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Curcuma

Eine Königin der Gewürze

Wer kennt sie nicht, eine der wohl berühmtesten Gewürzmischungen der Welt: das Curry-Pulver? Es ist in erster Linie die gemahlene Curcumawurzel, die dem Curry seine goldgelbe, charakteristische Farbe verleiht und fester Bestandteil der Küche Südostasiens ist.

Bevor wir weiter ins Detail gehen, gerade auch bezüglich ihrer gesundheitsfördernden Wirkung, möchte ich Ihnen die Curcuma (Curcuma longa) noch etwas genauer vorstellen.

Im deutschen Sprachraum ist sie eher als Gelbwurz, Safranwurzel oder Gelber Ingwer bekannt, gehört sie ja auch zu den Ingwergewächsen, botanisch Zingiberaceaen, zu denen etwa 1500 Arten gehören, von denen aber fast alle nur als Zierpflanzen betrachtet werden. Auch die Curcuma blüht wunderschön mit ihren weißen, rötlich-gestreiften Blütenblättern, aber das, auf was es uns ankommt, liegt unter der Erde. Ihr Wurzelstock, der Fachbegriff lautet Rhizom, ist ein verdickter und verzweigter, unterirdisch wachsender Pflanzenteil, aus dem die eigentlichen Wurzeln entspringen und der der Überwinterung und Speicherung von Reservestoffen dient.

Der Anbau und die Ernte machen es den Bauern nicht gerade leicht: vom Setzen der Stecklinge bis zur Ernte dauert es knapp 10 Monate. Dann werden die Rhizome gereinigt, 20 Minuten in Wasser gekocht und anschließend 1 Woche in der Sonne getrocknet. Zuletzt wird noch in mühevoller Handarbeit die braune Außenschicht wegpoliert, erst dann geht die Ware zum Pulverisieren in die Fabrik! Curcuma in Pulverform schmeckt feinherb, würzig, leicht erdig, nur wenig scharf und – bei zu reichlicher Verwendung leider etwas bitter. Daher wird es hierzulande nur seht sparsam verwendet. Es passt aber prinzipiell sehr gut zu Eierspeisen, zu Reis, zu Nudeln, so wie auch vielen Gemüsesorten.

In Großbritannien wird das goldgelbe Gewürz zur Herstellung der berühmten Worcestershire-Sauce benötigt. Ein absolutes Trend-Getränk ist jetzt neuerdings die sog. „Goldene Milch“, die für eine Entgiftungskur regelmäßig über mehrere Monate getrunken werden soll. Das Rezept ist sehr einfach: in ein Glas Mandel- oder Soja-Milch wird ein TL Curcuma – Pulver eingerührt und anschließend in einem Topf erwärmt.

Durch Zugabe von etwas Öl oder geklärter Butter entfaltet sich die Wirkung der am besten in Fett löslichen Inhaltsstoffe wunderbar! Je nach Geschmack mit Honig süßen, oder wer es gerne etwas schärfer mag, mit schwarzem Pfeffer würzen und dann heiß servieren. Jetzt wird es noch mal super interessant, denn der Wirkstoff Curcumin, ein sekundärer Pflanzenstoff aus dieser besonderen Pflanze gilt als natürliche therapeutische Ergänzung bei vielen Volkskrankheiten wie u. a. Rheuma, Diabetes oder Arthrose! Geforscht wird schon seit ungefähr 30 Jahren und einige tausend Studien wurden bereits veröffentlicht, die sich mit der Wirkungsweise und den möglichen Einsatzgebieten von Curcuma beschäftigen. Die vielen gewonnenen, positiven Ergebnisse sind der Grund, warum die gelbe Wurzel heute zu den größten Hoffnungen für die naturheilkundliche Behandlung diverser Erkrankungen gilt.

Also, wie gesagt, immer mal etwas Curcuma-Pulver im Essen reicht leider nicht aus, denn für eine vernünftige Wirkung braucht man schon die richtige Form und Dosierung und das auch über einen längeren Zeitraum, damit sich hier was bewegt. Das Curcumin ist ja eben lipophil, d.h. nur zu Fetten und Ölen löslich, in Wasser so gut wie gar nicht. Daher kann es so über den Darm kaum aufgenommen werden. Aber: es gibt bereits Präparate in Kapselform auf dem Markt, die durch eine patentierte, sog. „Mizellentechnologie“ eine sehr hohe Bioverfügbarkeit haben und dadurch auch einfach einzunehmen sind.

Jetzt kommen wir noch einmal zu den speziellen Einsatzgebieten:
Gerade bei Gelenkentzündungen wie Rheuma oder einer degenerativen Arthrose kommt es ja gerne zu einer Chronifizierung, d.h. man bekommt seine Beschwerden wie Schwellungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkung überhaupt nicht mehr los und das geht echt auf die Lebensqualität! Hier bietet sich Curcumin wirklich sehr gut als Begleittherapie an, um die Entzündung im Griff zu halten und gleichzeitig das körpereigene Immunsystem zu unterstützen. Hier bietet sich folgende Kombi an: Curcumin + Weihrauch (Boswellia serrata), schon jahrhundertelang bekannt aus der traditionellen chinesischen und indischen, ayurvedischen Medizin, evtl. sogar kombiniert mit Vitamin D für die Knochen.

Curcumin bei hohen Cholesterinwerten: die Zahlen dieser Patienten steigen seit Jahren weltweit an. Im Allgemeinen wird dieser Zustand ja als ein Nebeneffekt der sogenannten „Wohlstandsgesellschaft“ bedingt mit Übergewicht, Bewegungsmangel usw. betrachtet. Nicht immer ganz fair, denn es gibt auch andere Ursachen wie genetisch bedingt hohe Werte, aber oft ist schon was dran. Tatsächlich kann meist durch eine Ernährungsumstellung und einen veränderten Lebensstil viel erreicht werden.

Curcuma bei Diabetes mellitus: diese Volkskrankheit wird grundsätzlich in 2 Typen unterteilt – den Typ I, der zeitlebens behandelt werden muss und den weniger aggressiven Typ II, den 95% der Diabetiker haben und der auch durch Früherkennung und anschließende Lebens- und Ernährungsumstellung relativ gut therapierbar ist. Selbst hier stimmen die neuesten Studien zu Typ II die Forscher sehr positiv, denn neben seiner entzündungshemmenden und antioxidativen Wirkung hat das Curcumin offenbar auch die Fähigkeit den Blutzuckerspiegel zu senken, besonders in der Vorbeugung bei bekanntem Risiko.

Schützt Curcuma vor Alzheimer?
Schon eine gewagte These! Neue Statistiken zeigen ja, dass gegenwärtig etwa jeder zwölfte Einwohner über 65 Jahren, der in den europäischen Industrieländern lebt, früher oder später an Demenz erkranken wird. Gegenwärtig wird davon ausgegangen, dass eine Alzheimer-Erkrankung durch abgelagerte Plaque zwischen den Gehirnnervenzellen entsteht. Diese Plaques setzen sich aus fragmentierten Eiweißstoffen zusammen, die im Gehirngewebe Entzündungen auslösen, die dann wiederum wichtige Gehirnfunktionen stören können. Curcumin besitzt ja diese entzündungshemmende Wirkung, aber es muss natürlich durch die sog. „Blut-Hirn-Schranke“ kommen. Eine Studie der Universität Los Angeles zeigt dazu bereits positive Hinweise und auch eine Untersuchung in einem japanischen Krankenhaus bestätigte, dass sich nach einem Jahr der Einnahme die Symptome der Patienten verringerten und die Gedächtnisleistung wieder besser wurde. In diesem speziellen Zusammenhang wird gerne mit dem Wirkstoff Piperin kombiniert, der aus dem Schwarzen Pfeffer (Piper nigrum) stammt und der, wie es in der Fachsprache heißt, als „Bio-Enhancer“ wirkt, das bedeutet, dass er die Bioverfügbarkeit anderer Vitalstoffe erhöht und deutlich verstärkt. Und das ist natürlich zu seinen anderen hervorragenden Eigenschaften eine ganz tolle Sache!

Wann sollte man allerdings vorsichtig mit der Einnahme größerer Mengen von Curcuma sein: es kann Wechselwirkungen mit Blutverdünnern geben, bei vorhandenen Gallensteinen, manifesten Entzündungen oder starker Diabetes. Hier einfach nochmal Rücksprache mit dem Arzt nehmen, und das auch in der Schwangerschaft und Stillzeit, aber hier nur aufgrund fehlender Erfahrungswerte.

Essen Sie mal
wieder indisch!

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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