
Steffi Guggemos: Fünf Jahre Osteopathie-Praxis in Füssen
Ein Porträt über Leidenschaft, Ganzheitlichkeit und den Weg zu sich selbst
Es gibt Menschen, die ihren Beruf ausüben – und es gibt Menschen, die ihre Berufung leben. Stephanie Guggemos gehört zur zweiten Kategorie. Seit fünf Jahren führt die Osteopathin ihre Praxis in Füssen, und wer sie heute erlebt, spürt sofort: Hier ist jemand bei sich angekommen. Ausgeglichen und in sich ruhend.
„Ich bin absolut bei mir angekommen. Diese Ruhe kann ich dem Patienten weitergeben”, sagt Stephanie Guggemos. Doch der Weg dorthin war kein gerader. Nach einer Lehre zur Bankkauffrau – „das war nicht meins”, sagt sie lächelnd, hängte sie noch eine Lehre als Arzthelferin an und arbeitete nebenbei als Fitnesstrainerin. Heute ist sie dankbar über diese Umwege, die ihr ein wichtiges Durchhaltevermögen gaben. „Es hat mich stärker und geduldiger gemacht“, erklärt sie.
Dass sie Osteopathin geworden ist, hat sicher auch mit der Krankheit ihrer Mutter zu tun, die an Rheuma litt, Ich habe sie oft massiert um die Schmerzen zu lindern”, erzählt sie. Die gebürtige Füssenerin mag es, mit Menschen zusammen zu sein und hat auch keine Scheu, sie anzufassen. Ihre Intuition, mit ihren Händen nicht nur zu fühlen, sondern quasi auch zu hören, wie es den Leuten geht, ist eine Gabe. Oft sind es die verborgenen, ungesagten Töne, die Guggemos aufhorchen lassen.
Um die bestmögliche Therapie anzubieten, hat sie viele Weiterbildungen gemacht. „Wenn ich etwas nicht verstehe oder nicht weiterkomme, dann suche ich nach Möglichkeiten, die mich weiterbringen“, erzählt sie. Dazu gehört die Böger-Therapie und auch das REMovementR oder wie zuletzt die Ausbildung zur ganzheitlichen Familienaufstellerin nach Nicole SchäferR. All das Gelernte fügt sie zusammen und macht etwas ganz Eigenes daraus. „Es gibt da kein Schema F”, betont sie.
Was ihre Arbeit besonders macht: Sie verbindet körperliche Behandlung mit emotionaler Arbeit. „Unsere Faszien speichern alle Traumata – auch Geburtstraumata. Heute weiß man das”, erklärt sie. Diese Behandlung löst bei manchen Patienten eine Emotionalität aus, in der auch Tränen fließen können. Dann beginnt Steffi Guggemos mit ihrer speziellen Klopftechnik des REMovements, eine bilaterale Stimulation, ähnlich der EMDR-Therapie. „Das Klopfen aktiviert das parasympathische Nervensystem, Stressreaktionen können sich lösen, der Patient kann entspannen“, sagt sie.
Ganzheitliche Betrachtungsweise
„Der Körper heilt nicht, wenn man gestresst ist”, erklärt Guggemos. „Evolutionär sind in uns die Stressreaktionen Kampf, Flucht oder Erstarren verankert. Das spiegelt sich in unserem Gewebe wider: Bei chronischem Stress wird vermehrt Cortisol ausgeschüttet, die Muskulatur bleibt dauerhaft angespannt, und unsere Faszien verlieren an Elastizität – sie verhärten und verkleben.“
Ihre Herangehensweise ist bewusst ganzheitlich: „Ich gebe den Menschen Impulse mit und versuche Glaubenssätze aufzulösen“ Auch Themen wie familiäre Verstrickungen, übernommene Traumata aus Kriegsgenerationen oder emotionale Konflikte können im Körper gespeichert sein und Beschwerden verursachen.
„Ich plane eineinhalb Stunden ein, damit die Patienten nicht das Gefühl haben, durchgeschleust zu werden“, betont sie. „Ich kann mich ganz in Ruhe auf das Gewebe einlassen.“
Ein Glückskind
Steffi Guggemos bezeichnet sich selbst als „Glückskind“. Auch ihre Praxisräume kamen wie von selbst zu ihr: „Der Raum kam sprichwörtlich auf mich zu. Ich hatte vor, die Praxis zu einem späteren Zeitpunkt in aller Ruhe zu eröffnen. Doch es kam anders. Die Praxis war frei und sofort zu mieten. Ich nahm das Angebot an.“ Die Osteopathin schätzt die Zusammenarbeit mit den Kollegen im Haus: „Es ist einfach schön, weil man sich gut austauschen kann und sich nicht als Konkurrenz sieht.“
Nie stehen bleiben
Stillstand ist für Stephanie Guggemos keine Option. Aktuell macht sie eine Weiterbildung bei Professor Schleip, dem „Faszienpapst“, wie er in Fachkreisen genannt wird. „Da bekommen wir sicher einige Übungen gezeigt, die ich in meiner Praxis anwenden kann. Auf diese Weiterbildung freue ich mich sehr.“
Als Nächstes steht eine Ausbildung in Breathwork an. Das ist eine Atemtechnik, die körperliche und emotionale Blockaden lösen kann. „Chronisch kranke Menschen sind immer in Anpannung, da wäre es wichtig, das System zu entspannen“, sagt sie. Und genau das möchte sie weiterhin ermöglichen: Menschen dabei helfen, zur Ruhe zu kommen, Blockaden zu lösen – körperlich wie emotional.
Stephanie Guggemos
Kemptener Straße 129
87629 Füssen, Deutschland
Telefon: +49 (0)1590 4699989
E-Mail: info@osteopathie-fuessen.de
Web: osteopathie-fuessen.de
Text: Sabina Riegger
Foto: Carola Michaela Fotografie



