
Wasserknappheit im Allgäu
Klimawandel erfordert Nachhaltiges Wassermanagement
Der Klimawandel und seine Folgen stellen uns vor neue Herausforderungen beim Wassermanagement. Besonders das Niedrigwassermanagement gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung, da längere Trockenperioden und steigende Temperaturen die Wasserstände in Flüssen und Grundwasserleitern beeinflussen.
Die Bedeutung des Niedrigwassermanagements erstreckt sich über verschiedene Bereiche unserer Gesellschaft. Zentral ist dabei die Sicherung der Trinkwasserversorgung sowie der Erhalt wichtiger Ökosysteme und deren Biodiversität. Auch die Gewährleistung der industriellen Wassernutzung und der Schutz der Landwirtschaft spielen eine wichtige Rolle. Nicht zu vergessen sind die Aufrechterhaltung der Schifffahrt und die notwendige Klimaanpassung in urbanen Räumen.
Die Klimaprojektionen weisen für einige Regionen in Bayern auf mehr Trockenheit und Niedrigwasser im Sommerhalbjahr hin. Auch das Allgäu ist davon betroffen. Von einer generellen Wasserknappheit im Allgäu kann man dennoch nicht sprechen, aber es gibt zunehmend Herausforderungen, die ernst genommen werden müssen und bereits zu verschiedenen Maßnahmen und Anpassungen geführt haben. Darüber haben wir mit dem Leiter der Stadtwerke Füssen, Helmut Schauer, gesprochen.
Das Allgäu gilt traditionell als wasserreiche Region. Dennoch spricht man von einer „Wasserknappheit“, bei der einzelne Regionen betroffen sind. Wie sieht das in Füssen und Umgebung aus?
Grundsätzlich sinken die Grundwasserstände in Deutschland bzw. in Bayern. Das heißt, es findet kein Ausgleich durch Grundwasserneubildung statt. Im südlichen Landkreis Ostallgäu bzw. bei uns in Füssen profitieren wir von den Wintermonaten bzw. der Staulage der Alpennordseite. Aktuell können wir keinen Rückgang der Grundwassermessstellen verzeichnen. Alle Pegel sind aktuell im „grünen“ Bereich. Die Stadtwerke kontrollieren und messen regelmäßig ihre eigenen Pegel. Ein enger Austausch findet mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten sowie dem Landratsamt Ostallgäu statt.
Die zunehmende Herausforderung durch den Klimawandel erfordert sicher auch besondere Maßnahmen. Welche Anpassungsmassnahmen haben die Stadtwerke erarbeitet?
Bei Neuerschließung von Baugebieten müssen bereits in der Planungsphase sämtliche örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Dazu zählen Bodenverhältnisse, Rohrgrabentiefe, Abnahme- und Einleitungsmengen, Leitungsquerschnitte für Wasser und Abwasser usw.. Bei der Wasserförderung und -speicherung müssen die Abnahmeverhältnisse berücksichtigt werden. Tagesverbräuche in den Winter- oder Sommermonaten
müssen beachtet werden. Wir plädieren in der Siedlungsbauplanung für die sog. „Schwammstadt“. Der Wasserkreislauf muss beachtet werden, das heißt, dort, wo Wasser anfällt, soll es auch wieder im Boden versickern (Regenwasser, Zisternen usw.). Die Regelwerke und Vorschriften müssen eingehalten werden. Die Trinkwassereinzugsgebiete müssen dabei besonders „geschützt“ werden.
Gibt es Investitionen in eine nachhaltige Wasserversorgung?
Die Einführung der digitalen Wasserzähler für das komplette Versorgungsgebiet trägt zu einer nachhaltigeren Wasserversorgung bei. Die Modernisierung im technischen Bereich (Elektrotechnik usw.) führt zu einem besseren Wassermanagement.Wasserverluste können somit minimiert werden. Rohrnetzberechnungen und Rohrnetzanalysen sind für uns gute Investitionen für eine nachhaltige Wasserversorgung. Die Kanalleitungen werden von uns laufend kontrolliert und ggf. saniert. Dadurch minimiert sich der schadhafte Eintrag in die Böden und somit ins Grundwasser, was wiederum für eine nachhaltige Wasserversorgung sorgt.
Viele Gemeinden in Bayern arbeiten mittlerweile konstruktiv zusammen. Wie ist die regionale Zusammenarbeit in Füssen? Haben Sie auch ein Niedrigwassermanagement?
Die Stadtwerke Füssen arbeiten eng mit den entsprechenden Behördenstellen vom Wasserwirtschaftsamt Kempten und dem Landratsamt Ostallgäu zusammen. Verbände wie der DVGW und die DWA liefern uns wertvolle Informationen und sorgen für wichtigen Austausch auf fachlicher Ebene. Zusätzlich stehen wir mit unseren Nachbargemeinden in engem Kontakt. Notverbünde bestehen zum Beispiel mit Schwangau, Rieden und dem OT Holz (Eisenberg).
Die Stadtwerke Füssen führen die sog. „Wasserwerksnachbarschaften“ an. Dort findet regelmäßig der Austausch der Fachleute im technischen Bereich statt. Kleinere Wasserversorger profitieren somit von den größeren.
Welche präventive Maßnahmen empfehlen Sie den Bürgern und Bürgerinnen für einen bewussteren Umgang mit der Ressource Wasser?
Wir animieren die Bürgerinnen und Bürger Wasser zu sparen. Information erhalten diese regelmäßig über die Jahresabrechnung, durch gesonderte Informationsschreiben oder auf unserer Homepage (www.stadtwerke-fuessen.de).
Diese wären:
- Wechseln Sie defekte Dichtungen an Wasserhähnen und Toilettenspülkästen aus. Der stets tropfende Hahn oder eine Toilette, die nicht „dicht hält“, können so viel Wasser „verbrauchen“ wie eine vierköpfige Familie.
- Beim Zähneputzen, Rasieren und Händewaschen den Wasserhahn nicht unnötig laufen lassen.
- Wasch- und Geschirrspülmaschinen nur voll beladen anstellen, auf die Vorwäsche bzw. das Vorspülen kann häufig verzichtet werden.
- mit niedrigeren Temperaturen waschen
- wenig oder besser überhaupt keinen Weichspüler verwenden
- Ihr Waschmittel entsprechend des Wasserhärtebereiches dosieren
- Sparsame Spülkästen für das WC benötigen heute nur noch sechs Liter Wasser und sind mit einer Spartaste ausgestattet, die eine Wasserunterbrechung ermöglicht. Das Toilettenbecken muss jedoch an die verringerte Wassermenge angepasst sein, sonst wird es nicht mehr richtig ausgespült. Der Fachhandel hilft gerne weiter.
- Achten Sie bei der Anschaffung neuer Geräte von Anfang an darauf, dass diese wassersparend arbeiten.
- Setzen Sie zum Gießen des Gartens eine Regentonne oder einen Wassertank ein.
- Befüllen Sie im Sommer Ihr Planschbecken oder Ihren Pool nur neu, wenn dies unbedingt nötig ist. Fragen Sie bei Ihrem Versorger, wann die ideale Zeit zur Befüllung ist, um das Netz nicht zu Spitzenzeiten zu belasten. Hierfür entstehen Ihnen jedoch zusätzliche Abwasserkosten, da das Abwasser in den Kanal eingeleitet werden muss. Bitte beachten Sie: Am besten ist es, wenn Sie keinen Pool unterhalten und stattdessen die regionalen Frei- und Hallenbäder nutzen.
Wasserwanderung von der Geschichte zur Gegenwart
Letzte Gelegenheit 2025: 11. September 2025
Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Wassers und erleben Sie eine einzigartige Reise durch die Zeit! Die Stadtwerke Füssen laden Sie herzlich zu ihrer beliebten Wasserwanderung ein.
Was erwartet Sie?
Von den historischen Anfängen der Wasserversorgung bis hin zu modernsten Technologien der Gegenwart: Entdecken Sie, wie sich unser kostbarstes Gut über die Jahrhunderte entwickelt hat. Diese besondere Führung verbindet Vergangenheit und Zukunft und zeigt auf, welche Bedeutung Wasser für unsere Stadt Füssen hatte und heute noch hat.
Für die ganze Familie
Wasser ist ein Thema, das alle Generationen fasziniert. Auf der Homepage der Stadtwerke Füssen finden Sie zusätzlich eine eigene Kinderseite mit dem sympathischen Maskottchen “Tropfi” – perfekt, um auch die Jüngsten für das Thema Wasser zu begeistern.
Jetzt anmelden!
Datum: 11. September 2025
Anmeldung erforderlich
Telefon: 08362-3002918
E-Mail: info@stadtwerke-fuessen.de
Mehr Informationen
Weitere wissenswerte Informationen rund um das Thema Wasser finden Sie auf der Homepage der Stadtwerke Füssen unter: www.stadtwerke-fuessen.de
Eine Veranstaltung der Stadtwerke Füssen in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Füssen
Text: Sabina Riegger · Foto: envato



