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Gemeinsam Müll reduzieren mit Mehrwegsystem

Digitales Mehrwegsystem soll das To-Go-Business ökologisieren – auch in Füssen

Weniger Plastikmüll und damit eine wesentlich geringere Verschwendung von Ressourcen. Um der Verpackungsproblematik Herr zu werden, wurden bereits in den letzten Jahren bundesweit mehrere Ideen auf den Tisch gebracht. Allen voran die sogenannte Verpackungsteuer, die auf nicht wiederverwendbare Verpackungen oder Geschirr anfällt, sofern dieses zur Abgabe von Speisen verwendet wird, die direkt vor Ort verkauft und verzehrt werden. Richtig gegriffen hat die Idee allerdings nie, nur in wenigen Kommunen wird sie erhoben. Ein neues Konzept soll nun aber helfen, den Müll zu reduzieren.

„Umweltschutz war eines der zentralen Themen in der Vorbereitung auf die Bürgermeisterwahl vor einem Jahr“, sagt der Ex-ÖDP-Kandidat Harald Vauk. „Nachdem ich meine Bewerbung zurückgezogen habe, wollte ich das Thema aber nicht ganz ad acta legen, sondern weiterverfolgen.“ Dabei ist Vauk auf das Start-Up-Unternehmen VYTAL gestoßen, das ein durchdachtes und bequemes Mehrwegsystem anbietet. Es richtet sich an Kantinenbetreiber, Restaurants, Supermärkte und Lieferdienste, die gegen den Einwegverpackungswahnsinn ankämpfen wollen. „Ein erster Schritt in diese Richtung wurde mit dem Mehrwegbecher der Stadt Füssen bereits gemacht. Diesen Weg sollte man aber nun auch weitergehen. Das System Vytal bietet dafür sehr gute Voraussetzungen.“

Nimmt ein Gastronom an der Vytal-Kette teil, bekommt der Kunde seine bestellten Gerichte, ob per Abholung oder Lieferung, in Mehrwegschalen serviert. Die Schüsseln sind aus recycelbarem Polypropylen und in den drei Größen 500, 750 und 1250 Milliliter erhältlich. Auch unterteilte Menüschalen, Sushi- oder Pizzaverpackungen und Kaffeebecher sind in dem Sortiment enthalten. Für den Kunden bleibt das System vorerst kostenlos, weder wird eine Leihgebühr verlangt, noch eine Art Pfand. Stattdessen wird das System über eine Befüllungsgebühr betrieben, die die Restaurants und Kantinen zahlen. Kosten entstehen dem Kunden, der über eine App registriert ist, nur dann, wenn die Schalen nicht innerhalb von 14 Tagen bei einem der teilnehmenden Systempartner zurückgebracht werden. Die gesamte Abwicklung erfolgt digital über QR-Codes.

Geht es nach Vauk, soll das System nun auch in der Stadt Füssen, den umliegenden Gemeinden oder gar landkreis- oder allgäuweit eingeführt werden. Mit vielen Gastronomen und Restaurantbesitzern, wie auch Verantwortlichen der Stadtverwaltung hat er dafür bereits Gespräche geführt. So gibt es aktuell in der Lechstadt auch schon zwei an Vytal teilnehmende Betriebe, weitere haben ihr Interesse bekundet.

INFO:
· Jedes Jahr entstehen in Deutschland 281.000 Tonnen To-Go Verpackungsmüll (Quelle: NABU), der größte (60%) und schnellst wachsende Teil davon sind Essensverpackungen.
· Einwegverpackungen werden mit vielen Ressourcen hergestellt und dann häufig nur 30-60 Minuten benutzt – im Fall von Plastikverpackungen bleiben sie aber über 500 Jahre auf unserem Planeten oder werden einfach verbrannt.
· Auch sogenannte „biologisch abbaubare“ Einwegverpackungen werden in Deutschland aussortiert und verbrannt, da die nötigen industriellen Kompostieranlagen fehlen (WDR).
· 2017 fielen insgesamt 18,7 Millionen Tonnen an, wie das Umweltbundesamt (UBA) mitteilte. Das macht umgerechnet 226,5 Kilogramm pro Person und drei Prozent mehr als im Vorjahr. (Quelle Handelsblatt).

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In Füssen sind „Loumee“ und „Altes Rathaus“ dabei. Mehr Informationen erteilt Harald Vauk, Tel. 0173/6478840.

Text : Lars Peter Schwarz · Foto: Sabina Riegger (1), vytal (1)

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