Menschen

Im Zeichen der Inklusion

Am 5. Mai engagieren sich das P-Seminar „Special Olympics“ des Gymnasiums Hohenschwangau, die Lebenshilfe Ostallgäu und die Wertachtal-Werkstätten für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Direkt körperlich davon betroffen ist Marina Maier zwar nicht, dennoch hat sie sich eines Themas angenommen, dem von manchen maßgeblichen Institutionen in unserem Gemeinwesen keine allzu große Bedeutsamkeit entgegengebracht zu werden scheint. Mit elf MitschülerInnen der elften Jahrgangsstufe des Gymnasiums Hohenschwangau möchte die 18-Jährige so im Rahmen des P-Seminars „Special Olympics“ im Fachbereich Sport für die Inklusion die Werbetrommel rühren, wozu denn auch die „Aktion Mensch“ für den 5. Mai aufruft. An diesem Datum finden bereits zum 30. Mal nicht nur in Füssen, sondern bundesweit Aktionen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Unter dem Motto „Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel“ wollen dabei auch Maier als Kommunikatorin des Seminars und ihre SchulkameradInnen auf nach wie vor „bestehende Missstände“ in Bezug auf die Gleichberechtigung von Menschen mit physischen und/oder psychischen Handicaps aufmerksam machen, die nicht nur Sandra Kobus nach wie vor feststellt. Demzufolge beklagt die bei der Lebenshilfe Ostallgäu für die „Aktion Mensch“ zuständige Mitarbeiterin, dass auch 30 Jahre nach Inkrafttreten der Behindertenkonvention der Vereinten Nationen sowie neuer nationaler Gesetze und Richtlinien „immer noch große Lücken zwischen Theorie und Praxis“ hinsichtlich der Gleichstellung von behinderten Menschen in der Gesellschaft bestehen.

Maier und ihre Hohenschwangauer P-Seminar-SchulkollegInnen unter der Leitung von Lehrerin Birgit Moller engagieren sich am 5. Mai im Rahmen eines Aktionstages der Lebenshilfe Ostallgäu und der Füssener Wertachtal-Werkstätten im Skate- und Bikepark Füssen im Weidach. Dort richtet sich der Fokus von 14 bis 18 Uhr besonders darauf, „Barrieren zu überwinden“, wie Kobus erklärt. Im Zuge dessen betreuen die zwölf GymnasiastInnen dabei in Zweiergruppen fünf, sechs Stationen, an denen sie verschiedene sportliche Aktivitäten für behinderte und nicht behinderte Menschen auf die Beine gestellt haben. Dementsprechend steht hier ganz speziell die „Barrierefreiheit“ im Brennpunkt. Mit diversen Aktionen sowie bei einer Podiumsdiskussion soll deshalb die Sichtbarkeit von Hürden für Behinderte im Alltag deutlich gemacht und der Weg für mehr Toleranz in der gesamten Gesellschaft geebnet werden. Verschiedene Spiele und andere sportliche Betätigungen, unter anderem begleitet von einer Skatevorführung von David Lebuser, einer Filmvorführung von Felix Brunner und einem Barriere-Quiz, unterstreichen dabei die besondere Atmosphäre von „Special Olympics“, die den Skate- und Bikepark Füssen am 5. Mai ganz in ihren Bann ziehen dürften. Ganz gemäß ihrem Motto: „Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben.“

Text: Alexander Berndt

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