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Die Neuen an der Mittelschule

Benjamin Vötterle und Anna-Verena Jahn sind das Schulleiter-Team

Am Montag vor Schulbeginn musste sich der Besucher noch durchfragen, wo denn der Eingang und die Verwaltung mit der neuen Schulleitung der Anton-Sturm-Mittelschule zu finden seien. Am nächsten Tag, zu Schulbeginn, wiesen Lehrkräfte den Schülern den Weg in ihre Schule. Denn hier wird kräftig umgebaut, die rund 60 Millionen teure Sanierung der Gebäude von Grund- und Mittelschule wird noch einige Jahre andauern. Zurzeit ist die Verwaltung in einen doppelstöckigen Containerbau ausgelagert, der sich im Schulhof befindet. Derzeit wird die Turnhalle abgerissen, zum Sport wird es in die gut einen Kilometer entfernte Weidach-Turnhalle gehen, eventuell auch in das Bundesleistungszentrum. In drei Jahren soll dann die neue Dreifach-Turnhalle fertig sein: „Das wird super“, freuen sich Benjamin Vötterle und Anna-Verena Jahn schon jetzt. Vötterle war bisher Stellvertreter des ausgeschiedenen Rektors Elmar Schmitt und übernimmt nun die Funktion als Schulleiter. Seine Stellvertreterin als Schulleiter-Vize, Jahn, hatte bisher eine Klassleitung. Sie wird auch ihre nun 9. Klasse behalten und zum Abschluss führen.

Nachdem klar war, dass Schmitt in Ruhestand geht, hatte Jahn zunächst mit Vötterle gesprochen. Nach dessen Zustimmung „habe ich mich auf diesen Posten beworben.“ Und fügt gleich hinzu: „Wir wissen natürlich, dass die Schulsanierung eine Herausforderung ist“. Bei 31 Lehrkräften und rund 320 Schülerinnen und Schülern übernehmen beide weiterhin Unterricht. „Ich finde es wichtig, dass man Beziehung zum Unterricht hat“, begründet Vötterle seine Motivation.

Die Klassenverteilung stand schon vor den Sommerferien fest, als sich das Lehrerkollegium kurz vor dem Schulbeginn traf. Vötterle sieht seine Schule weitestgehend mit Lehrkräften versorgt, seine Befürchtungen waren schlimmer. Allerdings kann er keine Arbeitskreise anbieten, keinen Schulchor, kein Theater, keine Sport-Gruppen. Mobile Reserve habe er keine gemeldet, „notfalls muss man sich intern vertreten“.

Das Pilotprojekt „Digitale Schule“ führt die Digitalisierung („Digitales Klassenzimmer“) fort, die schon seit einigen Jahren an der Anton-Sturm-Mittelschule laufe, so Vötterle. Ziel sei, die digitalen Endgeräte im Unterricht zu nutzen. Jahn nennt Details, die in zwei fünften und zwei siebten Klassen erreicht werden sollen: Die Lehrkräfte werden in diesen Klassen die digitalen Medien im Unterricht verstärkt verwenden. So sind die Schulbücher digitalisiert, die Nutzung ist nachhaltig – weniger Kopierpapier – und Schüler wie Lehrer können gemeinsam an einem Text arbeiten.

Extrem größere Klassen gibt es laut Jahn nicht. Die besondere Herausforderung sei die heterogene Zusammensetzung der Schüler. Heuer werden erstmals zwei Deutsch-Klassen gebildet, in denen vier Stunden pro Woche Deutsch als Zweitsprache unterrichtet wird. Eine ukrainische Lehrkraft unterstützt hier, zwei ausgebildete Deutsch-Lehrkräfte kommen hinzu. Zuerst gehe es hier um die Alphabetisierung, denn Ukrainisch habe kyrillische Schriftzeichen. Aber es gebe keine reinen Ukraine-Klassen, ergänzt der Schulleiter. Auch andere Sprachgruppen seien vertreten.

Diese beruflichen Anforderungen gleicht Vötterle durch viel Sport aus. Der dreifache Familienvater geht viel in die Berge, macht Skitouren. In der eigenen Werkstatt baut er Werke aus Holz, andererseits entwickelt er auch eigene Software-Projekte. Und er trainiert eine Fußballmannschaft in Rieden. Jahn, Mutter einer vierjährigen Tochter, hat als Stadträtin bereits Vorarbeit zur Sanierung der Schule geleistet. Die bisherige SPD-, jetzt Grünen-Frau ist zwar ganz neu in der Schulleitung, aber: „Das ist schon eine Herausforderung, aber man wächst mit seinen Aufgaben“. Als Ausgleich, quasi zum Auspowern, betreibt sie viel Sport, wie Rennradeln, Laufen, Joggen. Das macht sie gerne auch in der Frühe. Da ist sie ganz für sich alleine.

Text· Foto: Anton Reichart

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