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50 Jahre Fliesen Adam

Es ist eine betriebliche Erfolgsgeschichte, die schon über viele Jahrzehnte lang geschrieben wird, ganze 50 davon allein von einer Familie. Hans-Jörg Adams Vater kam 1964 durch die Bundeswehr nach Füssen. Nach seinem Wehrdienst fing er 1966 bei der damaligen Firma Kirchbauer als Fliesenleger an. Nach seiner bestandenen Meisterprüfung übernahm er 1972 schließlich den Betrieb seines Arbeitgebers, da kein Nachfolger aus der Familie zur Verfügung stand. Die Firma selbst wurde nach Adams Kenntnis in den dreißiger Jahren in der Altstadt gegründet und später in die Hochstiftstr. 39 verlegt. Nachdem Hans-Jörg Adam den Betrieb seines Vaters 2006 übernommen hatte, zog das Unternehmen zwei Jahre später in seine neuen Geschäftsräume in der Abt-Hafner-Straße 3. Wir haben mit Hans-Jörg Adam über die Firmengeschichte, die Veränderungen der letzten Jahrzehnte und auch die Zukunft der Fliese gesprochen.

Herr Adam, 50 Jahre Firmenjubiläum, ein halbes Jahrhundert. Welche Bedeutung hat diese lange Zeit und die damit verbundene Erfolgsgeschichte für Sie persönlich?
Auf unser 50-jähriges Jubiläum sind wir sehr stolz. Wir sind vor allem stolz auf unsere Mitarbeiter, die uns in diesen 50 Jahren begleiten und begleitet haben, manche von ihnen sogar schon über 40 Jahre.

Wie hat sich der Betrieb über all die Jahre hinweg verändert? Welche Meilensteine waren wichtig und entscheidend?
Veränderungen gab es über die Jahre viele. Mein Vater übernahm den Betrieb mit drei Gesellen und hat während seiner gesamten beruflichen Tätigkeit über 20 Lehrlinge ausgebildet. Heute beschäftigen wir zwei Gesellen und einen Lehrling, meine Eltern und meine Frau unterstützen mich in der Ausstellung und im Büro. Hinsichtlich der Räumlichkeiten hat sich auch einiges geändert, von der anfangs kleinen Kellerausstellung im Stadtteil Weidach auf kleinsten Raum, zum jetzt großzügigen, ebenerdigen Showroom mit viel Tageslicht im Füssener Norden.

Wie hat sich das Produkt Fliese über die Jahrzehnte hinweg verändert?
Die Grundsubstanz der Keramik hat sich wenig verändert. Über die Jahre kamen aber immer mehr neue Formen, Formate und Glasuren auf den Markt. Die Fliesen gibt es von ganz klein, 1,2 x 1,2 cm, bis ganz groß, 1,00 x 3,00 m, sowie in verschiedensten geometrischen Formen. Ein gefragtes Format war früher 15×15 cm, was heute vom Format 30×60 cm abgelöst wurde. Wo früher die Fliese einen eher praktischen Zweck erfüllte, wird heutzutage viel mehr Wert auf die Optik gelegt. Fliesen wurden früher hauptsächlich in Bädern und Treppenhäusern verlegt. Mittlerweile finden sie aber in jedem Raum Einzug, da durch die moderne, barrierefreie Bauweise mit einer kombinierten Fußbodenheizung ein besseres Raumgefühl entwickelt wird. Auch Allergiker profitieren hiervon sehr.

Die Arbeit für den Fliesenleger selber wird immer aufwendiger, da die Fliesen immer größer werden und die Werkzeuge und Arbeitsweisen dementsprechend angepasst werden müssen. Das fängt bei den Vorarbeiten an und hört erst nach der Verfugung auf.

Es gibt sicher viele unterschiedliche Wünsche von Kunden, vielleicht auch außergewöhnliche Aufträge. Wie umfangreich ist Ihr Angebot diesbezüglich?
Wir bieten den Kunden alles an, was mit der Keramik und dem Naturwerkstein zu tun hat, angefangen vom kleinen Fliesenaustausch bis zu großflächigen Fliesenarbeiten. Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Jeder Kunde ist individuell, genauso individuell ist jeder Raum. Für uns steht an erster Stelle, die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen und das Bestmögliche aus jedem Raum zu machen. Es gibt durchaus auch außergewöhnliche Aufträge, wie z.B. Suitenduschen auf 1838 m, Ausstellungsflächen für Helikopter oder momentan verlegen wir aus Mosaik das Füssener Wappen in einen Fußboden.

Was unterscheidet einen Fliesenleger-Meisterbetrieb von anderen Betrieben, die ebenfalls das Verlegen von Fliesen anbieten? Wo liegen die größten und wichtigsten Unterschiede?
Ein Meisterbetrieb arbeitet für die Zukunft seines Handwerksbetriebes und seines Standes. Er bildet die Fachkräfte von morgen aus, die das erlernte Wissen an die nächste Generation weitergeben. An dieser Stelle sind wir auch besonders stolz auf unsere ehemaligen Lehrlinge Chathura Karunarathna und Erik König. Sie zählen zu den leistungsbesten Lehrlingen in den vergangenen Jahren. Mit Erik stellen wir zugleich den Kammersieger von 2021. Ebenso kann sich der Kunde, der sich für einen Meisterbetrieb entscheidet, stets darauf verlassen, dass er eine qualitativ hochwertige Arbeit erhält, die auf dem neuesten Stand von Normen und Technik aufgebaut ist.

Wie sieht Ihr persönlicher Blick in das nächste halbe Jahrhundert von Fliesen Adam aus? Wie wird sich der Betrieb selbst und auch das Handwerk noch weiter entwickeln und welche Bedeutung wird die Fliese auch in der Zukunft weiterhin haben?
Der Siegeszug der Fliese wird weiterhin bestehen, da sie nachhaltig, langlebig und pflegeleicht ist und den aktuellen Zeitgeist widerspiegelt. Es gibt kein schöneres Produkt als die Fliese, was die Individualität betrifft. Mein persönlicher Blick in die Zukunft ist, die Wünsche meiner Kunden weiterhin zur vollsten Zufriedenheit zu erfüllen. Ich möchte weiterhin meine Fachkräfte von morgen selbst ausbilden, gesund bleiben und unseren Betrieb in 20 Jahren in die Hände der nächsten Generation weitergeben.

Vielen Dank und alles Gute zum großen Firmenjubiläum!
Vielen Dank Ihnen.

Das Interview führt Lars Peter Schwarz · Foto: Sabina Riegger

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