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Auf ein Wort…

Mit den Bürgermeistern Maximilian Eichstetter,
Werner Moll und Pirmin Joas.

Die Kommunalwahlen im vergangenen Jahr haben in einigen Gemeinden der Region zum Teil zu gravierenden Veränderungen geführt. Nicht nur neue Gemeinde- und Stadträte wurden vereidigt. Für mehrere Kommunen bedeuteten neugewählte Bürgermeister auch den Start in ein neues Zeitalter der Rathausführung. Nach vielen Jahren im Amt abgelöst wurden dabei unter anderem Helmut Angl in Lechbruck, Paul Iacob in Füssen oder auch Franz Erhart in Nesselwang. Füssen aktuell sprach mit den drei neuen Bürgermeistern Werner Moll, Maximilian Eichstetter und Pirmin Joas über das abgelaufene Jahr, die ersten und wichtigsten Vorgänge in dieser Zeit und über ihre Pläne und anstehende Aufgaben für die Zukunft.

Bürgermeister der Stadt Füssen
Maximilian Eichstetter

Welche versprochenen Projekte konnten Sie bereits realisieren?
Die Liste ist lang und wir konnten trotz Pandemie, die uns einiges an Zeit abverlangt, doch eine Vielzahl an großen und kleinen Projekten umsetzen. Um nur einige zu erwähnen: Mittersee-Außenflächen Gestaltung, Obersee-Sanierung, Machbarkeitsstudie Weidachsportanlage, die Smart City-Förderung gewonnen und angestoßen (IDEK), Digitales Verkehrs- und Parkleitsystem angestoßen, Einführung des Mängelmelders Meldoo, das Spielplatzkonzept für ein familienfreundliches Füssen, eine neue Grüngutsammelstelle, Ausbau und Erweiterung des Skate- und Bikeparks, …

Was sehen Sie als nächste große Herausforderung für Ihre Amtszeit, abgesehen von Corona?
Einen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und auch unsere Haushaltslage zu optimieren. Die Verkehrsproblematik macht auch einen großen Teil unserer Arbeit aus. Da sind wir schon auf einem guten Weg. Es sind viele Ideen da und auch die ersten konkreten Umsetzungen. Das Thema Umwelt ist auch ein großer Bereich, der mir persönlich sehr am Herzen liegt. Eine tatsächliche Herausforderung ist die Aufarbeitung der Altlasten, die etwa 25 Prozent meiner Arbeitszeit einnimmt.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Stadt- bzw. Gemeinderäten?
Die Zusammenarbeit mit den MitarbeiterInnen und StadträtInnen bereitet mir große Freude. Auch haben wir (ich) mit vollster Transparenz dazu beigetragen, eine wertschätzende und konstruktive Arbeit in der Verwaltung und im Stadtrat umzusetzen und das wird auch so bleiben.

Die Stadträtinnen und Stadträte sind ein ganz tolles Team. Die verschiedenen Charaktere aus unterschiedlichen Berufsgruppen und Altersklassen sowie Lebenssituationen bringen die beste Mischung an Erfahrung mit. Diese Konstellation, die eine dynamische Runde mit sich bringt, ist es auch, die eine konstruktive Zusammenarbeit ermöglicht, indem jeder seine Meinung äußert. Dass es dabei auch mal energischer zugehen kann, ist völlig in Ordnung. Wir alle wollen nur das Beste für unsere Stadt. Mir bereitet mein Amt auch zum jetzigen Zeitpunkt große Freude und ich bin 100% stolz darauf, Füssens Bürgermeister sein zu dürfen.

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Bürgermeister der Gemeinde Lechbruck
Werner Moll

Welche versprochenen Projekte konnten Sie bereits realisieren?
Bisher wurden in meiner einjährigen Amtszeit die Planung und Ausschreibung für den Bau eines viergruppigen Kindergartens und eines neuen Feuerwehrhauses angestoßen. Ferner ein Stadel für die Pistenraupe erstellt und drei Stationen mit insgesamt zwölf Elektro-Lastenfahrrädern in Auftrag gegeben. Weiterhin wurden unsere Schulden weiter getilgt und eine große Anzahl an Grundstücken erworben. Unsere Gastronomen und Gewerbebetriebe habe ich mit einer Rabattaktion unterstützt.

Was sehen Sie als nächste große Herausforderung für Ihre Amtszeit, abgesehen von Corona?
Hier sehe ich die Riesenaufgabe des Hochwasserschutzes und den Ausbau der Schongauer Straße. Ferner steht eine Renovierung des Kunsteisstadions mit neuer Kältetechnik und Maschinenhaus an. Wichtig – wenn auch schwierig -wird der Erwerb von geeigneten Bauland- und Gewerbeflächen sein. Mit der Straßen- und Kanalsanierung Sonnbichl und Am Bergblick wird in diesem Monat begonnen.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Stadt- bzw. Gemeinderäten?
Die Zusammenarbeit mit den gewählten Gemeinderäten ist meinem Vernehmen nach sehr gut. Alle Räte sind in sämtliche Verfahren mit eingebunden und immer informiert. Die Motivation der Gemeindevertreter ist an dieser Stelle sehr zu loben.

Bürgermeister in Markt Nesselwang
Pirmin Joas

Welche versprochenen Projekte konnten Sie bereits realisieren?
Wir konnten in vielen Themenfeldern, die mir am Herzen liegen, bereits wichtige Maßnahmen ergreifen. Wir beschäftigen uns u.a. mit dem Bereich Wohnraum, schaffen Angebote für Familien oder arbeiten an der Besucherlenkung. Projektbezogen möchte ich spontan drei Beispiele nennen: die Bürgersprechstunde, die Förderung der Jugendarbeit in Vereinen und die Schaffung eines neuen Referats für die Wirtschaftsentwicklung.

Was sehen Sie als nächste große Herausforderung für Ihre Amtszeit, abgesehen von Corona?
Unsere Gesellschaft redet viel von Gemeinnützigkeit, die aus meiner Sicht aber nicht mehr so ausgeprägt ist wie in früheren Generationen. Das erschwert unser Handeln, da zu viele Angelegenheiten stark von Einzelinteressen beeinflusst werden. So stelle ich teilweise ein hohes Anspruchsdenken fest, welches nur bedingt mit der Realität vereinbar ist. An manchen Stellen werden wir zurückstecken müssen, um nicht über unsere Verhältnisse zu leben.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Stadt- bzw. Gemeinderäten?
Corona ist hier deutlich spürbar. Durch die Kontaktbeschränkungen leidet der Austausch. Normalerweise vertiefen wir viele Fragen oder Anregungen in persönlichen Gesprächen. Das kommt im Moment zu kurz, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Ich weiß es daher zu schätzen, zwei routinierte Stellvertreter zu haben.

Text: FA · Fotos: privat

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