Tourismus

Nachgefragt! beim Tourismusdirektor der Stadt Füssen Stefan Fredlmeier

Aufwertung für Füssen:
Gesamtes Stadtgebiet ist Kneippheilbad

Die Stadt Füssen hat einen wichtigen Meilenstein in ihrer gesundheitstouristischen Entwicklung erreicht: Das gesamte Stadtgebiet wurde als Kneippheilbad anerkannt. Diese Auszeichnung ergänzt das bereits bestehende Prädikat als Moorheilbad im Ortsteil Bad Faulenbach und baut auf der bisherigen Anerkennung als Kneippkurort in den Ortsteilen Füssen und Hopfen am See auf. Der Weg zu dieser Qualifizierung begann 2020, als die Stadt die Bewerbung um die Prädikate ‚Kneippkurort‘ und ‚Kneippheilbad‘ für das gesamte Gemeindegebiet einreichte.

2021 erfolgte zunächst die Anerkennung als Kneippkurort, nun wurde mit der Qualifizierung zum Kneippheilbad ein weiterer bedeutender Schritt vollzogen. Was das für den Tourismus bedeuten könnte und welche Möglichkeiten sich daraus eröffnen, wollte Füssen aktuell vom Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier wissen.

Welche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich mit dem Prädikat für die Hotellerie an?
Das Prädikate „Kneippheilbad“ ist der offizielle Nachweis medizinischer und therapeutischer Expertise sowie von Veranstaltungen und öffentlicher Infrastruktur mit dem Themenschwerpunkt Kneipp. Gerade die Erlebnisangebote wie eine Kneippradrunde oder die Kneipptretbecken eignen sich für jeden Gastgebenden, also nicht nur Kurhotels oder Sanatorien, als Empfehlung für alle Gäste. Für stark gesundheitsorientierte Gäste ist dieses Prädikat ein zusätzlicher Anlass, sich mit Füssens Angeboten zu beschäftigen, insofern auch ein Marketingimpuls, den Gastgebende nutzen sollten, wenn sie eben diese Zielgruppe ansprechen.

Wird es zu den Kneippangeboten auch noch andere Gesundheitsangebote geben?
Die gibt es bereits, z.B. unter Nutzung von Moor, als Physiotherapie oder als psychosomatische Behandlungen. Insofern ist Füssen mit Blick auf Therapie und Medizin sehr breit aufgestellt. Jedes zusätzliche Angebot – ob mit oder ohne Kneipp-Schwerpunkt – stärkt den Gesundheitsstandort Füssen.

Bietet sich aufgrund des Prädikats eventuell auch ein Potenzial für eine längere Aufenthaltsdauer der Gäste?
Definitiv! Einen Impuls für eine bessere Gesundheit erhält man in der Regel nicht als Einnächter*in. Insofern ist der Ausbau der Gesundheitsangebote auch geeignet, die durchschnittliche Verweildauer zu verlängern.

Könnten Sie sich eine Vernetzung mit Krankenkassen für Präventionsangebote vorstellen?
Die Einbeziehung der Krankenkassen ist wieder stärker geworden, seit die ambulante Vorsorgemaßnahme – früher sprach man gerne von ambulanter Badekur – wieder als Pflichtleistung der Krankenkassen hinterlegt ist. Ein Beispiel ist Füssens kneippbasierte Kompaktkur für einen gesunden Schlaf, die von den Krankenkassen bezuschusst wird. Gleichwohl sehen wir es als Auftrag an, die Selbstverantwortung der Gesellschaft für die eigene Gesundheit zu stärken und nicht immer nach den Krankenkassen zu rufen. Ohne eine größere Bereitschaft, auch aus eigenem Geldbeutel Maßnahmen für seine eigene Gesundheit zu finanzieren, idealerweise präventiv und nicht erst als Reparatur bei bereits geschädigter Gesundheit – es gilt der Grundsatz: „Prävention vor Reha vor Rente vor Pflege“ – , werden wir die Herausforderungen für unser aller Gesundheitssystem kaum bestehen können.

Vielen Dank für das Gespräch.
Ich danke Ihnen für Ihr Interesse.

Text: rie · Foto: FTM, Andreas Hub

Verwandte Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"