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Arthrose – Teil 3

Jetzt kommen die Pflanzen

Einerseits war ich echt begeistert, aber auch irgendwie doch sehr erschrocken, welche Resonanz ich auf meine letzten beiden Artikel über Arthrose bekommen habe! Es war mir tatsächlich nicht bewusst, wie viele Menschen darunter leiden, und das oft seit so vielen Jahren. Da bin ich mit meinem Daumen wirklich noch ein „junges Reh“…

Deshalb habe ich mich entschlossen, nochmals einen „Nachschlag“ zu geben, und diesmal aus dem Pflanzenreich. Niemand kann natürlich sagen, welches Mittel für Sie ganz individuell passt, man kann Empfehlungen aussprechen, aber ich höre da immer sehr gerne auf mein Bauchgefühl, das, was einen ganz spontan „anspringt“, ist sehr oft das Richtige! Denken Sie auf jeden Fall trotzdem erst mal immer daran, die Gelenke beim Orthopäden durchchecken zu lassen, bevor Sie auf eigene Faust loslegen: hier gibt es für jedes Gelenk 10-15 verschiedene Handgriffe – dehnen, strecken, kugeln, drehen – um eine Diagnose zu stellen. Dennoch ist ein Röntgengerät oder ein MRT unverzichtbar: Anhand der Aufnahmen lässt sich erkennen, in wie weit der Knorpelverlust am Gelenk schon fortgeschritten ist und man kann dementsprechend reagieren. Danach richtet sich dann auch die Therapie. Etwaige Kalkablagerungen in der Schulter lassen sich auch per Ultraschall feststellen. Aber nichtsdestotrotz ist eine Unterstützung mit Hilfe der Naturheilkunde nie verkehrt!

Ein ganz großes Mittel aus der Heilkunde der Hildegard von Bingen ist das sogenannte „Sellerie-Mischpulver“, das aus Selleriesamen, Weinraute, Muskatnuß, Nelke und Steinbrech besteht und seine Wirkung nicht nur bei Arthritis und Arthrose, sondern auch bei Rheuma- und Gicht-Attacken und den daraus resultierenden Schmerzen entfaltet. Ja, der Schmerz und die teilweise doch sehr schlechte Beweglichkeit können einem ganz schön zu schaffen machen und den Alltag massiv erschweren! Was hier aber sogar noch positiv dazu kommt, ist die Beseitigung der problematischen Entzündungen und die Ausscheidung von Schlacken-und Giftstoffen, die sich ja gerne in den Gelenken einlagern. Weniger Entzündung, weniger Schmerz!

Dieses Pulver schmeckt jetzt nun nicht wirklich fein, eher ziemlich bitter, aber ich denke, das nimmt man schon mal gerne in Kauf. Die Einnahme ist folgende: 1 TL morgens aufs Butterbrot, am besten zusammen mit Quitten-Gelee. Die Quitte ist besonders gut für Gichtpatienten, da sie zusätzlich den Harnsäure-Spiegel senkt, aber auch den Geschmack des Pulvers ganz gut kaschiert. Die Kurdauer beträgt 6-8 Wochen, den gleichen Zeitraum auch mal gerne wieder Pause, und dann das Ganze nochmals. Gerade bei den kleinen Gelenken, wie Finger oder Zehen ist das wirklich sehr erfolgversprechend. Schmieren und salben hilft allenthalben“, diesen Spruch kenne ich noch aus meiner Kindheit, aber da ist schon etwas Wahres dran. Auch hier hat die Hl. Hildegard eine Empfehlung: die Wermutsalbe, auch manchmal Arthritissalbe genannt. Die Rezeptur klingt zugegebenermaßen schon sehr nach Mittelalter, ist aber auch heute noch in dieser Form fertig erhältlich aus frischem Wermutsaft, Hirschtalg und Ziegen- oder Rinderfett. Damit können Sie sich mehrmals täglich die betroffenen Partien einreiben, die Schmerzen lassen ziemlich schnell nach und die Gelenke werden besser beweglich. Klar ist auch hier wieder Geduld gefragt, es kann schon einmal auch mehrere Wochen dauern, aber laut mir bekannten Berichten war dann sogar das Treppensteigen teilweise wieder möglich! Was die Hl. Hildegard noch dazu schreibt, ist , dass die Massage vor einem Ulmenholz-Feuer besonders wirkungsvoll sei, aber das bringt uns heutzutage wohl doch etwas in Schwierigkeiten… Rotlicht, oder, wenn vorhanden, ein Kachelofen, zur Not auch der freistehende Heizkörper, um sich davor als Wärmequelle zu setzen, erfüllen absolut auch ihren Zweck. Was ich Ihnen aber unbedingt auf den Weg geben möchte, ist folgendes: bei chronischen Entzündungen ist Wärme von Vorteil, aber nie, wenn es gerade ganz akut ist, hier sollte man immer besser mit Kälte arbeiten, Quarkwickel, Auflagen mit Weißkraut, Retterspitz, Kühlkompressen etc., um die Hitze aus dem Gelenk zu ziehen, sind dann wesentlich besser.

Ein ganz interessanter Ansatz ist ebenfalls der Wirkstoff Curcumin, den Sie mit Sicherheit alle kennen. Die Pflanze Curcuma, sprich, die javanische Gelbwurz (Curcuma xanthorrhiza), ist ein Hauptbestandteil des Gewürzes Curry, gibt ihm diese schöne gelbe Farbe, und wer die asiatische Küche mag, der liebt es sowieso. Seit geraumer Zeit kommen Produkte aus dem Rhizom, dem sog. Wurzelstock, bei Arthrose und rheumatoider Arthritis zur Anwendung, speziell zur Schmerzlinderung. Curcuma ist ja eine seit Jahrhunderten bekannte Heilpflanze, deren aktive Bestandteile eben die sog. Curcuminoide sind. Curcumin ist die Bezeichnung für die Mischung dieser Wirkstoffe. In der schon lange bekannten, traditionellen Medizin werden in pflanzlichen Arzneimitteln gerade die Wurzeln gerne auch u.a. zur Linderung von Verdauungsbeschwerden, speziell gerade im Leber-Gallen-Bereich angewandt. Deshalb sind diese Gerichte so gut bekömmlich! Ja, nun gut, nicht jeder möchte wirklich täglich Curry-Gerichte essen, so gut sie auch schmecken, deshalb haben sich auch verschiedene Firmen Methoden überlegt, wie sie das Curcumin, das leider sehr schlecht wasserlöslich ist, in eine optimale Verfügbarkeit bringen können. Es gibt inzwischen verschiedene Varianten, sowohl in flüssiger als auch in fester Form, die ihren Zweck, nämlich, bei den entzündeten Gelenken anzukommen, effektiv erfüllen. Diverse Studien zeigten im Vergleich mit den chemischen Wirkstoffen Diclofenac, Ibuprofen und Paracetamol eine gleichwertige, zum Teil sogar bessere schmerzlindernde Wirkung und das Ganze sogar ohne die sonst möglichen Nebenwirkungen der Medikamente! Natürlich muss man hier noch weitere Forschungen betreiben, aber ich finde, da sollte man unbedingt am Ball bleiben und eine gute Unterstützung ist es auf jeden Fall, das ist schon mal sicher!

Pflanzen, die ich Ihnen schon einmal in einem anderen Zusammenhang vorgestellt habe, sind aber auch bei Arthrose und deren Beschwerden sehr Erfolg versprechend:

Hecken-oder Hundsrose (Rosa canina)

Diese Rose ist im Prinzip die Mutterpflanze aller unserer Rosengewächse, der Rosaceen, von der auch unsere ganzen beliebten Zier-Rosen abstammen.
Verwendet werden hier die Fruchtschalen, also die Hagebutten, mit, ganz wichtig, ihren Samen: als Tee, als Pulver (z.B. 2 EL pro Tag in Joghurt) oder auch in Kapselform, je nachdem, wie es Ihnen persönlich am liebsten ist.
Die Früchte enthalten Vitamin C, aber auch zahlreiche andere Vitamine, Mineralien, Flavonoide, Gerbstoffe, die Samen fettes Öl, Vitamin E, ätherische Öle, um nur so einiges zu nennen.

Was für unsere Gelenke ganz prima ist: die Hagebutten wirken schmerzstillend und mobilisierend, reduzieren die Morgensteifigkeit und etwaige Entzündungen und, für mich ganz wichtig, schützen das Knorpelgewebe. Denn, das haben Sie ja von mir bereits mehrfach gehört: wenn der Knorpel einmal komplett weg ist, dann ist er tatsächlich unwiederbringlich weg und es braucht nun wirklich ein neues Gelenk, um sich je wieder ohne Schmerzen bewegen zu können!

Auch die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) wirkt in ähnlicher Weise, also sprich entzündungshemmend, schmerzlindernd und ebenfalls zur Erhaltung der Knorpelsubstanz. Sie verbessert deutlich die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit der Gelenke. Nachdem ein Tee daraus echt nicht so fein schmeckt, würde ich hier eher zur Einnahme von Kapseln raten.

Also, wie Sie sehen, hat auch Mutter Natur noch so einiges in petto, um unsere Gelenke fit zu halten!

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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