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Füssener Dreitannenbichl wird dauerhaft nicht bebaubar

Neuer Flächennutzungsplan auf dem Weg

Nach einem ganztägigen Fachworkshop hat die Stadt Füssen den Grundstein für einen zukunftsfähigen Flächennutzungsplan gelegt. Eine zentrale Entscheidung: Der Dreitannenbichl wird als Grünfläche festgeschrieben und ist damit dauerhaft von jeglicher Bebauung ausgenommen.

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Die Stadt Füssen hat am 10. Februar 2026 im großen Sitzungssaal des Rathauses einen bedeutenden Schritt in der Stadtplanung vollzogen. Bei einem ganztägigen Workshop wurden die Weichen für die umfassende Fortschreibung des Flächennutzungsplans gestellt. Der aktuell gültige Plan stammt in seinen Grundzügen aus den Jahren 1987 und 1989 – nach fast vier Jahrzehnten ist eine Überarbeitung dringend notwendig geworden.

Systematische Bereinigung nach 50 Einzeländerungen

Seit 1989 wurde der Flächennutzungsplan der Stadt Füssen rund 50 Mal geändert. Diese Änderungen betrafen einzelne Bauflächen, Gewerbeentwicklungen, infrastrukturelle Anpassungen sowie redaktionelle Fortschreibungen. Über die Jahrzehnte entstand dadurch ein komplexes Geflecht aus Teiländerungen, das nun konsolidiert werden soll.

„Wir haben seit 1989 rund 50 Einzeländerungen im Flächennutzungsplan vorgenommen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese Änderungen systematisch zu bereinigen und in einen schlüssigen Gesamtrahmen zu überführen. Wir schaffen damit Transparenz, Rechtssicherheit und eine klare strategische Linie für die kommenden Jahrzehnte“, erklärt Bürgermeister Maximilian Eichstetter.

Im Rahmen der Neuaufstellung werden die bestehenden Änderungen gebündelt, überprüft und zu einem klar strukturierten, widerspruchsfreien und zukunftsfähigen Gesamtplan zusammengeführt.

Dreitannenbichl: Eindeutige Entscheidung gegen Bebauung

Ein zentrales Ergebnis des Workshops betrifft den Dreitannenbichl. In der ursprünglichen Fassung des Flächennutzungsplans aus den Achtzigerjahren war dort ein Klinik- beziehungsweise Seniorenzentrum vorgesehen. Diese Darstellung stammt jedoch aus einer anderen Zeit und entspricht weder heutigen Anforderungen noch dem mehrfach geäußerten Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger.

Im Workshop wurde der Dreitannenbichl nun als nicht mehr bebaubare Fläche festgelegt. Die Fläche wird im neuen Flächennutzungsplan ausdrücklich als von Bebauung freizuhaltender Bereich geführt und als Grünfläche ausgewiesen.

„Wir schaffen beim Dreitannenbichl klare Verhältnisse. Die frühere Darstellung als Klinik-/Seniorenzentrum wird vollständig aufgehoben. Der Bereich wird im neuen Flächennutzungsplan nicht mehr als Baufläche geführt. Damit ist dort keine bauliche Entwicklung mehr vorgesehen. Der Dreitannenbichl ist somit ab sofort nicht mehr bebaubar“, stellte Bürgermeister Eichstetter klar.

Da der Flächennutzungsplan als vorbereitender Bauleitplan die Grundlage für spätere Bebauungspläne bildet, ist diese Festlegung von grundsätzlicher Bedeutung. Ohne entsprechende Ausweisung als Baufläche fehlt die planungsrechtliche Grundlage für eine spätere Bebauung. Eine mögliche Bebauung des Dreitannenbichls gehört damit der Vergangenheit an.

Gewerbe, Radwege und Vereinsentwicklung im Fokus

Neben der Sicherung des Dreitannenbichls wurden im Workshop weitere wichtige Themen behandelt. Drei Gewerbeentwicklungsflächen wurden vertieft besprochen, darunter eine Erweiterungsoption im Bereich Fürstenare West. Ziel ist eine geordnete Weiterentwicklung unter Berücksichtigung von Verkehr, Immissionsschutz, Wasserwirtschaft und Landschaft.

Im Bereich Mobilität wurden insbesondere Radwegeverbindungen in Weißensee sowie entlang des Lechufers in die strategische Betrachtung aufgenommen. Hier sollen langfristig sichere und durchgängige Verbindungen ermöglicht werden.

Auch infrastrukturelle Anforderungen von Vereinen fanden Beachtung. So wurden etwa eine Flutlichtanlage und ein Vereinsheim der Royal Bavarians planerisch eingeordnet, um frühzeitig die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen zu klären.

Umfassende fachliche Beteiligung

Am Workshop nahmen neben dem Ersten, Zweiten und Dritten Bürgermeister Vertreter des Bauamts, des Tiefbauamts, des Liegenschaftsamts sowie der Stadtwerke und des Abwasserzweckverbands teil. Auch externe Fachplaner waren eingebunden. Ebenso beteiligt waren die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Ostallgäu, die Land- und Forstwirtschaftsbehörde sowie das Wasserwirtschaftsamt Kempten.

„Wir haben alle relevanten Fachstellen an einen Tisch geholt“, so Eichstetter. „Der neue Flächennutzungsplan soll ökologisch verantwortungsvoll, wirtschaftlich tragfähig und rechtssicher sein. Genau dafür war dieser Workshop ein entscheidender Schritt.“

Wie geht es weiter?

Die im Workshop erarbeiteten Inhalte werden nun in die Planunterlagen eingearbeitet. Im nächsten Schritt folgen die politischen Beratungen sowie das vorgeschriebene Beteiligungsverfahren mit Öffentlichkeit und Trägern öffentlicher Belange. Bis zur endgültigen Rechtskraft des neuen Flächennutzungsplans werden noch mehrere Verfahrensschritte notwendig sein.

Mit der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans schafft die Stadt Füssen die planungsrechtliche Grundlage für die kommenden Jahrzehnte – mit klaren Leitlinien für Stadtentwicklung, Naturschutz und Lebensqualität.

Text: pm/FA · Bild: Stadt Füssen

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