
Was Schmerzpatienten hilft
Deutscher Schmerzkongress zeichnet wissenschaftliche Arbeit aus
Welche Veränderungen im Verlauf einer Behandlung sind für Patienten mit chronischen Schmerzen tatsächlich bedeutsam? Eine Studie des Interdisziplinären Schmerzzentrums der m&i-Fachklinik Enzensberg liefert hierfür klare Grenzwerte. Die Ergebnisse unterstützen Ärzte und Therapeuten dabei, Therapieverläufe realistischer einzuschätzen und Behandlungen gezielt zu steuern. Für diese wissenschaftliche Arbeit wurden Chefarzt Dr. Martin Steinberger, Dr. Oliver Kuhnt, leitender Psychologe, sowie Dr. phil. Ingo Haase, Leiter Forschung und Qualitätssicherung, auf dem Deutschen Schmerzkongress 2025 mit dem Posterpreis ausgezeichnet.
Die Studie analysierte Daten von 954 Patienten, die stationär multimodal behandelt wurden. Mithilfe des Deutschen Schmerzfragebogens wurden Schmerzintensität, Alltagseinschränkungen, psychische Belastung und Lebensqualität erfasst. Die Forschenden ermittelten dabei zwei zentrale Messgrößen:
- die minimal klinisch relevante Differenz (MCID) – basierend auf der subjektiven Patienteneinschätzung
- die minimal nachweisbare Veränderung (MDC) – ab wann ein Ergebnis messfehlerfrei ist
„Diese Messgrößen ermöglichen es uns, den Behandlungsverlauf realistisch zu beurteilen“, sagt Dr. Haase. Die Ergebnisse zeigen: Verbesserungen zwischen 25 und 74 Prozent des Ausgangswerts sind erforderlich, um als klinisch relevant zu gelten. „In unserer täglichen Arbeit können wir uns auf eindeutige Schwellenwerte beziehen“, erklärt Dr. Steinberger. „Dies nutzen wir, um im Therapieverlauf Entscheidungen zu treffen“, ergänzt Dr. Kuhnt. Der Deutsche Schmerzkongress 2025 verzeichnete 1.511 Teilnehmer und über 200 wissenschaftliche Beiträge. „Wir sind stolz darauf, in diesem Kontext Anerkennung zu finden“, betont Dr. Kuhnt. Die Auszeichnung motiviert das Team, die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Klinik und Qualitätssicherung weiter zu stärken.
Text: FA/pm · Foto: Fachklinik Enzensberg



