
Stadt stärkt Infrastruktur und bleibt finanziell handlungsfähig
Umfassender Faktencheck zeigt: Stadt hat finanzielle Handlungsfähigkeit seit 2020 konsequent gestärkt – Verschuldung pro Kopf sinkt trotz 168 Millionen Euro Investitionsvolumen
Die Stadt Füssen hat ihre finanzielle Situation in den vergangenen sechs Jahren grundlegend verändert. Ein detaillierter Faktencheck auf Basis der Haushaltsrechnungen sowie der vorläufigen Jahresergebnisse 2025 belegt: Seit dem Jahr 2020 investiert die Kommune in einer völlig neuen Größenordnung in ihre Infrastruktur, baut gleichzeitig Schulden ab und stabilisiert ihre finanzielle Basis nachhaltig.
Zur Einordnung: Auf Grundlage der Haushaltsplanung aus dem Jahr 2019 war ursprünglich eine Verschuldung von rund 67 Millionen Euro zum 31. Dezember 2025 prognostiziert worden. Tatsächlich beträgt der Schuldenstand zum 31. Dezember 2025 nach vorläufigen Zahlen 23,9 Millionen Euro.
„Wir haben nicht nur investiert, sondern gleichzeitig entschuldet. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer Prioritäten, konsequenter Haushaltssteuerung und harter Arbeit“, erklärt Erster Bürgermeister Maximilian Eichstetter.
Vermögenshaushalt im Fokus
Die vorliegende Darstellung basiert ausschließlich auf den IST-Zahlen des Vermögenshaushalts einschließlich ordentlicher Tilgungen und Sondertilgungen. Der laufende Verwaltungshaushalt ist ausdrücklich nicht Gegenstand dieser Betrachtung.
Im Vermögenshaushalt werden im kameralen Haushaltsrecht sämtliche investiven Ausgaben für das städtische Vermögen erfasst. Dazu zählen insbesondere Investitionen in Hochbau und Tiefbau, Schulen, Kindergärten, Straßen, technische Infrastruktur, städtische Gebäude, Liegenschaften, Sanierungen, Ausstattungen sowie Grunderwerb. Ebenfalls enthalten sind ordentliche Tilgungen und Sondertilgungen von Krediten. Zinszahlungen sind nicht Bestandteil des Vermögenshaushalts, sondern werden ausschließlich im Verwaltungshaushalt verbucht.
Einnahmen mehr als verdreifacht
In den Jahren 2020 bis 2025 wurden im Vermögenshaushalt Einnahmen in Höhe von 142.456.873,10 Euro erzielt. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2019 lagen die Einnahmen bei insgesamt 41.662.490,45 Euro. Die Einnahmenbasis hat sich damit mehr als verdreifacht.
Die IST-Einnahmen im Einzelnen: Im Jahr 2020 beliefen sich die Einnahmen auf 4.181.029,93 Euro, 2021 auf 24.859.417,55 Euro, 2022 auf 34.555.192,48 Euro, 2023 auf 34.977.725,63 Euro, 2024 auf 29.977.124,15 Euro und 2025 auf 13.906.383,36 Euro.
Zum Vergleich die Jahre 2015 bis 2019: 2015 wurden 9.074.766,69 Euro eingenommen, 2016 waren es 7.514.823,68 Euro, 2017 4.865.718,09 Euro, 2018 9.378.274,05 Euro und 2019 10.828.907,94 Euro.
„Diese Entwicklung ist Ausdruck einer stabilen Finanzpolitik. Wir haben Einnahmen optimiert, Ausgaben priorisiert und Fördermittel konsequent genutzt“, so Eichstetter.
Mehr als 168 Millionen Euro bewegt
Die Ausgaben im Vermögenshaushalt zeigen einen klaren Strukturbruch. Während in den Jahren 2015 bis 2019 insgesamt 38.370.913,94 Euro umgesetzt wurden, belief sich das Volumen in den Jahren 2020 bis 2025 auf 168.174.902,41 Euro. Damit wurde in den vergangenen sechs Jahren mehr als das Vierfache des Volumens der vorhergehenden fünf Jahre investiert und getilgt.
Die Infrastrukturinvestitionen inklusive Tilgungen im Überblick: 2020 wurden 14.966.726,56 Euro umgesetzt, 2021 waren es 34.078.963,83 Euro, 2022 32.529.107,61 Euro, 2023 29.583.971,99 Euro, 2024 28.568.417,71 Euro und 2025 28.447.714,71 Euro. Der Wert für 2025 basiert auf vorläufigen Zahlen, da der Jahresabschluss noch nicht endgültig festgestellt ist.
2025 als Doppeljahr von Investition und Entschuldung
Im Jahr 2025 wurden rund 19 Millionen Euro in Infrastruktur investiert und gleichzeitig rund neun Millionen Euro an Tilgungen einschließlich Sondertilgungen geleistet. Insgesamt ergibt sich eine Ausgabe von rund 28,447 Millionen Euro.
„2025 zeigt exemplarisch unseren Kurs: investieren, modernisieren und gleichzeitig Schulden abbauen“, betont der Bürgermeister.

Abbau historischer Altlasten
In den Jahren 2020 bis 2025 wurden wesentliche finanzielle Altlasten abgebaut. Dazu zählen die Integration und Ablösung der historischen CHF-Finanzierung in Höhe von 11,3 Millionen Schweizer Franken einschließlich Buchverlust, die Auflösung von Kassenkrediten in Höhe von rund 15 Millionen Euro sowie der generelle Schuldenabbau.
Insgesamt ergibt sich für den Zeitraum 2020 bis 2025 ein Schuldenabbau von 26.048.764 Euro.
„Wir haben einen Schattenhaushalt vollständig aufgelöst, Risiken transparent in den Kernhaushalt überführt und Altlasten beseitigt. Das war überfällig und ein entscheidender Schritt für dauerhafte Stabilität“, so Eichstetter.
Deutlicher Rückgang der Pro-Kopf-Verschuldung
Die Verschuldung pro Kopf lag per 31. Dezember 2019 bei 1.560 Euro je Einwohner im Kernhaushalt, real unter Berücksichtigung von CHF-Darlehen und Kassenkrediten bei rund 3.000 Euro je Einwohner. Per 31. Dezember 2025 beträgt die Verschuldung pro Kopf 1.475 Euro je Einwohner, ohne CHF-Altlasten und ohne Kassenkredite. Bei aktuell 15.398 Einwohnern entspricht dies der Gesamtverschuldung von rund 23,9 Millionen Euro.
„Wir stehen heute trotz enormer Investitionen finanziell stabiler da als noch vor wenigen Jahren. Das ist ein starkes Signal für unsere Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Eichstetter.
Keine strukturelle Neuverschuldung
In den Jahren 2023, 2024 und 2025 wurden keine neuen Darlehen zur Finanzierung des laufenden Haushalts oder klassischer Infrastrukturmaßnahmen aufgenommen. Lediglich im Zusammenhang mit dem Eisstadion wurde 2024 ein Darlehen in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro aufgenommen, bei einem Investitionsvolumen von über 3,5 Millionen Euro in energieeffiziente Kältetechnik. Das Darlehen wird innerhalb von zehn Jahren vollständig getilgt.
Sehr geringe Inanspruchnahme des Kassenkredits
Im Jahr 2024 wurde der Kassenkredit an lediglich neun Tagen genutzt, im Jahr 2025 an einem einzigen Tag. Zum Jahresende 2025 bestand ein positiver Kontostand.
Fazit
Der Faktencheck zum Vermögenshaushalt und zur Kreditentwicklung belegt einen klaren finanzpolitischen Kurswechsel seit 2020. Trotz steigender Zinsen und erheblicher Baukostensteigerungen wurde massiv investiert, gleichzeitig entschuldet und historische Altlasten wurden vollständig bereinigt.
Kurzfazit 2020 bis 2025: 168 Millionen Euro wurden in Infrastruktur investiert, 26,048 Millionen Euro an Altlasten und Schulden abgebaut. Die Verschuldung pro Kopf beträgt per 31. Dezember 2025 1.475 Euro je Einwohner.
„Solide Finanzen sind kein Selbstzweck. Sie sind die Grundlage dafür, dass wir Schulen sanieren, Infrastruktur modernisieren und unsere Stadt zukunftsfähig machen können. Füssen bleibt investitionsstark und zugleich verantwortungsvoll im Umgang mit Steuergeld“, so Erster Bürgermeister Maximilian Eichstetter abschließend.
Text: pm/FA · Grafik: Stadt Füssen



