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Die TSG Füssen ist „Bayerischer Traditionsverein“

Prädikat in Gold als Geschenk zum Jubiläum

Es ist eine sehr hohe Auszeichnung, die die TSG Füssen zu ihrem 175. Jubiläum erhalten hat. Dem Verein wurde das Prädikat „Bayerischer Traditionsverein“ in Gold verliehen. Der Bayerische Turnverband, Bayerns Fachverband für alle Turnsportarten, die Gymnastik sowie den Fitness- und Gesundheitssport, ehrt damit seine Traditionsvereine in einer ganz besonderen Art und Weise. „Mitgliedsvereine, die wie die TSG Füssen bereits 175 Jahre lang mit beispielhaftem Engagement wesentliche Bestandteile des öffentlichen Lebens geworden sind, haben sich damit auch außerordentliche Verdienste um die Förderung von Turnen, Gymnastik und Sport in Stadt, Region und Verband erworben. Ihre Vereinsentwicklung wirkte und wirkt zugleich als Beitrag zur Stadtentwicklung. Ebenso leistet der Verein nachhaltige Beiträge zum Zusammenhalt der Gesellschaft“, hieß es in der offiziellen Erklärung des BTV dazu.

„Die Speerspitze im deutschen Turnsport“

Unzählige ehrenamtliche Stunden wurden in dieser langen Zeit von den Vereinsmitgliedern geleistet. Unzählige wertvolle Stunden, um jungen Sportlerinnen und Sportlern Perspektiven zu bieten. Dabei sind es nicht nur Bewegungsangebote, für die der Verein sorgt. Vielmehr stehe das Gemeinwohl im Mittelpunkt, die Zusammengehörigkeit, Geborgenheit und Integration. Bis heute ist die TSG auf rund 900 Mitglieder angewachsen, die in zehn verschiedenen Sparten, wie Leichtathletik, Schwimmen, Tanzen und Fechten oder Volleyball, tätig sind. Bis zu zwanzig zertifizierte Übungsleiter sorgen dabei jeweils für die fachliche Betreuung der jungen und älteren Aktiven, rund 300 davon sind Kinder. Die Liste der sportlichen Erfolge ist nach 175 Jahren dementsprechend lang, Gewinne und vorderste Plätze bei schwäbischen, bayerischen oder auch deutschen Meisterschaften, Turnieren und Wettkämpfen, bis hin zu Olympiateilnahmen. „Die TSG Füssen ist erst der zweite Verein in Bayern, der diese besondere Auszeichnung erhält“, betonte Dr. Alfons Hölzl, Präsident des Deutschen und Bayerischen Turnerbundes. „Vereine wie die TSG stellen die Speerspitze im deutschen Turnsport dar.“

Als erster Vorstand der TSG Füssen nahm Gerda Bechteler, die Auszeichnung entgegen. In ihrer Dankesrede wies sie aber auch daraufhin, dass die Vereinsarbeit, im Hinblick auf die vielen heutigen Regeln und gesetzlichen Vorgaben nicht ganz mehr so einfach sei, wie früher. Die gebürtige Füssenerin kam 1955 im Alter von fünfzehn Jahren zur TSG, um Gymnastik auszuüben. Den Posten des Vorstands hält sie nun schon seit mehr als vier Jahrzehnten inne. Leider verändert hat sich über all die vielen Jahre hinweg aber doch der soziale Aspekt, sagt sie. „Als ich damals angefangen habe, waren so gut wie alle jungen Mädchen in dem Verein. Es war ein Trend, würde man heute sagen. Es gab ja auch keine anderen Einrichtungen, wo man Freunde und Gleichgesinnte außerhalb der Schule sehen konnte. Man wollte da dabei sein. Es war ein gesellschaftlicher Treffpunkt. Der Zusammenhalt war noch stärker.“

Der nächste Meilenstein

Der Blick geht dennoch in die Zukunft, zumal mit der Renovierung der nun fast hundert Jahre alten Weidach-Turnhalle bereits der nächste große Meilenstein in der Geschichte des Vereins bevor steht. „Der Bau der Halle war damals ein Gemeinschaftsprojekt der TSG“, erzählt Gerda Bechteler. „1927 bis 1930 haben die drei Füssener Bauunternehmen Scheibel, Mazzolini und Leinweber, die alle drei Mitglieder des Vereins waren, zusammen mit vielen ehrenamtlichen Kräften und Helfern, die Halle gemeinsam gebaut. In weiser Voraussicht hat die TSG bereits Rücklagen gebildet, so dass wir in der Lage sind, zusammen mit der Stadt diese Halle jetzt zu erneuern“, so Gerda Bechteler.

Das Thema steht auch im Rathaus ganz oben auf der Liste, bestätigt Bürgermeister Eichstetter. Man sei sich bewusst, dass die Sanierungen zeitnah angegangen werden müssen. „Vor allem die Fenster, die immer noch aus dem Jahr 1930 stammen, müssen dringend erneuert werden. Hier wurde Jahrzehnte lang nichts getan“, so Eichstetter. „Wir müssen sehr bald handeln, bevor die Bausubstanz darunter leidet.“ Auch die Warmwasseraufbereitung müsse durch eine neue, strombasierte ersetzt werden, ein Sanierungskonzept dazu werde derzeit erstellt. „Dann werden wir sehen, was wir uns leisten können und ob wir hier eine Voll-, Teil- oder nur ganz geringe Sanierung vornehmen. Das können also, so wie es aussieht, Sanierungskosten von 80.000 oder 250.000 Euro sein, oder, wenn wir eine Vollsanierung durchführen, bis zu 600.000 Euro sein.“ Allerdings glaubt Eichstetter nicht, dass eine Vollsanierung der Halle nötig ist.

Text: Lars Peter Schwarz · Fotos: Gerda Bechteler, privat

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