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Profis für Venen und Arterien

Mit geballtem Wissen sorgen Gefäßzentrum und Venenkompetenzzentrum in Kaufbeuren für die Leitungen im Körper

Ob Krampfadern oder die Arterienverkalkung Arteriosklerose – zahlreiche Erkrankungen unterschiedlicher Schwere können unsere Gefäße befallen. Daran erinnert jährlich der Deutsche Venentag. Geballtes Wissen zum Wohl der Patientinnen und Patienten gibt es am Kaufbeurer Standort der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren mit dem Gefäßzentrum um Leiterin Dr. Ute Dammer sowie dem Venenkompetenzzentrum von Dr. Annette Zeller. „Das Gefäßzentrum versorgt alle Gefäße, sowohl Arterien als auch Venen“, sagt Dammer, die Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie sowie endovaskuläre Chirurgin ist. Dazu bietet das Team einen 24-Stunden-Dienst an. Das ist mit enormen Aufwand verbunden, bedenkt man, dass für den gefäßchirurgischen Notfalldienst drei Fachärzte nötig sind. Dabei arbeiten die Ärztinnen und Ärzte – nicht zuletzt auch durch das Gefäßboard institutionalisiert – eng mit Radiologie, Kardiologie, Anästhesie und dem überregional gefragten Wundzentrum zusammen. Zeller gehört zu dessen Team und hat sich als Oberärztin und Fachärztin für Chirurgie zur Phlebologin, also Venenspezialistin, zertifizieren lassen.

Die meisten Patientinnen und Patienten in Dammers Gefäßzentrum sind von Arteriosklerose betroffen, die alle Körpergebiete befallen kann. Häufig läuft die Zusammenarbeit in enger Kooperation mit der Kardiologie ab, denn durch Kalk verengte Arterien betreffen das Herz in vielen Fällen. Aufgrund der Komplexität legt Dr. Dammer Wert darauf, Betroffene „unter allen Gesichtspunkten anzuschauen“. Diagnosewerkzeuge wie Duplexsonografie, aber auch Computer- und Kernspintomographie helfen ihr dabei, Nutzen und Risiko einer eventuellen Operation abzuwägen.

Dabei kommen die Patienten nicht nur mit allgemeinen Beschwerden von ihren Hausärzten, sondern auch als Notfälle mit offenem Bein, Halsschlagaderinfarkt oder geplatzten Aneurysmen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Egal ob akut oder frühzeitig erkannt: Die Menschen sind mit ihren Gefäßproblemen in Kaufbeuren an der richtigen Adresse. Denn das Zentrum kann alle Formen der Therapie einleiten. Konservative Methoden können unter Umständen eine Operation vermeiden. Sie bestehen vor allem aus Lebensstilveränderungen wie dem Verzicht aufs Rauchen, Gewichtsabnahme, veränderter Kost und mehr Bewegung. Ist ein Eingriff dennoch nötig, bietet das Zentrum natürlich die volle Bandbreite an: Von minimalinvasiver „Schlüssellochchirurgie“ über Hybridverfahren bis hin zu offenen Operationen – je nachdem, was im einzelnen Fall am meisten Sinn macht. Ebenso legen die Gefäßprofis beispielsweise auch Zugänge für Dialysepatientinnen und -patienten sowie Ports für Chemotherapie.

Wer unter Krampfadern (Varizen) leidet, hat zwei Anlaufstellen: Selbstverständlich versorgt das Gefäßzentrum diese Patientinnen und Patienten mit Routine und Erfahrung. Zusätzlich hat sich Dr. Zeller darauf spezialisiert. Ihrer Aussage nach würde sie bei zwei Dritteln der Bevölkerung fündig werden, wenn sie an allen Beinen nachsehen könnte. Es handelt sich also um eine Volkskrankheit. Viele Menschen stören die Varizen jedoch nicht, weil sie nichts spüren. Zellers Bandbreite an Fällen fängt beim Besenreiser an – bläuliche Krampfadern, die durch die Haut schimmern. Am anderen Ende der Skala stehen Menschen mit offenem Bein, die akut versorgt werden müssen. Trotz der großen Verbreitung appelliert Zeller an Hausärztinnen und -ärzte, Verdachtsfälle großzügig zur Abklärung zu schicken: „Im Sinne der Prophylaxe finde ich es besser, Leuten die Sorge zu nehmen, als dass sie nachher mit schwereren Beschwerden kommen.“ Alarmzeichen sind ihrer Aussage nach sichtbare Krampfadern, jeden Abend dicke Beine oder plötzlich einschnürende Socken. Betroffen sind Männer und Frauen übrigens gleichermaßen – ab dem Ende der Pubertät bis ins hohe Alter.

Als wichtigstes technisches Diagnosegerät steht Zeller die Farbkodierte Doppler-Sonografie zur Verfügung. Gemeinsam mit Befragung und körperlicher Untersuchung gibt es einen klinischen Befund, sodass auch hier individuell abgestimmte Verfahren zum Einsatz kommen: Schwerpunkt von konservativen Therapien ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen. In schwereren Fällen kann eine Verödung der betroffenen Venen heutzutage manche OP ersparen. Bei dieser Schaumsklerosierung ist weder Narkose nötig, noch bleibt das Mittel im Körper, denn er scheidet es mit dem Urin aus.
Egal ob Vene oder Arterie – die Spezialisten der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren sind aufgrund ihrer Fähigkeiten über Stadt und Landkreis hinaus gefragt.

Mehr Informationen zum Gefäßzentrum sowie zum Venenkompetenzzentrum gibt es auf den Seiten der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren.

Text · Foto: Gabriele Apfelbacher/ Kreiskliniken Ostallgäu

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