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Sozialministerin Carolina Trautner zu Besuch in den Wertachtal-Werkstätten

Gelebte Inklusion in Füssen

Wie gut ein offener Austausch und eine enge Kooperation zwischen Kommunen und Einrichtungen der Behindertenhilfe funktionieren kann, zeigt sich in Füssen. Seit Jahren arbeiten dort die Lebenshilfe Ostallgäu e.V., deren 100-prozentige Tochterfirma Wertachtal-Werkstätten gGmbH und die Stadt Füssen eng zusammen, wenn es um inklusive Projekte geht. Die Zusammenarbeit kann unter dem Projekt LeWeSta zusammengefasst werden – für Lebenshilfe, Wertachtal und Stadt. In den letzten Jahren sind am Standort der Werkstätten eine Kindertagesstätte, ein inklusives Café mit Mittagsangeboten und eine inklusive Küche im Rahmen eines LEADER-Projekts entstanden. „Und die Nachfrage an weiteren Einrichtungen für andere Lebensbereiche ist immens, zum Beispiel im Bereich Wohnen,“ beschreibt Ralf Grath, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu, die derzeit intensiven Gespräche mit der Stadt Füssen für neue gemeinschaftliche Wohnformen im südlichen Ostallgäu. Insbesondere für Menschen mit einer Schwerst- und Mehrfachbehinderung gebe es derzeit kaum geeignete Wohnmöglichkeiten. Zudem fehle es an Plätzen für Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht mehr in einer selbstständigen Wohnform leben können.

Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner überzeugte sich bei ihrem Besuch am Füssener Standort der Wertachtal-Werkstätten über bereits umgesetzte Inklusionsprojekte: „Unser gemeinsames Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich miteinander leben und arbeiten. Ich freue mich daher sehr, dass das Sozialministerium die Einrichtungen des Inklusionsprojektes LeWeSta der Lebenshilfe Ostallgäu, der Wertachtal-Werkstätten und der Stadt Füssen in den letzten Jahren mit insgesamt mehr als 1,8 Millionen Euro unterstützen konnte. Wir möchten, dass Menschen mit Behinderung in Bayern in allen Lebensbereichen „mittendrin statt nur dabei“ sind.  Denn Inklusion ist gelebter gesellschaftlicher Zusammenhalt. Dafür brauchen wir – wie hier in Füssen – engagierte Partner vor Ort, die sich mit viel Elan und großem Ideenreichtum für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung einsetzen. Das Gemeinschaftsprojekt LeWeSta ist ein vorbildhaftes Beispiel für gelebte Inklusion. Ich wünsche dem Projekt daher weiterhin viel Erfolg.“ Gemeinsam mit Bundestagsabgeordnetem Stephan Stracke, Landtagsabgeordneter Angelika Schorer, Bürgermeister Maximilian Eichstätter und Bezirksrätin Uschi Lax ging es dabei um Ansätze, mehr Selbstbestimmung, Akzeptanz und Teilhabe für Menschen mit einer Beeinträchtigung zu ermöglichen.

Bei ihrem Rundgang durch die unterschiedlichen Arbeitsgruppen in den Wertachtal-Werkstätten Füssen informierte sich Sozialministerin Trautner über die vielfältigen Aufträge und Arbeitsschritte, die am Standort durchgeführt werden.

Ein Beispiel, wie Inklusion von klein auf ganz einfach gelebt werden kann ist in Füssen das enge Zusammenspiel zwischen Kita und Förderstätte für Menschen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen. Die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner betonte: „Das Projekt LeWeSta in Füssen mit seinem Mix aus den verschiedensten Einrichtungs- und Leistungsformen für Menschen mit und ohne Behinderung setzt wahrlich Maßstäbe: Es macht deutlich, wie wichtig der regelmäßige Austausch und Kontakt untereinander ist, um Barrieren in den Köpfen abzubauen. Sie leisten hier vor Ort einen ganz entscheidenden Beitrag für eine inklusive Gesellschaft.“

Ideen und Ansätze für weitere solche Meilensteine gibt es. „Menschen mit einer Beeinträchtigung sollten in ihrem Sozialraum leben, arbeiten und gesellschaftlich teilhaben können. Das ist unser größtes Ziel,“ erläutert Dagmar Rothemund, Standortortleiterin der Wertachtal-Werkstätten, die Projektidee zu einem „inklusiven Mehrgenerationenhaus“. In diesem könnten Kita, Förderstätte und z.B. Angebote für Senioren räumlich zusammengeführt und Inklusion selbstverständlich werden.

Text/Bild: Lebenshilfe Ostallgäu e.V. mit Wertachtal-Werkstätten

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