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Kanalsanierung im Rathaus Füssen

Sorgfältige Instandhaltung eines national bedeutenden Kulturdenkmals

Die Stadt Füssen beginnt im Sommer 2026 eine seit Jahrzehnten notwendige Kanalsanierung im Bereich des Rathauses durch. Ziel der Maßnahme ist es, die unterirdische Infrastruktur zu erneuern und gleichzeitig die wertvolle historische Bausubstanz des Gebäudes langfristig zu erhalten. Die Arbeiten erfolgen mit modernen, überwiegend grabenlosen Verfahren und werden den laufenden Rathausbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigen.

Der geplante Baubeginn ist derzeit für den 8. Juni 2026 vorgesehen. Die Maßnahme wird gemeinsam mit weiteren Kanalsanierungen ausgeschrieben, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Die aktuell ermittelten Kosten belaufen sich auf rund 57.700 Euro netto, entsprechend etwa 68.650 Euro brutto. Die Maßnahme wird stand heute ohne Darlehen finanziert.

Im Zuge der Arbeiten werden mehrere Schächte saniert und Kanalhalterungen und modernere Kanalleitungen (zirka 80 Jahre alt) unter anderem mittels moderner Inlinertechnik instand gesetzt. Ergänzend werden verdeckte Schächte im angrenzenden Barockgarten geprüft und bei Bedarf in die Sanierung einbezogen. Dies wird der erste von diversen Bau-/Kanalsanierungsabschnitten der nächsten Jahre sein.

Historische Bedeutung des Rathauses Füssen

Das heutige Rathaus der Stadt Füssen befindet sich im ehemaligen Benediktinerkloster St. Mang, einem Bauwerk von herausragender historischer, kultureller und städtebaulicher Bedeutung. Die Klostergründung erfolgte in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts als Eigenkloster der Bischöfe von Augsburg. Die spirituellen Ursprünge reichen jedoch noch weiter zurück auf den Einsiedler Magnus, der an diesem Ort eine Zelle und ein Oratorium errichtet hatte und als Stadtpatron bis heute verehrt wird.

Zwischen 1696 und 1726 entstand unter Abt Gerhard Oberleitner der barocke Neubau des Klosters, der das Stadtbild Füssens bis heute prägt. Der Architekt Johann Jakob Herkomer schuf aus der gewachsenen mittelalterlichen Anlage einen repräsentativen, symmetrisch angelegten Klosterkomplex. Zusammen mit dem Hohen Schloss bildet St. Mang eines der bedeutendsten historischen Ensembles der Stadt.

Als Schloss Neuschwanstein 1869 (-1884) gebaut wurde, stand der barocke Neubau des heutigen Rathauses Füssen bereits seit rund 150 Jahren (+30 Jahre Bauzeit) und blickte da schon auf fast tausend Jahre Geschichte zurück.

Vom Kloster zum Rathaus

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster St. Mang im Jahr 1803 aufgehoben. Nach mehreren Eigentümerwechseln erwarb die Stadt Füssen im Jahr 1909 die ehemalige Gutsherrschaft St. Mang. In der Folge richtete sie im Nordflügel des Klostergebäudes ihr Rathaus ein, das seither Sitz des Ersten Bürgermeisters, des Stadtrates und der Stadtverwaltung ist. Im Südflügel befinden sich heute das Museum der Stadt Füssen sowie die Stadtbibliothek.

Denkmalschutz und nationale Bedeutung

Das Rathaus Füssen ist Teil des ehemaligen Klosterensembles St. Mang und steht seit Inkrafttreten des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes im Jahr 1973 unter gesetzlichem Denkmalschutz. Darüber hinaus wurde der Klosterkomplex im Jahr 2021 offiziell als „national wertvolles Kulturdenkmal“ anerkannt. Diese Einstufung bestätigt seine herausragende Bedeutung für die Bau- und Kulturgeschichte Deutschlands und unterstreicht die besondere Verantwortung für den Erhalt der historischen Substanz.

Verantwortungsvoller Umgang mit historischer Bausubstanz

Bürgermeister Maximilian Eichstetter betont:
Gerade bei einem Gebäude von nationaler kulturhistorischer Bedeutung ist es unsere Aufgabe, notwendige Sanierungsmaßnahmen frühzeitig, fachlich fundiert und möglichst substanzschonend umzusetzen. Die geplante Kanalsanierung ist eine Investition in den langfristigen Erhalt unseres Rathauses und damit in ein zentrales Wahrzeichen der Stadt Füssen.“

Über den genauen Ablauf der Bauarbeiten sowie mögliche temporäre Einschränkungen wird die Stadt Füssen rechtzeitig informieren.

Text · Fotos: Stadt Füssen

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