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25 Jahre Bauernladen Pfad

Jetzt in neuen Räumlichkeiten

Schneller, höher, weiter. Dieses Motto bestimmt mittlerweile nicht mehr nur unseren Arbeitsalltag, auch unsere weltweit gelebte und gepostete Freizeit ordnet sich diesem gnadenlosen olympischen Credo unter. Umso charmanter, wenn man auf einen gelungenen Gegenentwurf des global so omnipräsenten „immer mehr“ und „immer schneller“ trifft.

Der Pfrontener Bauernladen „Pfad“ ist so ein Konzept. Seit mittlerweile 25 Jahren zelebriert man höchst erfolgreich etwas, auf das wir uns endlich langsam wieder rückbesinnen: Ein Schritt zurück, in einem vermeintlich alltäglichen, aber äußerst wichtigen Bereich, dem Konsum. Denn Fleischverzehr und Tierwohl sind nämlich doch miteinander vereinbar. Und weniger kann hier wirklich mehr sein. Damals wie heute weiß man beim Pfad ganz genau, woher die für die Schlachtung bestimmten Tiere und die wertvollen Nahrungsmittel wie Eier und Milchprodukte stammen. Übervolle Fleisch und Wurstregale, entsorgte, abgelaufene Lebensmittel oder Transportstress für die Tiere? Fehlanzeige.

Die Rinder und Kälber grasen auf familiären Landwirtschaftsbetrieben in Pfronten. Die Schweine leben im benachbarten Tannheimer Tal. Das Geflügel flattert munter in Laufställen in Legau auf dem Geflügelhof Wenger. Ein Teil der Eier stammt aus Aleuthen von Deiss, Sahne und Käse kommen aus Rückholz von Lipp und von derMVO; und die Milch und den Joghurt liefert die Familie Wohlfahrt aus Pfronten. Geschlachtet wird selbstverständlich auch regional, bei Hartung in Füssen.

Kurze Wege und Herkunftsnachweise, die die meisten Lebensmittelhersteller vor Neid erblassen lassen würden; dazu noch Qualität zu moderaten Preisen. Was will man mehr!

Pro Woche gehen durch die Hände des Metzgers Roland Schön zwischen 400 und 500 Kilogramm Fleisch. Dafür werden 1 Rind 2 Schweine und vorbestelltes Geflügel verarbeitet (alle 2 Wochen gibt es noch ein Kalb dazu). Diese Menge wurde seit einem viertel Jahrhundert bewusst nicht verändert. Das selbst verarbeitete Fleisch und die Wurst gehen direkt an den Verbraucher, ohne Umwege über Transport- oder Handelsunternehmen. Dafür zuständig sind die 10 Mitarbeiterinnen im Geschäft, die ebenfalls bereits seit Gründung des Pfads dabei sind. Das Konzept geht – auch wenn man seinerzeit, bei der Gründung des Vereins, selbst nicht so ganz damit gerechnet hat – vollends auf. Mittlerweile ist der Pfad weit über die Pfrontener Ortsgrenzen hinaus bekannt. Seit Ende Juli ist der Bauernladen nun in seinen neuen Räumlichkeiten, in der Krankenhausstraße 3 in Pfronten zu finden. Die Räumlichkeiten wurden von den Mitgliedern des Vereins in Eigenregie und Eigenarbeit entsprechend umgebaut, um sämtliche gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

Zur Eröffnung gibt es zwei Neuerungen. Nämlich einen neuen Online-Auftritt. Natürlich sind auch weiterhin telefonische Bestellungen möglich. Ansonsten gelten weiterhin die Öffnungszeiten für den Freitag von 08.00 bis 18.00 Uhr und für den Samstag von 08.00 – 12.30 Uhr.

INFO: Bauernladen Pfad · Krankenhausstraße 3
Tel.: 0 83 63 / 92 85 64 · 87459 Pfronten

Text: Harald Birkholz · Foto: Hubert Riegger

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