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Morbus Bechterew

Wenn die Wirbelsäule entzündet ist

Chronische Rückenschmerzen können auf eine rheumatische Erkrankung wie Morbus Bechterew hinweisen. Zum Welt Morbus Bechterew Tag am 4. Mai 2024 erläutern die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, welche spezifischen Symptome mit dieser seltenen Krankheit einhergehen und wie sie behandelt wird.

„Schmerzt der Rücken vor allem in Ruhephasen“, betont Dr. Artur Schleich, „deutet dies auf eine Entzündung hin – im Gegensatz zu orthopädisch begründeten Rückenschmerzen, die vermehrt auf Abnutzungserscheinungen und Bandscheibenprobleme durch Fehlhaltung und Fehlbelastung zurückzuführen sind.“ Gerade wenn die Schmerzen in der zweiten Nachthälfte oder am frühen Morgen auftreten, empfiehlt der Chefarzt für Rheumatologie an der Klinik St. Josef Buchloe eine Abklärung auf Morbus Bechterew.

„Meist ist die Lendenwirbelsäule oder die Kreuzdarmbeinregion betroffen“, führt Schleich aus, „im Verlauf können jedoch auch andere Körperregionen erkranken.“ Die Schmerzen veranlassen laut dem renommierten Rheumatologen zum Aufstehen und Umhergehen, worunter vorübergehende Besserung eintritt. Darüber hinaus gehe Morbus Bechterew häufig mit weiteren Entzündungen einher, so Schleich weiter, wovon etwa die Regenbogenhaut oder der Darm betroffen sein können. „Gelegentlich treten Morbus Crohn oder eine Schuppenflechte zeitgleich zur entzündeten Wirbelsäule auf“, erklärt der Chefarzt, „die Diagnosestellung ist jedoch nicht immer einfach.“

Therapie mit Schmerzmitteln und Krankengymnastik

Neben den entzündungshemmenden Schmerzmitteln ist laut Dr. Jutta Bohn vor allem regelmäßige Krankengymnastik wichtig. „Damit können wir der so genannten Einsteifung und dem damit einhergehenden Funktionsverlust vorbeugen“, betont die leitende Oberärztin für Rheumatologie an der Klinik St. Josef Buchloe. „Dennoch ist der Umgang mit Morbus Bechterew für Betroffene eine lebenslange Aufgabe.“

Wichtig sei daher die sichere und frühzeitige Diagnosestellung, macht die Rheumatologin deutlich, gefolgt von konsequenter medikamentöser sowie krankengymnastischer Therapie. „Mit modernen Medikamenten wie den zielgerichtet wirkenden Biologika kann der Krankheitsfortschritt heute eingedämmt werden“, verdeutlicht Bohn. „Dadurch wird auch die Lebensqualität verbessert.“

Text · Foto: Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

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