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Der Glöckner von St. Max in Bad Faulenbach

Seit einigen Jahren lässt Toni Steiner nicht nur an Sonn- und Feiertagen in Bad Faulenbach die Kirchenglocken erklingen

Toni Steiner hat einen Traum. Und zwar würde er gerne mal eine „richtig große Glocke läuten, bei der es einen hochzieht“, wie er sagt. So lange, bis er eines Tages vielleicht mal die Gelegenheit bekommt, wie „Don Camillo“ aus den berühmten Filmen „Don Camillo und Peppone“ die Kirchenglocken läuten zu lassen, nimmt der Leiter vom Gästehaus St. Ulrich in Bad Faulenbach eben mit den beiden Kirchenglocken der hauseigenen Kapelle St. Max vorlieb, die es ihm kaum minder angetan haben. So lässt er sie seit gut zehn Jahren regelmäßig nicht nur jeden Sonntag sowie an Feiertagen jeweils um zwölf Uhr mittags rund drei Minuten lang ertönen. 2014 ist er dann auch dazu übergegangen, die Glocken „zu ganz besonderen Anlässen“, wie wenn jemand in Bad Faulenbach gestorben ist oder geboren wurde, per kräftigem Handzug zu läuten.

Dementsprechend hat Steiner schon kurz nachdem er die Leitung des Gästehauses St. Ulrich im September 2010 übernommen und sehr erfreut festgestellt hatte, dass zu dem ursprünglich als Priester- und Schwesternerholungsheim gegründeten Haus auch eine eigene Kapelle mit zwei Glocken gehört, mit dem Glockenläuten angefangen. Schließlich hat er sich schon von frühester Jugend an für Kirchenglocken begeistert, gibt der 52-Jährige zu, der aus Lengenwang stammt. Das Gästehaus St. Ulrich und seine Kapelle St. Max in Bad Faulenbach, die der in diesem Füssener Ortsteil aufgewachsene und damalige Bischof von Augsburg, Maximilian von Lingg, 1915 zu seinem 50. Priesterjubiläum hat errichten lassen, haben es Steiner indes ganz besonders angetan. Und während er dabei vor allem an den beiden nach seiner Schätzung „ungefähr 60 und 100 Kilogramm“ schweren Glocken des kleinen Kirchleins an der Alatseestraße, wo nur selten Gottesdienste stattfinden, seinen großen Gefallen gefunden hat, wissen auch die Faulenbacher mittlerweile genau, was es geschlagen hat, wenn die schwere „Theresia“ und ihr etwas leichteres Pendant erklingen.

„Es hat sich herumgesprochen“, erzählt Steiner und fügt hinzu, dass ihm der ein oder andere Anwohner des idyllischen kleinen Stadtteils inzwischen schon mal per WhattsApp mitteilt, wenn zum Beispiel ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt erblickt. Dann läutet Steiner eben sogar rund zehn Minuten lang die Glocken in St. Max, so wie jüngst erst wieder, als am 12. April mit Michl Weyerer der bereits dritte Sohn von Tim Weyerer vom „Hotel Frühlingsgarten“ geboren wurde.

Text · Foto: Alexander Berndt

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