittel der Gesamtkosten. Das letzte Drittel soll über länderübergreifende Förderprojekte wie LEADER finanziert werden. „Aufgrund unserer Nähe zu Tirol ist dies möglich, weil hier länderübergreifend auch kulturelle Projekte gefördert werden,“ so Rundt. Wie Rundt betont, soll es je nach Bedarf und Mieterstruktur sowohl reguläre Mietpreise als auch die Möglichkeit geförderter Mietangebote geben, sodass sich erstmal kein Interessent von zu hohen Mietkosten abschrecken lassen sollte.

Den Startzeitpunkt sieht Markus Rundt bereits ab dem 3. Quartal 2026 als realistisch an. „Das Projekt ist völlig unabhängig von meiner derzeitigen Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters in Füssen“, betonte der 51-jährige Unternehmer. Er selbst wolle sich zusammen mit einer Projektgruppe und der Eigentümergemeinschaft um die nächsten Schritte kümmern. Für eine möglichst schnelle kulturelle Vielfalt appelliert Rundt an die anwesende Kunst- und Kulturszene, sich möglichst aktiv mit in den Prozess einzubringen.

Einstimmig befürwortet wurde die Idee für eine gemeinsame digitale Projektplattform aus dem Kreis der Gäste. Dort sollen zeitnah und regelmäßig Ideen, Bedarfe und Anregungen gesammelt werden, vor allem auch von den Kunstschaffenden konkrete Angebote zur Mitarbeit gemacht werden. Dass im Hintergrund von allen Seiten ein hohes Maß an Selbstverpflichtung stehen müsse, damit das Projekt zum Erfolg werden kann, wurde übereinstimmend formuliert. Eines der ersten Umsetzungsziele solle eine neue Bühne für Füssen sein, die möglichst ca. 120 Zuschauern einen Publikumsplatz bietet. Zugleich soll sie ausreichend Raum für Backstage-Technik bieten.

„Lasst uns hier ein Beet anlegen, jeder von uns hat einen Samen dabei“, ermunterte Ulrich Kainzbauer die Kolleginnen und Kollegen. „Und dann gießen wir fleißig“, ergänzte er mit einem Augenzwinkern in Richtung des Gastgebers. Für Rundt war es wichtig, möglichst früh mit den zukünftigen Nutzern des Kulturzentrums ins Gespräch zu kommen. „Es hat sich gezeigt, dass wir mit der Idee eines solchen Zentrums im Füssener Westen richtig lagen und liegen. Jetzt können wir in Ruhe weiterplanen“, so Rundt. Einer der Projektpartner zur weiteren Planung wird John Westerdoll sein, der zum Schluss im Zusammenspiel mit einer Füssener Meistergeige aus dem 18. Jahrhundert den inspirierten Raum ohne Worte schloss.

Text: pm/FA · Foto: privat

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