Gesundheit

Salz

Wer kennt das Märchen von der „Salzprinzessin“? Ein König, in die Jahre gekommen, möchte gerne sein Reich an eine seiner drei Töchter übergeben, aber an welche? Er befragt sie einzeln, wie sehr sie ihn denn lieben würden. Die eine sagt, wie das Gold, die andere wie Samt und Edelsteine, nur die Jüngste hat eine sehr außergewöhnliche Antwort: „ Ich liebe Dich so wie das Salz.“ Der König war höchst empört und verbannte sie aus seinem Reich.

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Schlecht gedacht, denn ohne Salz können wir Menschen nicht überleben. Als die jüngste Tochter nun nicht mehr da war, passierte Folgendes: im ganzen Reich gab es auf einmal kein Salz mehr und war auch nicht mehr zu besorgen. Welche Katastrophe das bedeutete, war erst einmal noch nicht wirklich klar, das Essen schmeckte fade, das Haltbarmachen von Speisen war ein Problem und noch vieles mehr! Aber die Dinge, die mit dem Salzmangel zusammenhingen, waren wirklich gravierend! Alle wurden krank, entweder fielen ihnen die Haare oder die Zähne aus, sie wurden total saft- und kraftlos, oder sie hatten nichts mehr zu essen.

Der König gar war fast am Erblinden.  Die jüngste Königstochter hatte nach ihrer Verbannung so manche Abenteuer zu erleben, obwohl sie als Junge verkleidet war: Sie nimmt den Namen Anton an und trifft auf einen Prinzen, der von ihrer Herkunft nichts weiß. Zwischenzeitlich wohnt sie bei einer Kräuterfrau, die ihrer Mutter sehr ähnlich sieht. Diese gibt ihr zum Abschied ein Säckchen mit Salz mit. Damit kehrt sie zurück ins Königreich, das sie in einem erbärmlichen Zustand vorfindet. Aber das Salz bringt alles wieder ins Reine und der Bann wird gelöst. Alles wird wieder gut und sie kann sogar am Ende ihren Prinzen heiraten! Klingt fast etwas kitschig, aber die Moral von der Geschichte ist tatsächlich folgende: Salz ist lebenswichtig!

Unter der Salzgewinnung für uns Menschen versteht man einfach die Entnahme bestimmter leicht löslicher Salze aus den speziellen Vorkommen und deren Aufbereitung. Eigentlich geht es grundsätzlich um das Kochsalz, chemisch als Natriumchlorid bezeichnet und dessen Bearbeitung zu Speisesalz. Wie die Menschen früher wohl zu ihrem Salz gekommen sind, kann man nicht nachvollziehen, aber bereits in der Jungstein- und Bronzezeit wurde u.a im heutigen Sachsen-Anhalt aus Solequellen das wertvolle Mineral gewonnen. In der Eisenzeit entstanden viele dieser sog. Salinen an sehr unterschiedlichen Standorten. Die Küsten waren natürlich besonders bevorzugt durch das Meersalz. Hier ließ man das Salz einfach trocknen. Die Salzgärten von Guérande an der Côte sauvage in Frankreich arbeiten heute noch nach diesem Prinzip und ernten das besonders gute „Fleur de Sel“. Das ist nur ein Beispiel der Salzgewinnung. 

Die Salinen arbeiteten mit Siedegefäßen aus Keramik, die in den Siedeöfen auf kleine Säulen aus Ton gestellt wurden. Eine der ersten Salinenstädte war übrigens Bad Reichenhall und zwar seit dem Jahre 696! Bis heute noch können sich Menschen mit Atemwegserkrankungen dort in den Wandelgängen Erleichterung verschaffen. Kochsalzlösung zur Inhalation ist ja bekanntlicherweise ein probates Mittel gegen diese Beschwerden.

Salz war zu manchen Zeiten fast genauso wertvoll wie Gold. In einer sehr spannenden Krimi – Episode ging es um den Schatz eines Kaufmanns, der in einem Kloster versteckt sein sollte. In welchem wusste man anfangs nicht, aber als er gefunden wurde, waren die Finder nicht schlecht erstaunt – es handelte sich um Salz! Schade… oder auch nicht.

Als „Salzstraßen“ bezeichnet man alte Handelswege, auf denen das Salz transportiert wurde oft über weite Entfernungen. Das war natürlich sehr teuer. Von Bad Reichenhall ging es z.B. per Schiff auf der Salzach und dem Inn nach Passau und weiter über den „Goldenen Steig“ nach Böhmen.

Jetzt haben Sie sehr viel über die Geschichte des Salzes gehört, nun kommt der „medizinische Teil“. Wie wir schon in dem zwar erfundenen Märchen erfahren haben, ist das Salz wirklich essentiell für uns Menschen. Ein unbekannter Spruch lautet so: „Die Gesundheit ist wie das Salz, man merkt nur, wenn es fehlt.“

Viel oder wenig Salz pro Tag? Daran scheiden sich tatsächlich die Geister. Die einen sehen in einem eingeschränktem Salzverzehr ein universales Heilmittel gegen gegen Krankheiten wie Bluthochdruck, Altersbeschwerden oder überflüssige Pfunde. Dagegen kann ich auch nichts einwenden, allzu viel ist meistens ungesund, wie das häufige Nachsalzen der Speisen. Wie schon Paracelsus sagte: „Die Dosis macht das Gift!“

Was aber wirklich unbestritten positiv ist, sind Bäder oder Kuren in Meerwasser oder Sole. Wie viele Menschen konnten schon im toten Meer ihre Schuppenflechte oder Neurodermitis heilen? Diese Produkte, die es ja schon seit Jahrzehnten gibt, helfen zu lindern bei diesen Beschwerden.

Bereits die Antike kannte diese Kurorte, die sie allerdings der damals hauptsächlich so beliebten heißen Quellen verdankten. Zur Zeit des griechischen Arztes Hippokrates tauchte „Salu“ in der Medizin als wirksames Mittel gegen Übelkeit, Bisse, Warzen, Nervenleiden und als Gurgelmittel auf. Von dem eben schon erwähnten Paracelsus kannte man bereits die Solebäder gegen jegliche Arten von Hautleiden.

Naturheilkundler und Volksmediziner trugen das Wissen über die Heilkräfte des Salzes kontinuierlich weiter. Heute wissen wir es sehr genau: Salz in Verbindung mit Wasser ist die Grundlage zahlreicher Stoffwechselvorgänge! So regelt Salz unseren Elektrolyt- und Feuchtigkeitshaushalt, das ist besonders relevant für ältere Menschen, Mineralstoffe können deshalb im Körper gelöst und, ganz wichtig, verbrauchte Substanzen entsorgt werden. Auch bei der Steuerung von Muskeln und Nerven spielt Salz eine zentrale Rolle. Es dient der Reizleitung, hilft bei der Eisennutzung (!) und aktiviert diverse Enzyme. Ein ausreichender Salzkonsum, man spricht hier ungefähr von 2 bis 8 Gramm pro Tag, ist die Voraussetzung für körperliche und geistige Fitness. 

Zuwenig davon führt zu Konzentrationsschwäche und Leistungsabfall. Auch Kopfschmerzen und Migräne können auftreten. Das in Speisesalz enthaltene Natrium ist wichtig für den Knochenaufbau, während Chlorid als wesentlicher Bestandteil der Magensäure an den Verdauungstätigkeiten beteiligt ist.

Die Diskussion hinsichtlich Salzkonsum und hoher Blutdruck ist ja seit vielen Jahren in aller Munde. Ein Zusammenhang lässt sich hier tatsächlich gar nicht so pauschal herstellen, denn wie bekannt – jeder Mensch ist anders!

Aber zum Schluss noch etwas Kulinarisches: Marokkanische Salzzitronen. Zunächst sieben  Zitronen ,klar Bio, unter warmem Wasser abbürsten, dann das Ende abschneiden. Die Früchte längs in Viertel einschneiden und zwar so, dass die Enden noch zusammen gehalten werden. Den Saft natürlich in einer Schüssel auffangen. Die Zitronen vorsichtig auffalten, etwa sieben EL grobes Meersalz auf die Schnittflächen verteilen und wieder fest zusammendrücken. Zum Einlegen in ein sterilisiertes Einmachglas 1,5 L dicht nebeneinander legen. Eine weitere Zitrone halbieren, auspressen und mit dem vorher aufgefangenen Saft zugeben. Nochmals ein EL Meersalz kommt dazu. Dieses Glas mit kochendem Wasser auffüllen, so dass alles schön bedeckt ist. Drei bis vier Wochen ruhen lassen. So sind sie etwa ein Jahr haltbar. Entnahme natürlich mit einer sauberen Gabel und evtl. vorher noch unter kaltem Wasser abwaschen. Schmeckt super zu Fleisch- oder Fischgerichten, aber auch zu Risotto oder Couscous. Die Flüssigkeit kann in Dips und Salatsaucen verwendet werden.

Ja, das Salz des Lebens…

Ihre Apothekerin 

Simone Wagner

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