KulturLeben

“Ich lebe die Rolle”

Im Gespräch mit Simone Kammerlander und Bernhard Wolf

Sie sind fest beim Proben, die Schauspieler der Geierwally-Freilichtbühne. Am 9. Juli ist Premiere des Theaterstücks „Die reiche Lisabeth“, ein Stück aus der Feder von Bernhard Wolf und Christoph Kammerlander. Beide sind Freigeister, Künstler, Musiker, Theaterspieler und Lechtaler aus tiefstem Herzen, wie beide betonen. Sie sind gemeinsam aufgewachsen und kommen aus Bach. Bernhard Wolf führt nie Regie. Er spielt lieber und schlüpft in andere Rollen rein. Für ihn ist Teamarbeit immens wichtig, weil nur so ein Projekt weiterkommt. „Beim schreiben muss man einfach uneitel sein und Kritik vertragen können“, so der künstlerische Leiter der Geierwally-Freilichtbühne. “Füssen aktuell” war bei den Proben dabei und sprach mit der Hauptdarstellerin Simone Kammerlander und Bernhard Wolf, der die Rolle des Edmund Schueller, Lisabeths engstem Vertrauten, spielt.

Simone, wer hat Ihnen die Rolle angeboten, Ihr Mann oder Bernhard?
Es war eher ein Miteinander. Ich habe mich sehr gefreut und hatte und habe noch Respekt vor der Rolle. Doch mit dem Ausarbeiten der Rolle macht es immer mehr Spaß und ich verstehe sie jetzt und weiß, wer sie war (Anm. d. Red.: mit sie ist die Figur Lisabeth gemeint).

Hast Du Bedenken gehabt die Rolle zu übernehmen. Du bist 43 Jahre alt und sollst die Lisabeth im verschiedenen Lebensalter darstellen. Die Lebensabschnitte werden unter anderem durch Trachten, die du trägst, dargestellt.
Bedenken hätte man durchaus haben können, aber so wie das Stück geschrieben ist und da man mit den Trachten arbeiten kann und die unterschiedlichsten Alterstufen darstellen kann, waren meine Bedenken gleich mal weg.

Was bedeutet die Lisabeth als Rolle für Dich? Spielst Du oder lebst Du die Rolle?
Ich lebe die Rolle und das macht schon viel mit mir. Schon während den Proben merkte ich, dass sie eine großherzige und zugleich eine einsame Frau war. Sie hat viel Geld gehabt, aber da spürt man, dass das Geld nicht alles ist. Ich spüre bei ihr eine einfache Sehnsucht nach wahrer Liebe, nach wahrer Freundschaft. Sie hat schöne Momente, aber durchaus auch viele traurige. Das alles in zwei Stunden zu durchleben, macht schon etwas mit einem, es ist sehr emotional.

Seit wann spielst Du Theater?
Das erste Mal war das 2000. Das war die Alpenrosenkönigin. Ich habe zehn Jahre lang gespielt und dann habe ich zehn Jahre lang eine Pause gemacht.

Kommst Du aus einer Theaterfamilie?
Bei uns in der Familie hat niemand Theater gespielt, ich bin aber ziemlich schnell zum Schultheater gekommen. Da habe ich dann Feuer gefangen und über Umwege bin ich zur Geierwally-Freilichtbühne gekommen.

Bernhard, Du spielst den Edmund Schueller, den Freund und Vertrauten der Lisabeth.
Ja, ich spiele das männliche Pendant dazu. Eine frei erfundene Figur. Als wir die erste Szene geschrieben haben, wussten wir nicht, wie wichtig diese Figur für die Lisabeth ist. Im Schreibprozess haben wir gespürt, dass sie jemand begleiten und mit ihr auf Augenhöhe sein muss. Ich mag die Edmund-Figur sehr gerne.

Simone Kammerlander: Ich mag sie auch. Ich bin dankbar, dass Edmund an meiner Seite ist, ein Leben lang (lacht).

Bernhard Wolf: Wir zwei sind eigentlich die einzigen, die diese Alterschwellen spielen.

Bei Simone kommen die Trachten ins Spiel, die das Alter symbolisieren. Wie verkörperst Du die verschiedenen Alterstufen, Bernhard?
Das sind Kleinigkeiten, die über Rhythmen gehen, über die Haarfarbe und die Körperlichkeit. Nicht übertrieben, es soll keine Persiflage sein, sondern ein feines Altern. Das Publikum ist von Anfang an dabei und akzeptiert es ganz schnell. Hoffen wir natürlich (lachen). Markus, unser Regisseur, hat Simone in der 1. Szene so quirlig und unruhig inszeniert und es war wirklich erstaunlich. Auf einmal war sie viel jünger.

Simone: Ich habe es wirklich schnell aufgenommen und umsetzen können und dann war das Gefühl der jugendlichen Leichtigkeit da, die eigenen Erinnerungen kamen zurück und dann konnte ich problemlos die Szene spielen.

Hast Du eine Lieblingszene, Simone?
Nein, weil ich jede Szene so besonders finde.

Wie viele Trachten wirst Du insgesamt in dem Stück tragen?
Es sind fünf, wobei eine Tracht meine eigene ist.

Ich wünsche Euch viel Erfolg und vielen Dank für das Gespräch.
Schön, dass Du uns besuchst hast.

Uraufführung SA 09. JULI,
BEGINN 20:30 Uhr

WEITERE TERMINE:
JULI: FR 15. | SA 16. | FR 22. | SA 23. | FR 29. | SA 30.
AUGUST: FR 05. | SA 06. | FR 12. | SA 13. | FR 19. | SA 20.

Kartenvorverkauf
Tourismusverband Lechtal
Untergiblen 23 · A-6652 Elbigenalp
Telefon: +43 (0) 5634 5315 12
E-Mail: geierwally@lechtal.at

Das Gespräch führte: Sabina Riegger Foto: rie

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