Menschen

Mit Leidenschaft zum Erfolg

Der Alatsee ist ein besonderer Ort. Manche sagen, es sei ein Kraftort, an dem man zur Ruhe kommt, seine Gedanken sammeln kann und die Kraft der Natur spürt. Für Manfred und Sabine Stapf gehört der See zu ihren Lieblingsorten. Er ist eine kleine Rückzugsoase, wenn sie nicht gerade mit ihrer Vespa eine Tour machen und sich den Wind um die Nase wehen lassen.

Als sie sich vor über 30 Jahren kennenlernten, wusste die gelernte Verwaltungsfachangestellte nicht, welchen Weg sie beide noch einschlagen werden. „Ich brauche die Sicherheit und mein Mann ist der Macher. Er ist vom Sternzeichen Löwe“, sagt sie. Manfred Stapf gehört zu den Menschen, die sich trauen, Neues zu beginnen, wenn es sein muss, auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Nicht alle waren begeistert als er sich zur Selbstständigkeit entschloss. Zu vielen Berufen gibt es ein typisches Klischeedenken. Schnell gehen im Kopf die entsprechenden Schubladen auf, in die der Maklerberuf immer gerne gepackt wird. Kein Wunder also, dass Freunde und Familie skeptisch waren, oder sich gar von ihm abwandten. „Das schafft er doch nie“, hieß es. Schließlich war es eine Zeit, die alles andere als einfach in der Immobilienbranche war. Die hohen Zinsen schreckten viele ab, in Immobilien zu investieren. Manfred Stapf, der Industriekaufmann gelernt hat, schreckte das nicht ab. „Ich habe nicht viel nachgedacht, sondern einfach gemacht. Ich weiß nicht, ob ich mich das heute noch einmal trauen würde“, blickt er zurück. Das war 1995. Heute sind beide froh, dass sie gemeinsam diesen Schritt gegangen sind. „Wir hatten kurz davor unser Haus gebaut und hatten Schulden. Aber es gab keinen Plan B. Wenn man etwas anfängt, dann zieht man es durch, so sind wir erzogen“, erklärt Sabine Stapf. Fünf Jahre hatten sie ihr Büro im eigenen Haus, bevor sie sich entschlossen, Räumlichkeiten zu mieten. „Das war wieder ein weiterer Schritt, der noch ein bisschen mehr abverlangte. Jetzt war ich nicht nur für meine Familie und mich verantwortlich, sondern übernahm auch Verantwortung gegenüber Menschen, die mir vertrauten, dass ich ihnen jeden Monat pünktlich die Miete bezahlte und den Lohn“, so der Immobilienmakler. Zeitgleich neben seiner Selbständigkeit als Immobilienmakler baute er die Hausverwaltungen auf.

Im August wird Manfred Stapf 54 Jahre alt und zieht ein Resümee. Jedes Wort wählt er mit Bedacht aus. Es ist ein Allgäuerisches Hochdeutsch, falls man es überhaupt so nennen kann. „Ich arbeite gerne, auch nach so vielen Jahren. Es ist eine abwechslungsreiche Arbeit. Man weiß nicht, wer als nächstes durch die Tür reinkommt. Kein Auftrag ähnelt dem anderen. Man lernt Schicksale kennen, Menschen und ihre Charaktere, Immobilien, die man sich vorher nie so hätte vorstellen können, sowohl im positiven als auch im negativen Bereich. Man darf sich aber auch nichts vormachen, unsere Branche ist ein Haifischbecken. In dieser Zeit mehr denn je.“ Manfred Stapf ist ruhig und lächelt. Es ist das Lächeln eines Menschen, der dankbar ist, all das geschafft zu haben, was er sich vorgestellt hat und weil es seiner Familie und ihm gut geht. Die vielen Stunden Arbeit bis spät in die Nacht haben sich gelohnt und ihm gleichzeitig viele Neider gebracht. „Ihn stört das nicht. Er konzentriert sich auf seine Arbeit. Ich kann das nicht. Ich nehme mir schon das eine oder andere zu Herzen“, meint Sabine Stapf, die seit 15 Jahren das Gesicht von Immobilien Stapf in Pfronten ist.

Wenn der begeisterte Eishockeyfan das Gefühl hat, dass etwas nicht in Ordnung ist, dann spricht er es an. „Vielleicht bin ich in der Hinsicht zu direkt. Aber ich finde, dass eine ehrliche Kommunikation unabdingbar ist, besonders in meinem Beruf.“ Seine Kunden und Partner schätzen das, so wie die Raiffeisenbank Südliches Ostallgäu, die seit einem Jahr eine Kooperation mit Immobilien Stapf eingegangen ist.

Den Ruhepol hat der Immobilienmakler bei seiner Frau gefunden. „Sie bringt mich wieder in Balance“, sagt er lachend, „sie ist meine Kraftquelle.“ Viel gemeinsame Freizeit hat das Ehepaar nicht, zumindest nicht nach den institutionell vorgegebenen Regeln. Doch für sie ist das auch nicht notwendig. Man kann viel Freizeit haben und nichts daraus machen, oder wenig und dafür jede Sekunde ausnutzen. Und vor allem ist die Definition von Freizeit relativ. Für Manfred und Sabine Stapf bedeutet Freizeit das tun zu können, was sie gerne machen: sich selber entfalten, Entspannung finden, und das kann so vielfältig sein, besonders dann, wenn die Arbeit auch gleichzeitig ein Hobby ist. Und mal ganz ehrlich, wer hat das heutzutage noch? Manfred und Sabine Stapf leben ihr Leben. Dazu gehören ihre Söhne, mit denen sie sich sehr gut verstehen. Ihre Überzeugung, die nicht von anderen diktiert wird, sondern wirklich ehrlich gelebt wird, ohne Zeigefinger und ohne Korsett. Konzertbesuche zu Hubert von Goisern und Django 3000, bei den Fussballspielen ihres Sohnes dabei zu sein, mit der Vespa durch die Gegend fahren, oder einfach um den Alatsee laufen und über Gott und die Welt reden oder auch über seine Ideen und Visionen. Denn davon hat er noch viele, die er in seinem Unternehmen umsetzen will. „Ich brauche die He-rausforderung, weil ich kein Mensch von eindimensionalen und konservativen Ideen bin“.

Text · Foto: Sabina Riegger

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